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Ernährungspyramide

Empfehlungen

Empfehlungen zur Krebsprävention

Diese Empfehlungen basieren auf dem Experten-Bericht 2007 des World Cancer Research Fund (WCRF UK) und des WCRF/AICR Continous Update Report

EMPFEHLUNG 1 - Körperfettmasse

Es wird empfohlen, so schlank wie möglich zu bleiben, und zwar innerhalb des normalen Körpergewichtbereichs

Persönliche Empfehlungen:

  • Das Körpergewicht sollte während der Kindheit und im Jugendalter im unteren Bereich des normalen BMI für 21-jährige liegen.
  • Das Körpergewicht sollte ab dem 21. Lebensjahr innerhalb des normalen Bereichs liegen.
  • Eine Zunahme des Körpergewichts und des Bauchumfangs ist im Erwachsenenalter zu vermeiden.

Begründungen: Die lebenslange Beibehaltung eines normalen Körpergewichts könnte eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Krebserkrankungen sein. Normales Körpergewicht schützt außerdem gegen eine Reihe anderer, häufig auftretender, chronischer Krankheiten.

Stärke der Evidenz
Körperfett
Überzeugend erhöhtes Risiko: Speiseröhre, Pankreas, Kolorektum, Brust nach Wechseljahren, Gebärmutterschleimhaut, Nieren
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Gallenblase
Begrenzt - vermulich erhöhtes Risiko: Leber
Wahrscheinlich verringertes Risiko: Brust vor Wechseljahren

Bauchfett
Überzeugend erhöhtes Risiko: Kolorektum
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Pankreas, Brust nach Wechseljahren, Gebärmutterschleimhaut

 

EMPFEHLUNG 2 - Körperliche Aktivität

Körperliche Aktivität sollte ein Teil des täglichen Lebens sein

Persönliche Empfehlungen:

  • Es wird empfohlen, mindestens 30 Minuten pro Tag moderat körperlich aktiv zu sein, vergleichbar mit schnellem Gehen.
  • Für eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit sollten 60 Minuten moderate oder 30 Minuten intensive körperliche Aktivität angestrebt werden.
  • Sitzende Akivitäten wie Fernsehen sollten begrenzt werden.

Begründungen: Die meisen Bevölkerungsgruppen, insbesondere solche, die in insdustrialisierter und städtischer Umgebung leben, sind körperlich weniger aktiv, als sie es naturgemäß sein sollten.

Stärke der Evidenz
Körperliche Bewegung
Überzeugend verringertes Risiko: Kolorektum, Körpergewichtszunahme, Übergewicht und Fettsucht
Wahrscheinlich verringertes Risiko: Brust nach Wechseljahren, Gebärmutterschleimhaut
Begrenzt vermutlich verringertes Risiko: Lunge, Pankreas, Brust vor Wechseljahren

Bewegungsarmut
Überzeugend erhöhtes Risiko: Körpergewichtszunahme, Übergewicht und Fettsucht

Fernsehen
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Körpergewichtszunahme, Übergewicht und Fettsucht

 

EMPFEHLUNG 3 - Lebensmittel und Getränke, die eine Körpergewichtszunahme fördern

Der Verzehr energiedichter Lebensmittel sollte begrenzt werden
Zuckerhaltige Getränke sind zu vermeiden

Persönliche Empfehlungen:

  • Es wird empfohlen, energiediche Lebensmittel nur selten zu verzehren.
  • Zuckerhaltige Getränke sind zu vermeiden.
  • "Fast Food" sollte, wenn überhaupt, nur selten verzehrt werden.

Begründungen: Der Konsum energiedichter Lebensmittel und gezuckerter Getränke nimmt derzeit weltweit zu und trägt vermutlich zum globalen Anstieg von Übergewicht bei.

Stärke der Evidenz
Lebensmittel, die tierische Fette enthalten
Begrenzt - vermutlich erhöhtes Risiko: Kolorektum

Energiedichte Lebensmittel und Fast Food
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Körpergewichtszunahme, Übergewicht und Fettsucht

 

EMPFEHLUNG 4 - Pflanzliche Lebensmittel

Es wird empfohlen, überwiegend pflanzliche Lebensmittel zu verzehren

Persönliche Empfehlungen:

  • Es wird empfohlen, mindestens fünf Portionen (mindestes 400 g) von verschiedenem, nicht stärkehaltigem Gemüse und von Obst pro Tag zu verzehren.
  • Relativ unverarbeitetes Getreide und/oder Hülsenfrüchte sollten zu jeder Mahlzeit gegessen werden.
  • Der Verzehr von stark verarbeiteten, stärkehaltigen Lebensmitteln sollte begrenzt werden.
  • Menschen, die stärkehaltige Knollenfrüchte als Grundnahrungsmittel verzehren, sollten sicherstellen, dass sie ausreichend nicht stärkehaltiges Gemüse und Obst sowie Hülsenfrüchte verzehren.

Begründungen: Eine umfassende Betrachtung der Daten zeigt, dass die meisten Kostformen, die gegen Krebserkrankungen schützen, überwiegend aus pflanzlicher Nahrung bestehen.

Stärke der Evidenz (Auszug)
Nicht stärkehaltige Gemüse
Wahrscheinlich verringertes Risiko: Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen
Begrenzt - vermutlich verringertes Risiko: Nasen-Rachen-Raum, Lunge, Kolorektum, Eierstöcke, Gebärmutterschleimhaut

Leguminosen
Begrenzt - vermutlich verringertes Risiko: Magen, Prostata

Früchte
Wahrscheinlich verringertes Risiko: Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Lunge, Magen
Begrenzt - vermutlich verringertes Risiko: Nasen-Rachen-Raum, Pankreas, Leber, Kolorektum

 

EMPFEHLUNG 5 - Lebensmittel tierischer Herkunft

Es wird empfohlen, den Verzehr von rotem Fleisch zu begrenzen und den Verzehr von verarbeitetem Fleisch zu vermeiden

Persönliche Empfehlung:

  • Menschen, die regelmäßig Fleisch verzehren, sollten nicht mehr als 500 g pro Woche essen; davon sollte sehr wenig, wenn überhaupt, verarbeitet sein.

Begründungen: Eine umfassende Betrachtung der Daten zeigt auch, dass viele Lebensmittel tierischer Herkunft einen wichtigen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten und gesundheitsförderlich sind, solange sie in mäßiger Menge verzehrt werden.

Stärke der Evidenz
Rotes Fleisch
Überzeugend erhöhtes Risiko: Kolorektum
Begrenzt - vermutlich erhöhtes Risiko: Speiseröhre, Lunge, Pankreas, Gebärmutterschleimhaut

Verarbeitetes Fleisch
Überzeugend erhöhtes Risiko: Kolorektum
Begrenzt - vermutlich erhöhtes Risiko: Speiseröhre, Lunge, Magen, Prostata

 

EMPFEHLUNG 6 - Alkohol

Empfohlen wird eine Begrenzung des Konsums alkoholischer Getränke

Persönliche Empfehlung:

  • Wenn alkoholische Getränke getrunken werden, sollte der Konsum auf nicht mehr als zwei Gläser pro Tag für Männer und ein Glas pro Tag für Frauen begrenzt werden.

Begründungen: Die Daten hinsichtlich Krebserkrankungen rechtfertigen die Empfehlung, keinen Alkohol zu trinken. Gleichzeitig legt weiteres Datenmaterial nahe, dass ein moderater Alkoholkonsum wahrscheinlich das Risiko der koronaren Herzkrankheit senkt.

Stärke der Evidenz
Alkoholische Getränke
Überzeugend erhöhtes Risiko: Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Kolorektum (Männer), Brust
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Leber, Kolorektum (Frauen)

 

EMPFEHLUNG 7 - Haltbarmachung, Verarbeitung, Zubereitung

Empfohlen wird eine Begrenzung des Salzkonsums
Der Verzehr von verschimmeltem Getreide oder Hülsenfrüchten ist zu vermeiden

Persönliche Empfehlungen:

  • Der Verzehr von gepökelten, gesalzenen oder salzigen Lebensmitteln ist zu vermeiden; Lebensmittel sollten ohne Salz haltbar gemacht werden.
  • Der Verzehr verschimmelter Getreide oder Hülsenfrüchte ist zu vermeiden.

Begründungen: Die überzeugendsten Daten über Maßnahmen zur Haltbarmachung, Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln zeigen, dass Salz und mit Salz haltbar gemachte Lebensmittel wahrscheinlich eine Ursache für Magenkrebs sind; Lebensmittel, die mit Aflatoxinen belastet sind, sind eine Ursache für Leberkrebs.

Stärke der Evidenz
Salz & Salzige/gesalzene Lebensmittel
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Magen

Gesalzene Fische
Wahrscheinlich erhöhtes Risiko: Nasen-Rachen-Raum

 Aflatoxine
Überzeugend erhöhtes Risiko: Leber



EMPFEHLUNG 8 - Nahrungsergänzungsmittel

Der Nährstoffbedarf sollte ausschließlich durch Lebensmittel gedeckt werden

Persönliche Empfehlung:

  • Nahrungsergänzungsmittel werden für die Krebsprävention nicht empfohlen.

Begründungen: Die Daten zeigen, dass hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sowohl vor Krebs schützen als auch Krebs begünstigen können. Diesbezügliche Studienergebnisse sind jedoch nicht auf die allgemeine Bevölkerung übertragbar, so dass insgesamt keine sichere Einschätzung des Nutzens und der Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln vorgenommen werden kann. Eine allgemeine Empfehlung, Nahrungsergänzungsmittel zur Prävention von Krebserkrankungen einzusetzen, könnte unerwartete und nachteilige Wirkungen mit sich bringen. Deshalb wird eine Erhöhung der Zufuhr relevanter Nährstoffe mittels der üblichen Kost vorgezogen.

 

Spezielle Empfehlung 1 - Stillen

Mütter sollten stillen; Säuglinge sollten gestillt werden

Persönliche Empfehlung:

  • Säuglinge sollten möglichst bis zu sechs Monaten ausschließlich gestillt werden; danach sollte mit der Einführung der Beikost begonnen werden.

Begründungen: Die wissenschaftlichen Daten für Krebs und andere Krankheiten zeigen, dass dauerhaftes, ausschließliches Stillen sowohl die Mutter als auch das Kind schützen.

Stärke der Evidenz
Stillen
Überzeugend verringertes Risiko: Brust
Begrenzt - vermutlich verringertes Risiko: Eierstöcke

Gestillt werden
Wahrscheinlich verringertes Risiko: Körpergewichtszunahme, Übergewicht und Fettsucht

 

Spezielle Empfehlung 2 - Krebsbetroffene

Es gelten die Empfehlungen zur Krebsprävention

Empfehlungen:

  • Krebsbetroffene sollten von ausgebildeten Ernährungsfachkräften betreut werden.
  • Wenn möglich (und wenn es keine andersartigen Empfehlungen gibt), sollten die Empfehlungen für Ernährung, gesundes Körpergewicht und körperliche Aktivität eingehalten werden.

Begründungen: Bis auf die hier dargestellten Einschränkungen war sich der Ausschuss einig, dass die Empfehlungen ebenfalls für Krebsbetroffene gelten. Es gibt jedoch bestimmte Umstände unter denen diese Empfehlungen nicht zutreffen, beispielsweise wenn eine Krebstherapie die Verdauungsfunktion beeinträchtigt hat.

 

Die deutsche Zusammenfassung des WCRF-Reports kann bei der ÖGE bestellt werden.

 

Nähere Informationen finden Sie hier.

 

© World Cancer Research Fund (WCRF)

7 Stufen zur Gesundheit –
die Österreichische Ernährungspyramide

Näheres zu den lebensmittelbasierten Empfehlungen finden Sie hier und unter www.bmg.gv.at