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Pressemeldungen aktuell

Ernährung und Leitbild Nachhaltigkeit

Globale Herausforderungen und Lösungsansätze auf
nationaler und internationaler Ebene der UN

Die Menschheit steht vor einer Vielzahl globaler Herausforderungen, von denen einige durch das Ernährungsverhalten beeinflusst werden. Beispiele sind Armutskrise/Welthungerkrise, Klimawandel, Wasserknappheit, Bodendegradation, Biodiversitätsverlust und Lebensmittelverschwendung. Außerdem steigt die Anzahl ernährungsmitbedingter Krankheiten. Welche Lösungsansätze gibt es dafür im Bereich Ernährung? Zunächst zeigen wir ausgewählte globale Herausforderungen auf und gehen dann auf Bezugsrahmen und Programme auf internationaler Ebene der UN ein. Anschließend erfolgt eine Erhebung ausgewählter euro-päischer Fachgesellschaften für Ernährung hinsichtlich der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in deren Ernährungsempfehlungen. Schließlich wollen wir als Beispiel unsere Konzeption „Nachhaltige Ernährung“ in Deutschland vorstellen.

1. Globale Herausforderungen im
Bereich Ernährung
1.1 Ungerechte Ressourcenvertei-lung/Armutskrise
Von der weltweit landwirtschaftlich nutzbaren Fläche werden rund 70 % als Weideland und etwa 30 % als Ackerland genutzt. Von diesen 30 % Ackerland wiederum wird etwa ein Drittel (also 10 % der weltweiten Agrarfläche) zur Produktion von Futtermitteln verwendet, v. a. von Getreide und Soja. Also werden (mit den o. g. 70 % Weideland) insgesamt rund 80 % der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Erzeugung tierischer Lebensmittel genutzt [1]. Tierische Lebensmittel (ohne Fisch) tragen aber nur mit etwa 13 % zur weltweiten Energieversorgung bei – und mit etwa 28 % zur weltweiten Proteinversorgung [2]. Aus energetischer Sicht ist diese Umwandlung somit eine große Ressourcenverschwendung (sog. „Veredelungsverluste“). Das Welternährungsproblem ist folglich kein Produktionsproblem, sondern ein Nutzungs- bzw. Verteilungsproblem. Außerdem existiert bei der Verteilung des weltweiten Vermögens ein großes Gefälle: Etwa zwei Drittel der weltweiten Bevölkerung verfügen nur über 3 % des weltweiten Vermögens, während ein Drittel der Weltbevölkerung über 97 % des weltweiten Vermögens besitzt [3]. Dabei ist die Zahl der von Armut betroffenen Menschen in Sub-Sahara Afrika am größten, gefolgt von Südasien. Diese leben meist in ländlichen Gebieten und in Haushalten mit vielen Kindern, sie sind jung, bildungsfern und meist in der Landwirtschaft tätig. Armut und Unterernährung sind voneinander abhängig: Von Armut betroffene Menschen haben ein höheres Risiko für Unterernährung und Mikronährstoffdefizite [4].

1.2 Welthungerkrise
Insgesamt leiden weltweit mindestens zwei Milliarden Menschen an Mikronährstoffdefiziten [5]. Die meisten Hungernden leben auf dem Land – davon sind 50 % Kleinbauern und -bäuerinnen [6]. Insgesamt produzieren diese aber den größten Teil aller Lebensmittel, in Asien und Afrika rund 80 % – oftmals auf schlechterem und nicht bewässertem Land [7]. Sie könnten effizienter und sicherer wirtschaften, wenn sie ausreichenden Zugang zu produktiven Ressourcen
hätten, was aber z. B. durch Landnutzungskonflikte und Preispolitik erschwert wird. Außerdem nehmen Frauen eine Schlüsselrolle in der globalen Landwirtschaft ein – denn hauptsächlich Frauen versorgen ihre Familien mit Nahrung [7]. Jedoch sind 60 bis 70 % der unterernährten Menschen Frauen und Mädchen [6]. Zudem leidet weltweit etwa ein Drittel der Frauen im reproduktiven Alter an Anämie [8].

Den ganzen Artikel finden Sie in der Ausgabe 4/2017 der Zeitschrift Ernährung aktuell.

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