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Ernährungspyramide

2009

Vom richtigen Zeitpunkt – Einfluss chronobiologischer Rhythmen auf Energiebilanz und Körpergewicht

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Übergewicht und Adipositas stellen weltweit eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme dar und sind häufig assoziiert mit Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechsel-störungen, Bluthochdruck, Arteriosklerose sowie einem höheren Risiko für gewisse Krebsarten. Dem Kampf gegen die drastische Zunahme des Übergewichts wird daher vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt. In den meisten Fällen entsteht ein zu hohes Körpergewicht aus einer positiven Energiebilanz, bedingt durch eine exzessive Zufuhr energiereicher Lebensmittel und Getränke sowie mangelnder körperlicher Aktivität. Neben diesen Hauptdeterminanten spielen aber auch noch weitere Einflussfaktoren, wie z. B. eine genetische Prädisposition, eine Rolle. Viele biologische Vorgänge unterliegen bestimmten zeitabhängigen Rhythmen und so wurde gemutmaßt, dass solche auch auf die Verwertung der Nahrung und die Regulation des Körpergewichts Einfluss nehmen könnten.

In der Tat wird der natürliche zirkadiane Rhythmus durch die moderne Lebensweise, die es ermöglicht und immer häufiger auch verlangt, zu jeder Uhrzeit aktiv sein zu können, durcheinander gebracht. Gleichzeitig treten Übergewicht und so genannte Zivilisationskrankheiten in den letzten Jahrzehnten vermehrt auf. Interessanterweise scheinen Störungen des zirkadianen Rhythmus mit einer Reihe von Erkrankungen in Verbindung zu stehen.

Das zirkadiane System

Zwar konnten für viele Gewebe und Organe eigene Zeitrhythmen nachgewiesen werden, das Zentrum für die Steuerung des zirkadianen Systems liegt aber im Suprachiasmatischen Nucleus (SCN) des Hypothalamus. In der Terminologie der Chronobiologie wird der SCN als Hauptoszillator bezeichnet, in der englischsprachigen Literatur wird von Master Clock gesprochen und in der populärwissenschaftlichen Ausdrucksweise wird der Begriff innere Uhr verwendet. Der endogene, autonome Rhythmus, der von der inneren Uhr ausgeht, hat eine Periodenlänge von etwa 24-25 Stunden. Durch sogenannte Zeitgeber, insbesondere dem Hell/Dunkel Wechsel, aber auch die regelmäßige Nahrungsaufnahme oder soziale Aktivitäten, wird der Rhythmus des SCN auf exakt 24 Stunden eingestellt. Vom SCN werden die Information an die diversen peripheren Organe über das vegetative Nervensystem, aber auch verschiedene Peptide und Hormone, übermittelt. Auf molekularer Ebene kommt es zu einer rhythmischen Expression einer Reihe von Clock genes. Diese finden sich in vielen Geweben und beeinflussen dort die Ausschüttung von Transkriptionsfaktoren, Hormonen und Neurotransmittern und sind somit auch in die chronobiologische Regulierung des Stoffwechsels involviert.

Den ganzen Artikel finden Sie in der Ausgabe 4/2009 der Zeitschrift Ernährung aktuell.

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Eikonsum schädlich?

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Die Debatte rund um den Eikonsum und kardiovaskulären Erkrankungen wird immer wieder aktuell. Dabei wird oft vergessen, wieviele wertvolle Inhaltstoffe unter der harten Schale stecken.

Der Eikonsum der Österreicher liegt laut dem österreichischen Ernährungsbericht 2008 über den Empfehlungen der Fachgesellschaften, Eier in Maßen zu genießen. Laut DGE-ÖGE Ernährungskreis sind dies pro Person drei Eier wöchentlich, inklusive der verarbeiteten Eier, die zum Beispiel in Nudeln oder Kuchen zu finden sind. Der tatsächliche Verzehr liegt zwischen 4 bis 5 Eiern pro Person pro Woche. Was macht das Ei zu einem so beliebten Lebensmittel?

Wertvolle Inhaltsstoffe

Das Ei hat viel zu bieten:

Eier sind eine hervorragende Quelle für tierisches Eiweiß. Das Protein des Hühnereis weist mit 100 die höchste biologische Wertigkeit auf, die ein einzelnes Lebensmittel erreichen kann. (zur Info: Die biologische Wertigkeit sagt aus, wie viel Gramm Körperprotein aus 100g Nahrungsprotein gebildet werden können.) Durch Kombination von Lebensmitteln unterschiedlicher biologischer Wertigkeit, kann diese insgesamt erhöht werden. Kartoffeln mit Spiegelei erreichen beispielsweise eine biologische Wertigkeit von 136.

Die Vielzahl an Mikronährstoffen, die vor allem im Eigelb lokalisiert sind, machen das Ei zu einem der nährstoffreichsten Lebensmittel. Es enthält alle Vitamine und Mineralstoffe in nennenswerten Mengen (ausgenommen Vitamin C). Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Vitamin A, D und B12.

Nährstoffe

100g Hühnerei

 Protein  12,5 g
 Fett  11,4 g
 Cholesterin  396 mg
 Vitamin A  276 µg
 Vitamin D  2,9 µg
 Vitamin E  2,3 µg
 Vitamin K  8,9 µg
 Vitamin B2  408 µg
 Vitamin B6  77 µg
 Vitamin B12  1,9 µg
 Folsäure  67 µg
 Kalium  147 mg
 Magnesium  11 mg
 Calcium  51 mg
 Eisen  1,8 mg

 Jod

 9,4 µg

Fett ist im Eiklar nur in Spuren, im Dotter dagegen in Verbindung mit Lecithin und Cholesterin reichlich vorhanden. Cholesterin genießt keinen guten Ruf, obwohl es im menschlichen Körper eine unentbehrliche Rolle spielt, da es bei vielen essenziellen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. (FAQ Cholesterin)

Eikonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Ei hat mit 396 mg pro 100 g einen verhältnismäßig hohen Cholesteringehalt im Vergleich zu anderen Lebensmitteln und wird daher bei erhöhtem Cholesterinspiegel oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gerne zur Verantwortung gezogen.

Die Physicians Health Study bestätigt, dass kein direkter Zusammenhang zwischen häufigem Eikonsum und dem Auftreten von Herzinfarkten oder Schlaganfällen besteht. Es zeigte sich aber ein signifikanter Einfluss des Eikonsums auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität [2]. Die Auswirkungen auf die Serumlipide bei vermehrter Cholesterinzufuhr durch Eikonsum konnten ebenfalls nicht bewiesen werden. Die Menge an Cholesterin, die sich in einem Ei befindet, würde das Serum-LDL-Cholesterin nur geringfügig erhöhen [5]. Hingegen wirkt sich eine schlechte Fettsäurenzusammensetzung bei der Nahrungsaufnahme (hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren und niedrige Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren) eher ungünstig auf die Serumlipide aus. Auch andere Faktoren, wie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, die oft mit vermehrtem Eikonsum vergesellschaftet sind, beeinflussen das kardiovaskuläre Risiko.  Noch dazu ist der Einfluss von Nahrungs-Cholesterin auf die Serumlipide sehr heterogen [7].

Die österreichischen Kinder und Jugendliche, Erwachsene, Senioren sowie Schwangere nehmen nur ca. 23-30 % der Gesamtcholesterinaufnahme durch Eier auf. Daher tragen Eier nur marginal zur Cholesterinaufnahme bei [3]. Eine unausgewogene Ernährung reich an tierischen Lebensmitteln und arm an pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sowie Bewegungsmangel führen eher zu hohen Blutfettwerten als ein einziges cholesterinreiches Lebensmittel.

Im Kontext einer ausgewogenen Ernährung ist es durchaus vertretbar kurzfristig mehr Eier als sonst zu konsumieren.

©  ÖGE (04/2009)

 

Quellennachweis

[1]DGE. Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. 1. Auflage, 2004.

[2]DJOUSSE L, GAZIANO M. Egg Consumption and Risk of Heart Failure in the Physicians’ Health Study. Circulation 2008, 117:512-516.

[3]ELMADFA I, FREISLING H, NOWAK V, HOFSTÄDTER D, et al. Österreichischer Ernährungsbericht 2008. 1. Auflage, Wien, März 2009.

[4]ELMADFA I, LEITZMANN C. Ernährung des Menschen. 4. Auflage, UTB, Stuttgart, 2004.

[5]HEGSTED D-M et al. Dietary fat and serum lipids: an evaluation of the experimental data. Am J Clin Nutr 1993, 57:875.

[6]LEBENSMINISTERIUM. Lebensmittelbericht 2008. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Wien, Dezember 2007.

[7]SOUCI S-W, FACHMANN W, KRAUT H. Food Composition and Nutrition Tables. 7. Auflage, MedPharm Scientific Publishers, Stuttgart, 2008.

[8]STULNIG T. Eikonsum ist schädlich – oder? Nutrition News 2008, 12:21-22

Der European Nutrition and Health Report 2009

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Ernährungsberichte werden inzwischen in vielen Ländern in regelmäßigen Abständen herausgebracht, mit dem Ziel die nationale Ernährungssituation zu charakterisieren, Missstände aufzuzeigen und Ansatzpunkte für Interventionsprogramme zu liefern. Mit dem Zusammenwachsen von Europa ist dies jedoch auch für den gesamten Europäischen Raum von Interesse, um u. a. Vergleiche zwischen einzelnen Ländern und Regionen zu ermöglichen. Nicht zuletzt gehen auf die Verbesserung der Gesundheit abzielende Projekte vermehrt von der Europäischen Union aus. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde 2004 mit dem European Nutrition and Health Report (ENHR) gesetzt, an dem sich neben dreizehn EU-Mitgliedern auch Norwegen beteiligte.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Erfassung regionaler Unterschiede. Dazu wurden die Teilnehmerstaaten auf vier Regionen verteilt: Der NORDEN umfasste Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und die drei baltischen Staaten, der WESTEN Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Irland und die Niederlande, der SÜDEN Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern, während Österreich, Deutschland, Polen, Rumänien, Slowenien, Ungarn und die Tschechische Republik ZENTRAL- UND OSTEUROPA repräsentierten.

In Hinblick auf die Lebensmittelauswahl waren einige regionale Charakteristika auszumachen: So zeichnete sich der Süden durch einen hohen Verbrauch und Verzehr an Obst und Gemüse, Pflanzenöl und Fisch aus, im Norden war Letzterer zwar auch höher als im Westen und Zentral- und Osteuropa, Obst und Gemüse wurden hier jedoch deutlich weniger konsumiert. Auf nationaler Ebene erreichten dagegen nur vier Staaten (Polen, Deutschland, Österreich und Italien) die empfohlene tägliche Zufuhr von 400 g Obst und Gemüse, darunter nur einer aus dem Süden.

Den ganzen Artikel finden Sie in der Ausgabe 3/2009 der Zeitschrift Ernährung aktuell.

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Positionspapier der ÖGE zur gesundheitlichen Bedeutung der Fettqualität in der Ernährung

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Die Rolle der Ernährung in der Entwicklung und Reifung des Immunsystems

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Die bedeutende Rolle der Ernährung auf die Immunabwehr ist allgemein bekannt. Dies ist nicht nur in Hinblick auf eine Optimierung der immunologischen Funktionen und damit einer Unterstützung und Stärkung der Infektabwehr von Bedeutung, sondern auch vor dem Hintergrund eines zunehmenden Auftretens allergischer Erkrankungen, von denen viele mit Lebensmitteln in Verbindung stehen. Die Grundlagen der Immunfunktion werden im frühen Kindesalter geprägt. Insofern wird der Ernährung von Säuglingen, insbesondere der Beikost, eine wesentliche Rolle beigemessen.
Neuere Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass bisherige Annahmen und Theorien zur Entstehung von Allergien überdacht werden müssen. Hintergründe hierzu wurden im Rahmen des 35. Internationalen Pädiatrischen Symposiums vorgestellt, welches vom 21. bis 24. Januar 2009 im Österreichischen Obergurgl abgehalten wurde.

Die Entwicklung des Immunsystems

Das Immunsystem von Neugeborenen ist noch nicht ganz vollständig entwickelt. Während die meisten Zellen bereits in utero angelegt werden und spätestens in den ersten Lebenswochen ihre volle Funktionstüchtigkeit erlangen, ist ihre weitere Reifung von der Begegnung mit Fremdantigenen abhängig. Der Fötus besitzt noch keine Darmflora. Erst durch den Kontakt mit der Haut und Schleimhaut der Mutter während der Geburt, der Aufnahme von Muttermilch und weitere Umwelteinflüsse wird diese aufgebaut und wandelt sich im weiteren Leben, wobei die Ernährung eine große Rolle spielt. Eine komplexere und stabilere Flora, wie sie beim Erwachsenen vorherrscht, findet man erst ab einem Alter von zwei bis vier Jahren [1,2]. Dennoch kann sich auch diese im Lauf des weiteren Lebens noch verändern. Unterschiedliche Ernährungsweisen können die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen [3], obwohl manche Studien keine Zusammenhänge finden konnten [4].
 
 
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Der Österreichische Ernährungsbericht 2008

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Der „Österreichische Ernährungsbericht 2008“, welcher am 23. März 2009 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, setzt die mit den Österreichischen Ernährungsberichten von 1998 und 2003 begonnene Ernährungs-berichterstattung fort.

Das Department für Ernährungs-wissenschaften der Universität Wien (Projektleiter: Prof. I. Elmadfa) wurde vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend mit der Durchführung dieses Projekts beauftragt. Unterstützung bei der Planung und Auswertung der Feldstudien sowie bei den laborchemischen Untersuchungen ausgewählter Lebensmittel kam von der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES).

Inhalte des Österreichischen Ernährungsberichts 2008

Einen Schwerpunkt bildet das Kapitel über den Ernährungszustand verschiedener Bevölkerungsgruppen in Österreich. Vergleiche zur Situation der vorangegangenen Jahre liefern Hinweise, ob sich die Ernährungssituation verbessert oder verschlechtert hat, insbesondere in Hinblick auf

  • Prävalenz von Übergewicht und Adipositas
  • Verzehr ausgewählter Lebensmittelgruppen (z. B. Obst und Gemüse)
  • Risikonährstoffe

Die Qualität besonderer Lebensmittelgruppen mit neuen aktuellen Schwerpunkten, wie z.B. Fertiggerichte und „Low calorie diets" sowie Aspekte der Lebensmittelsicherheit werden auch diesmal wieder ausführlich behandelt.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Außer-Haus-Verzehrs und der Gemeinschaftsverpflegung widmet sich ein Kapitel der Qualität dieser Nahrungsquellen. Dabei wird besonders auf die Verpflegung in Betrieben, Universitäten, Seniorenwohnheimen und Schulen eingegangen. Ein Kapitel über Public Health / Gesundheitsförderung / Prävention behandelt die Entwicklung der Lebenserwartung und der Mortalität in Österreich und Zusammenhänge zwischen Ernährung und bestimmten chronischen Erkrankungen. Ansatzpunkte und Ausbildungsmöglichkeiten für „Public Health Nutrition" in Österreich werden ebenfalls vorgestellt.
 

Den ganzen Artikel finden Sie in der Ausgabe 1/2009 der Zeitschrift Ernährung aktuell.

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Bestellmöglichkeiten des Österreichischen Ernährungsberichts 2008:
Bundesministerium für Gesundheit
Telefon: 0810/81 81 64
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">'+addy_text57263+'<\/a>'; //-->
Internet: http://www.bmg.gv.at  über Service

ÖGE-Geschäftsstelle
Telefon: 01/714 71 93
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">'+addy_text77471+'<\/a>'; //-->
Internet: http://www.oege.at über Bestellservice

7 Stufen zur Gesundheit –
die Österreichische Ernährungspyramide

Näheres zu den lebensmittelbasierten Empfehlungen finden Sie hier und unter www.bmg.gv.at