4. Pflichten des Unternehmens und der ÖGE

 

4.1. Pflichten des Unternehmens

  • Bereitstellung der mindestens 4-wöchigen Speisenpläne inkl. der Rezepturen, Zubereitungshinweisen und Nährwertberechnungen1, erstellt auf der Grundlage der D-A-CH Referenzwerte für die jeweilige Zielgruppe.
  • Wird bei den oben genannten Speisenplänen jener nährstoffoptimierten Menülinie(n), für die das ÖGE-Gütesiegel vergeben wurde, eine gravierende Veränderung2 vorgenommen, so verpflichtet sich das Unternehmen bzw. die jeweiligen Produktions- bzw. im geringen Umfang selbst produzierende Regenerierküche der ÖGE die aktuelle Version der Speisenpläne innerhalb von 2 Wochen zuzusenden.
  • Das Unternehmen verpflichtet sich, sicher zu stellen und auf Verlangen kostenlos nach zu weisen, dass die D-A-CH Referenzwerte inkl. der Zubereitungshinweise bei der/den nährstoffoptimierten Menülinie(n) in den jeweiligen Produktions- und Regenerierküchen eingehalten werden. Die entsprechenden Unterlagen (Speisenpläne, Rezepte und Zubereitungshinweise) sind mindestens 1 Jahr aufzubewahren.
  • Das Unternehmen schafft die Voraussetzungen (z. B. ungehinderter Zutritt, Anwesenheit eines kompetenten Ansprechpartners) für die reibungslose Abwicklung des Vor-Ort-Audits (Nachaudits) in der/den Produktions- bzw. Regenerierküche(n).
  • Das Unternehmen verpflichtet sich, sämtliche Werbemittel, Dokumente und sonstige Schriftstücke, auf denen das ÖGE-Gütesiegel (siehe unten) angebracht wird inkl. jener Informationen über die fachlich-wissenschaftlichen Hintergründe des ÖGE-Gütesiegels mit der ÖGE abzustimmen und diese vorab zur Genehmigung schriftlich einzureichen.
  • Das ÖGE-Gütesiegel muss vom Unternehmen auf den Speisenplänen oder Hinweistafeln im Bereich der Ausgabestelle so angebracht werden, dass eine unmissverständliche Kennzeichnung der einzelnen Speisen der nährstoffoptimierten Menülinie(n) gegeben ist.
  • Weiters müssen entsprechende Informationen über die nährstoffoptimierte (n) Menülinie(n) und deren fachlich – wissenschaftliche Hintergründe gut sichtbar im Bereich der Speisenausgabe oder im Gastbereich aufliegen.
  • Das Unternehmen verpflichtet sich, unsichere Lebensmittel im Sinne der VO (EG) Nr. 178/2002, Art. 19 an die zuständige Lebensmittelaufsichtsbehörde und an die ÖGE zu melden.
  • Das Unternehmen führt das ÖGE-Gütesiegel nur dann rechtmäßig, wenn die ÖGE-Gütesiegelkriterien in Eigenverantwortung durch das Unternehmen erfüllt werden.
  • Das Unternehmen verpflichtet sich auf Aufforderung durch die ÖGE jährlich gegebenenfalls eine aktualisierte Liste der Regenerier- und Ausgabenküchen zu übermitteln, die als Basis für die stichprobenartigen Audits dient.

 

4.2.Pflichten der ÖGE

Die ÖGE setzt zur Abwicklung sämtlicher im Rahmen des ÖGE-Gütesiegels notwendigen Prozesse in ausreichender Anzahl kompetentes und wie folgt qualifiziertes Personal ein.

 

Qualifikation der Leitung der ÖGE-Gütesiegelstelle (Geschäftsführung der ÖGE)

  • Abgeschlossenes Studium der Ernährungswissenschaften inkl. mehrjährige Berufserfahrung und
  • Abgeschlossene Berufsausbildung zum Koch inkl. nachgewiesener einschlägiger mehrjähriger Praxiserfahrung.

 

Qualifikation der Auditoren und Auditorinnen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung zum/zur diätetisch geschulten Koch/Köchin inkl. nachgewiesener einschlägiger mehrjähriger Praxiserfahrung und/oder
  • Abgeschlossene ernährungsphysiologische Fachausbildung (Diaetologe/ Diaetologin), Ernährungswissenschafter/-in oder entsprechend approbierte Ausbildungen) inkl. nachgewiesener einschlägiger mehrjähriger Praxiserfahrung und
  • Gute Kenntnisse im Umgang mit Nährwertdatenbanken (verpflichtend DGEEXPERT, DGE-PC professional und/oder nut.s nutritional.software).
    Die Auditoren und Auditorinnen werden in regelmäßigen Abständen zu Inhalten des ÖGE-Gütesiegelverfahrens und der Nährwertberechnung geschult. Die Verwendung als Auditor/in im Rahmen des ÖGE-Gütesiegelverfahrens ist an die erfolgreiche  Absolvierung einer Prüfung gebunden, die alle drei Jahre zu wiederholen ist.
    Die Unabhängigkeit der Auditoren und Auditorinnen ist durch den Umstand gewährleistet, dass deren Nominierung durch die Arbeiterkammer Wien (AK Wien), einer gegenüber der ÖGE und den Gütesiegel werbenden Unternehmen unabhängigen Institution, erfolgt.
    Die Auditoren und Auditorinnen sind über Feststellungen und Beobachtungen, die im Rahmen eines ÖGE-Gütesiegelverfahrens gemacht werden, gegenüber Außenstehenden zur Verschwiegenheit verpflichtet.
  • Jährliche Überprüfung der Speisenpläne, Rezepturen und Zubereitungshinweise und Plausibilitätsprüfung des/der vom Unternehmen und/oder der Produktions- und Regenerierküche(n) eingereichten 4-Wochen-Speisenplanes/Speisenpläne.
  • Jährlich wird ein Vor-Ort-Audit in den aufgeführten Produktionsküchen bzw. sämtliche Regenerierküchen durchgeführt, sofern es sich bei den Regenerierküchen um nicht mehr als 10 Küchen handelt.
    Dabei wird auf der Grundlage der Checkliste für Audits die Überprüfung der Umsetzung jener Speisenpläne in der Speisenproduktion durchgeführt, für die das Unternehmen das ÖGE-Gütesiegel verliehen bekommen will.
  • In sämtlichen aufgeführten Regenerier- bzw. ausschließlichen Ausgabeküchen (jährliche Aktualisierung in gegenseitiger Absprache), die von einer jährlich auditierten Produktionsküche beliefert werden, erfolgt bei mehr als 10 Regenerier- bzw. Ausgabeküchen stichprobenartig auf der Basis der DIN ISO 2859 (AQL 1,0, Prüfniveau 2) ein Vor-Ort-Audit auf der Grundlage der Checkliste für Audits.
  • Die Aufrechterhaltung des ÖGE-Gütesiegels ist dann gegeben, wenn das Verfahren zur Aufrechterhaltung des ÖGE-Gütesiegels 1 x pro Kalenderjahr positiv durchlaufen wird.
  • Die ÖGE händigt dem Unternehmen mit der erstmaligen Überreichung des Dekretes bei der Verleihung des ÖGE-Gütesiegels folgendes Informationsmaterial aus:
    - 1 Plexiglasschild mit dem ÖGE-Gütesiegel
    - Pro Produktions- bzw. Regenerierküche, in denen Speisen nach den Kriterien des ÖGE-Gütesiegels hergestellt bzw. in Verkehr gebracht werden, ein Dokument, mit dem die ÖGE-Gütesiegelvergabe bestätigt wird.
  • Änderungen der Kriterien zur Erlangung des ÖGE-Gütesiegels werden dem Unternehmen rechtzeitig schriftlich zur Kenntnis gebracht. Die so dem Unternehmen übermittelten Änderungen werden damit automatisch Bestandteil des vorliegenden Vertrages.

1 Unter Nutzung der Computerprogramme DGE-PC professional und/oder nut.s nutritional.software. Andere Nährwertberechnungsprogramme, die inhaltlich diesen Programmen entsprechen, können ausschließlich nach Bewertung und nachfolgender Genehmigung durch die ÖGE vom Unternehmer verwendet werden. Die im Rahmen dieses Bewertungsverfahrens anfallenden Kosten werden vom Unternehmen getragen.

2 Eine gravierende Veränderungen bedeutet: Austausch von mindestens vier Menükomponenten während eines vierwöchigen Menüzyklus. Dies gilt besonders für den Austausch von vegetarischen Komponenten gegen Komponenten mit tierischem Eiweiß. Davon unberührt bleibt der Austausch von Lebensmitteln im Zuge der Speisenherstellung auf der Basis der „Austauschtabelle“.

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