A
A
A

Ernährungspyramide

Aktualisierte D-A-CH Referenzwerte für Folat

Folat, die in der Nahrung vorkommende Form der Folsäure, dient im Körper vor allem als Überträger von Einkohlenstoffbausteinen z.B. bei der Biosynthese von DNA-Bestandteilen (Purinen und Pyrimidinen). Als solcher spielt sie auch eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des Foetus, woraus sich ein erhöhter Bedarf besonders in der frühen Schwangerschaft ergibt. Außerdem ist es neben anderen B-Vitaminen auch an der Umwandlung von Homocystein zu Methionin beteiligt. Hohe Homocysteinspiegel im Blut stellen einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen dar.

Generell wird die Zufuhr an Folat über die Nahrung oft als unzureichend angesehen. Wichtige Quellen sind vor allem grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide sowie Leber.

Andererseits ergaben Statusmessungen im Mittel eine bessere Versorgungslage als die niedrige Aufnahme vermuten ließe. Dies wurde bei der Überarbeitung der D-A-CH-Referenzwerte zur Folatzufuhr berücksichtigt. Basierend auf den neuen Empfehlungen für Erwachsene wurden auch die Werte für andere Personengruppen neu abgeleitet. Beibehalten wurde die Empfehlung einer zusätzlichen Zufuhr von 400 µg synthetischer Folsäure als Supplement für Frauen, die schwanger werden wollen oder können. Diese Empfehlung gilt auch für Schwangere im ersten Trimester.

 

Empfohlene Zufuhr an Folat (µg Folatäquivalenta/Tag)
Säuglinge  
0 bis <4 Monate 60
4 bis <12 Monate 80
Kinder  
1 bis <4 Jahreb 120
4 bis <7 Jahre 140
7 bis <10 Jahre 180
10 bis <13 Jahre 240
13 bis <15 Jahre 300
Jugendliche und Erwachsene  
15 bis <19 Jahrec 300
19 bis <65 Jahrec 300
65 Jahre und älter 300
Schwangerec 550
Stillende 450
a Berechnet nach der Summe folatwirksamer Verbindungen in der üblichen Nahrung (Folat-Äquivalente).
b Hierbei handelt es sich um Schätzwerte für gestillte Säuglinge.
c Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 µg synthetische Folsäure pro Tag in Form eines Präparats einnehmen, um Neuralrohrdefekten vorzubeugen. Diese zusätzliche Einnahme eines Folsäurepräparats sollte spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft anfangen und während des 1. Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden.

Eine ausführlichere Darstellung des Themas finden Sie im Beitrag zum Thema in der Ernährung Aktuell 02/2013. Mitglieder können diese im Mitgliederbereich herunterladen. Für interessierte Nichtmitglieder gibt es hier Informationen zum Abonnement der Zeitschrift.

 

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Folat. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße, 1. Auflage, 5., korrigierter Nachdruck, 2013.

Internet: http://www.dge.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=3&page=13 (Zugriff: Juni 2013)

7 Stufen zur Gesundheit –
die Österreichische Ernährungspyramide

Näheres zu den lebensmittelbasierten Empfehlungen finden Sie hier und unter www.bmg.gv.at