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Ernährungspyramide

Allgemeines zu den Referenzwerten

Referenzwerte zur Zufuhr von Energie und Nährstoffen werden von Ernährungsfachgremien wie den Ernährungsgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (D-A-CH) erarbeitet und herausgegeben, um Orientierungswerte für die adäquate Versorgung mit lebensnotwendigen Nahrungsbestandteilen zu geben. In ihrem Ursprung gehen sie auf die 1956 noch von der DGE allein unter dem Titel "Die wünschenswerte Höhe der Nahrungszufuhr" publizierte Sammlung zurück, welche seither regelmäßig überarbeitet wurden und ab 2000 als Gemeinschaftswerk der vier oben genannten Gesellschaften als D-A-CH Referenzwerte erscheinen.

Ziel war und ist es, nicht nur Mängeln vorzubeugen, sondern allgemein eine optimale Funktion des Körpers und gute Gesundheit zu gewährleisten.

Die Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr beruhen auf wissenschaftlich ermittelten Bedarfszahlen. Zu Letzteren liefert die durchschnittliche Aufnahme einer gesunden Population gute Anhaltspunkte, die jedoch mittels weiterer Methoden wie Bilanzstudien und der Messung biochemischer bzw. klinischer Versorgungsmarker bestätigt werden müssen. Des Weiteren müssen weitere Faktoren wie die Bioverfügbarkeit und das Vorliegen verschiedener chemischer Formen eines Nährstoffs berücksichtigt werden.

Werte für bestimmte Personengruppen, für die nicht genügend eigene Untersuchungen vorliegen, wie besonders Säuglinge und Kinder, werden in der Regel von den vorhandenen Daten (meist die für Erwachsene) unter Berücksichtigung des Körpergewichts und eventueller spezieller physiologischer Bedürfnisse abgeleitet.

Geht man von einer Normalverteilung des Nährstoffbedarfs aus, entspricht der durchschnittliche Bedarf der Nährstoffmenge, mit der die Hälfte der untersuchten Population adäquat versorgt ist. Erst durch Hinzufügen zweier Standardabweichungen wären statistisch etwa 98 % der Bevölkerung abgedeckt. Da der Nährstoffbedarf im Allgemeinen jedoch nicht normalverteilt ist, werden für die D-A-CH Empfehlungen Zuschläge von 20-30 % basierend auf einer angenommenen Streuung von 10-15 % des Bedarfs verwendet. Dies gilt allerdings nicht für die Richtwerte zur Energiezufuhr, welche dem mittleren Bedarf des Referenzkollektivs entsprechen, um einer Überversorgung vorzubeugen.

Neuere Forschungsergebnisse der letzten Zeit zeigen weitere gesundheitliche Effekte vieler Nährstoffe über die bislang bekannten physiologischen Wirkungen hinaus. Diese fließen aufgrund der oft noch spärlichen Datenlage allerdings nur begrenzt in die Erstellung von Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr mit ein.

Für einige Nährstoffe (u.a. Vitamin E, Vitamin K, einige Spurenelemente und n-3 Fettsäuren) fehlen bislang genaue Daten zum Bedarf, so dass hier nur Schätzwerte zur ausreichenden Zufuhr angegeben werden.

Schließlich werden für einige Nährstoffe und Nahrungsbestandteile Richtwerte als Orientierungshilfen angegeben, um gesundheitlichen Schäden durch eine zu geringe (Wasser, Ballaststoffe, Fluorid) oder zu hohe (Fett, Cholesterin, Alkohol, Kochsalz) Aufnahme vorzubeugen. Die Werte stellen in diesen Fällen untere bzw. obere Grenzwerte dar.

Die derzeitigen Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr werden durch epidemiologische Studien gestützt, die darauf hindeuten, dass die überwiegende Mehrheit der gesunden Bevölkerung bei Aufnahme dieser Mengen ausreichend versorgt ist.

Eine Übersicht der Zufuhrempfehlungen einzelner Nährstoffe finden Sie hier.

Unsere Mitglieder können die Zufuhrempfehlungen einzelner Nährstoffe auch im Mitgliederbereich unter D-A-CH-Suche abrufen.

Die aktuellste Version der D-A-CH-Referenzwerte kann zudem über unseren Bestellservice bezogen werden - für Mitglieder zum vergünstigten Preis!

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung. D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 1. Aufl., 5. korrigierter Nachdruck, Umschau Braus Verlag, Frankfurt a. M., 2013.

Elmadfa I, Leitzmann C. Ernährung des Menschen. 4. Aufl., Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2004.

Leschik-Bonnet E. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Von den Wurzeln bis heute. In: Referenzwerte für die tägliche Nährstoffzufuhr zwischen wissenschaftlicher Ableitung und praktischer Anwendung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2013. (erhältlich über unseren Bestellservice)

Oberritter H. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. In: Biesalski HK, Köhrle J, Schümann K (Hrsg.). Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2002.

7 Stufen zur Gesundheit –
die Österreichische Ernährungspyramide

Näheres zu den lebensmittelbasierten Empfehlungen finden Sie hier und unter www.bmg.gv.at