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Ernährungspyramide

2011

Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Bedeutung von biologischen Lebensmitteln

Statement der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung

Nach wie vor fehlen evidenzbasierte Daten bezüglich der besseren ernährungsphysiolo-gischen Qualität biologisch erzeugter Lebensmittel. Die überwiegende Mehrheit der Konsumenten ist von Qualitätsunterschieden zwischen Produkten aus traditioneller und biologischer Landwirtschaft überzeugt. Verbraucher verbinden mit dem Begriff Bio meist Positives wie mehr Frische, besseren Geschmack, weniger Pestizidrückstände, Gentechnikfreiheit und artgerechte Tierhaltung, aber auch höhere Nährstoffgehalte sowie weitere gesundheitsförderliche Effekte.
In den Jahren 2009 und 2010 wurden zwei interessante systematische Reviews veröffentlicht, die sich mit der ernährungsphysiologischen Qualität und den nährstoffbezogenen gesundheitlichen Effekten von Bio-Lebensmitteln befassten.

Ernährungsphysiologische Unterschiede nicht relevant

Bei der ernährungsphysiologischen Beurteilung von Bioprodukten wird oft ein höherer Gehalt an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, Vitamin C, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie ein besseres Fettsäuremuster genannt. In einer Studie etwa enthielten organisch angebaute Tomaten signifikant höhere Level der Flavonoide Quercetin, Naringenin und Kampferol. Zahlreiche Studien konnten jedoch weder einen Unterschied im Gehalt an Vitamin C noch an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln belegen. Es gibt allerdings Hinweise auf einen Einfluss des Reifeprozesses, des Standorts, der Saison und der Sorte.

Laut einem systematischen Review von Dangour et al. von 2009 (qualitative Auswahl von 55 Studien aus über 52.471 Publikationen im Zeitraum 1958 bis 2008) weisen Feldfrüchte aus biologischem Anbau einen höheren Gehalt an Phosphor und titrierbaren Säuren auf. Hingegen fanden sich in Nutzpflanzen aus konventionellem Anbau höhere Stickstoffgehalte.

Diese Ergebnisse werden auf die Verwendung von unterschiedlichen Düngern bzw. den Reifegrad bei der Ernte (Säuregehalt) zurückgeführt und haben in den angegebenen Konzentrationen keine gesundheitliche Bedeutung. Die Autoren konnten in ihrer Auswahl an Studien keine eindeutigen Hinweise auf einen höheren Nährstoffgehalt, wie Vitamin C und Magnesium, finden.

Ein weiterer Review dieser Forschungsgruppe brachte keine evidenten Hinweise auf einen Einfluss biologisch produzierter Lebensmittel auf die Gesundheit. Berücksichtigt wurden dabei 12 Studien aus 98.727 Beiträgen im Zeitraum von 1958 bis März 2010. Eine der Studien zeigte bei strikter biologischer Ernährung ein verringertes Risiko für Ekzeme bei Kindern. In einer anderen Studie wurden bei Frauen, die sich fast ausschließlich von biologischen Lebensmitteln ernährten, höhere Linolsäuregehalte in der Muttermilch gefunden.

Den ganzen Artikel finden Sie in der Ausgabe 2/2011 der Zeitschrift Ernährung aktuell.

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