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Ernährungspyramide

Neue D-A-CH Referenzwerte für Vitamin D

2012 wurden die D-A-CH Referenzwerte für die Vitamin D-Zufuhr überarbeitet. Auch die neuen Referenzwerte zielen in erster Linie auf eine Beseitigung der Vitamin D-Unterversorgung und die Erreichung adäquater Vitamin D-Spiegel zur Verbesserung und Erhaltung der Knochengesundheit ab.

Obwohl Vitamin D vom Menschen unter UVB-Lichtexposition (Sonnenbestrahlung) selbst gebildet werden kann, wurde für den neuen Schätzwert für die Vitamin D-Zufuhr von 20 μg pro Tag davon ausgegangen, dass die körpereigene Synthese nicht zur Versorgung beiträgt. Tatsächlich ist sie stark von geographischen und klimatischen Bedingungen abhängig und schwer abschätzbar. In Deutschland und Österreich liegt der UV-Index während etwa 6 Monaten allerdings zu niedrig, um eine ausreichende Synthese sicherzustellen.

Besondere Risikogruppen für eine Unterversorgung sind zudem Personen mit niedriger oder fehlender Sonnenexposition (kaum Aufenthalt im Freien bzw. nur vollständig bekleidet), mit dunkler Hautfarbe (hoher Melaningehalt hemmt die Vitamin D Bildung sowie ältere Menschen ab 65 Jahren aufgrund der altersbedingten Abnahme der Eigensynthese. Bei diesen Menschen kann eine Supplementierung mit Vitamin D-Präparaten empfehlenswert sein, während die DGE eine generelle Anreicherung von Lebensmitteln nicht befürwortet.

Schätzwerte für eine angemessene Vitamin D-Zufuhr bei fehlender endogener Synthese in μg1/ Tag [1]
Säuglinge (0 - <12 Monate) 102
Kinder (1 - <15 Jahre) 203
Jugendliche und Erwachsene (15 - bis <65 Jahre) 203
Erwachsene ab 65 Jahren 203
Schwangere 203
Stillende 203

11 μg = 40 Internationale Einheiten (IE); 1 IE = 0,025 μg

2Der Schätzwert wird durch Gabe einer Vitamin D-Tablette zur Rachitisprophylaxe ab der 1. Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres bei gestillten und nicht gestillten Säuglingen erreicht. Die Gabe erfolgt unabhängig von der endogenen Vitamin D-Synthese und der Vitamin D-Zufuhr durch Frauenmilch bzw. Säuglingsmilchnahrungen. Die Prophylaxe sollte im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten weiter durchgeführt werden (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin).

3Die Vitamin D-Zufuhr über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln (1 bis 2 μg pro Tag bei Kindern, 2 bis 4 μg pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen) reicht nicht aus, um den Schätzwert für die angemessene Zufuhr bei fehlender endogener Synthese zu erreichen.

Die Differenz zum Schätzwert muss über die endogene Synthese und/oder über die Einnahme eines Vitamin D-Präparats gedeckt werden. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Vitamin D-Versorgung ohne die Einnahme eines Vitamin D-Präparats erreicht werden.

Eine detailliertere Darstellung finden Sie im Beitrag zu den neuen D-A-CH-Referenzwerten für die Vitamin D-Zufuhr in der Ernährung aktuell 01/2012, auf den unsere Mitglieder im Mitgliederbereich zugreifen können. Für interessierte Nichtmitglieder gibt es hier Informationen zum Abonnement der Zeitschrift.

Quellennachweis:

1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung (Hrsg.). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Vitamin D. 1. Auflage, 4., korrigierter Nachdruck, Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße, 2012.

Internet: www.dge.de/pdf/ws/Referenzwerte-2012-Vitamin-D.pdf (Zugriff:12.03.2012)

2. DGE. e.v. Neue Referenzwerte für Vitamin D. Pressemeldung 01/2012.

Internet: www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1193 (Zugriff:12.03.2012)

 

7 Stufen zur Gesundheit –
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