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Ernährungspyramide

Inhalt

Heft 4/2016

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Hülsenfrüchte im Trend / ÖGE-JAHRESTAGUNG 2016: Vorwort / Abstracts zu den Vorträgen / Posterabstracts / Essen und Verantwortung: Wer stellt die Weichen?

Heft 3/2016

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Dynamische Methoden in der sensorischen Lebensmittelanalyse / Welche Gesundheitsförderungsmaßnahmen für vier- bis zehnjährige Kinder werden in Österreich gebraucht / "AGES Hygienestudie" Kühlschranktemperatur, Händewaschen und Transport - ergänzende Überlegungen / Mediterrane Ernährung / Diabetes mellitus Typ 2 - Lebensstilbasierte Risikofaktoren und Krebs / Nudging: Schubser in die richtige Richtung / Neue Medien

Heft 2/2016

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Quecksilber in der Umwelt und in der Lebensmittelkette / Hygienische Aspekte bei Fang, Schlachtung und Verarbeitung von Fischen / ÖGE Symposium "Fisch und Fleisch" Abstracts / "Alles Diäto-Logisch?" / ÖGE Sektion Süd - Frühjahrstagung - "Lebensmittelsicherheit"

Heft 1/2016

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Insekten - Genuss oder genießbar? / Der Glutamat-Gehalt in Convenience-Produkten - gesundheitsschädlich, ja oder nein? / Warum ist Carrageen als Zusatzstoff in SChlagobers vorhanden? / Gezuckerte Softdrinks - Im Zentrum der Forschung / Glutenfreie Lebensmittel / Neue Medien

Heft 4/2015

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TTIP - EU und USA verhandeln Freihandelsabkommen / ÖGE-JAHRESTAGUNG 2015: Vorwort / Abstracts zu den Vorträgen / Posterabstracts / Ab welcher Menge wird Alkoholkonsum zum Problem? / Neue Medien

Heft 3/2015

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Training und Ernährungsoptimierung bei gebrechlichen mangelernährten
Personen durch geschulte Laien (Buddies) / Mikrobiologische Gefahren und pflanzliche Lebensmittel / Neue Erkenntnisse zur Aufklärung der Funktion des Geruchsinnes / Chia (Salvia hispanica L.) als Zutat für glutenfreie Backwaren / Nutrition goes omics –  Schein oder Sein? / Rückblick Symposium „Milch und Alternativen“ / Neue Medien

Heft 2/2015

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Auslaufen der Milchquoten / Ernährung in der Stillzeit/Beikostalter / Abstracts "Milch und Alternativen" / Elternfragebogen Ernährung von Kleinkindern / Rückblick Fachtag Ernährung 17.04.2015 / Neue Medien

Heft 1/2015

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Risikobewertung zur HCB Belastung in Lebensmitteln im Görtschitztal / Lebensmittelsicherheit in der EU Wer macht was in Europa? / Endokrin wirksame Substanzen / D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – aktualisierte Neuauflage / Perioperatives Ernährungsmanagement – Theorie und Praxis am Beispiel des St. Josef-Krankenhauses / Neue Erkenntnisse zu den Grundgeschmacksarten / ÖGE Sektion Süd Frühjahrssymposium 2015 „Fleisch oder nicht Fleisch – ist das die Frage?" / ÖGE Symposium 2015 „Milch und Alternativen“

Heft 4/2014

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Krafttraining, Gedächtnistraining und Ernährung bei institutionalisierten
Hochbetagten – Forschungsplattform „Active Ageing“ / Alptraum Antibiotikaresistenzen - Antibiotikaresistenzgene als Umweltkontaminanten / Nicht geregelte Fremdstoffe in Trinkwasser / Ernährung im Kleinkindalter / Stopp Generation XXL - Prävention von Adipositas im frühen Kindesalter / Elektronischer Diabetescoach – Einkaufsberater für Senioren und Seniorinnen mit Diabetes mellitus Typ 2 / ÖGE-Jahrestagung Rücblick und NEWS von der ÖGE

Heft 3/2014

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Risikolandkarte - Priorisierung von Risiken entlang der Lebensmittelkette / Ergebnisse und Lessons Learned der qualitativen Evaluierung der Initiative „Unser Schulbuffet“ / Nano-Metalle in Lebensmittelkontaktmaterialien –
Anwendung, Untersuchung von Lebensmittelsimulanzien und Bewertung / ÖGE-Symposium 2014 - „Allergenmanagement und Nährwertberechnungen – Neue Herausforderungen in der Gemeinschaftsverpflegung“
Abstracts zum Programm / Veranstaltungsankündigung: ÖGE Jahrestagung 2014 „Die Rolle der Ernährung in der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention“

Heft 2/2014

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Ernährung und Regeneration im Sport / Fast Food-Konsum und Body Mass Index / Campylobacter – Peak im Sommer / Initiative „Unser Schulbuffet“ / Gesunder Kindergarten in Wien /Veranstaltungsankündigung: ÖGE-Symposium Allergenkennzeichnung

Heft 1/2014

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Allergenmanagemant in der Gastronomie / Kennzeichnung von Allergenen in der GV / Allergenmanagement in der GV / Cadmium in Lebensmitteln / Epic Soft / ÖGE Sektion Süd-Frühjahrstagung 2014 / Neue Medien

Heft 4/2013

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Versteckter Alkohol in Lebensmitteln / Bisphenol A / Chia / ÖGE-Jahrestagung 2013 / Neue Medien

Heft 3/2013

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Fötale Programmierung / Diabetes mellitus Typ 2 / NAP.e 2013 / WiNKi / Multiple Sklerose / Vorstellung IFA-ISEKI / Gütezeichen / Neue Medien

Heft 2/2013

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Bilirubin: Gesund durch ausreichend Gallenfarbstoffe / Neue D-A-CH-Referenzwerte für Calcium und Folat / Nationaler Aktionsplan Bewegung - eine bewegende Gesamtstrategie für Österreich / Empfehlungen zum Kuhmilchkonsum im ersten Lebensjahr / Der Täuschungsschutz im Lebensmittelrecht / Evaluierung des Tiroler Ernährungsführerscheins

 

Das IfEW der Universität Wien startet die nächste Humanstudie zum Thema Bilirubin und sucht hierfür noch Probandinnen und Probanden.

 

Mehr zum Hintergrund erfahren Sie hier: http://medienportal.univie.ac.at/uniview/forschung/detailansicht/artikel/bilirubin-gesund-durch-gallenfarbstoffe/

 

Heft 1/2013

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Richtig essen von Anfang an / Kohlenhydrate und Ballaststoffe / Deutscher Ernährungsbericht 2012 / Wissen zum Thema Lebensmittelsicherheit / Kongress Adipositas und Ernährung

Heft 4/2012

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NanoInformationsPortal NIP/ ICC-Jahrestagung: Fett, Zucker und Salz in Getreideprodukten. Ist weniger mehr?/ Sportliche Übergewichtige versus untrainierte Schlanke?/ Ernährungssituation und Gewichtsentwicklung von Vorschulkindern

Heft 3/2012

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Der Österreichische Ernährungsbericht 2012/ Stevia und Steviolglycoside/ Antioxidantien im Sport/ Bewegung und Sportunterricht an europäischen Schulen/ 13. Dreiländertagung 2012

Heft 2/2012

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Wie teuer kommt uns eine ausgewogene Ernährung? / European Food Framework - das österreichische Pilot Projekt / Protektive Wirkung von Kaffee / " Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten" / Vorausschauende Mahlzeiten und Einkaufsplanung / Neue Erkenntnisse zum Schutzfaktor HDL- Cholesterin

Heft 1/2012

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Nationaler Aktionsplan Ernährung 2012 / Neue D-A-CH- Referenzwerte für Vitamin D / Gesundheitliche Aspekte von Tiermilchkonsum bis zum Ende des 3. Lebensjahres / Getreidearten - Teil 2 / Health Claims bei Nahrungsergänzungsmitteln / Diabetes mellitus Typ 1 - Zuckersüß ein Leben lang!

Heft 3/2011

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Hypertonie und Ernährung / Lebensmittelkennzeichnung - neue Vorschriften / "Sprich Brot!" - Die Österreichische Brotansprache - Kurztext / Getreidearten - Teil 1 / ICC-Symposium: Glutenfreie Lebensmittel - ein Zukunftsmarkt!?

Heft 2/2011

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ÖGE-Statement: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Bedeutung von biologischen Lebensmitteln / Die österreichische Ernährungspyramide für Schwangere / Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen in Österreich / Acrylamid / Ernährungspädagogik - Ein Update / Recent Developments in Plant Food Technology - Ein Rückblick

Heft 1/2011

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Gründung Nationale Ernährungskommission / Blutdruck Bewusstsein / Dioxine / Abnehmen via Internet / Ankündigung 60 Jahre ÖGE / Schwarzkümmel

Heft 4/2010

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Tee ist nicht nur im Winter ein TEEMA! / Gesunde, bedarfsdeckende Ernährung und Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Produktion / Neue österreichische Beikostempfehlungen / ÖGE-Jahrestagung 2010: Ernährung durch den Lebenszyklus

Heft 3/2010

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Phytoöstrogene in der Prävention von Brustkrebs / Genderaspekte in der Schulverpflegung / Ernährungsberatung in der Schwangerschaft / Probiotika – eine mögliche Therapie bei Reizdarmsyndrom / Das System der Versorgungsbilanzen in Österreich

Heft 2/2010

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CHANCE - Gesundheits- und Ernährungsverhalten von Migranten und Migrantinnen / EGEA-Konferenz 2010 / Nitrat in Lebensmitteln / Berufsfeldanalyse der Ernährungswissenschaften / Ernährung und geistige Leistungsfähigkeit – neue Perspektiven / Veranstaltungskalender / Neue Medien

Heft 1/2010

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Nationaler Aktionsplan Ernährung (NAP.e) / Frauen – Schlüsselfiguren zur Familiengesundheit / Chancen und Risiken der Nanotechnologie entlang der Lebensmittelkette – Herausforderungen und Unsicherheiten in der Risikobewertung von Nanosilber / Signifikanter Einfluss des Eikonsums auf kardiovaskuläre Erkrankungen? Ein Update der Datenlage / Neue Methoden der hedonischen Sensorik / Neue Medien

Heft 4/2009

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Vom richtigen Zeitpunkt – Einfluss chronobiologischer Rhythmen auf Energiebilanz und Körpergewicht / 19th International Congress of Nutrition (ICN 2009) / Symposium: Epigenetics: linking nutritional, hereditary and environmental aspects of human health / Nahrungsergänzungsmittel im Alltag – Sinn oder Unsinn? / Gesundheitsbewusste Getränkeauswahl bei Kindern / EFSA-Referenzwerte für Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Fett / Neue Medien

Heft 3/2009

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Der European Nutrition and Health Report 2009 / Was sind Kindernährmittel? / British Nutrition Foundation / Käse – ein ganz besonderes Lebensmittel / Neue Medien
Sonderbeilage: Positionspapier der ÖGE zur gesundheitlichen Bedeutung der Fettqualität in der Ernährung

Heft 2/2009

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Die Rolle der Ernährung in der Entwicklung und Reifung des Immunsystems / Aromen in Lebensmitteln / Essen in Zeiten der Wirtschaftskrise / Bedeutung von Bioprodukten aus ernährungsphysiologischer Sicht / Food Pro-Fit: Hazard Analysis and Nutritional Control Points / ÖGE-Jahrestagung 2009 / Neue Medien

Heft 1/2009

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Der Österreichische Ernährungsbericht 2008 / Höchstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln - ein Überblick / Wissenschaftliche Zusammenarbeit der EFSA / "Metabolic Balance-Programm": Schlagseite statt Balance für die Gewichtsregulierung / "Novel Food" mit Tradition: Bärlauch / Neue Medien

Heft 4/2008

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Ernährung in der Gesunden Schule - weg von themenspezifischen Einzelmaßnahmen hin zur Schulentwicklung / Die Nährstoffzusammensetzung von europäischen Fertiggerichten auf dem Prüfstand / Mohn zwischen Lohn und Hohn / AGES - Trans-Fettsäuren in österreichischen Lebensmitteln / Neue Medien

Heft 3/2008

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Oxidativer Stress und Sport - Biochemische, physiologische und molekularbiologische Stressreaktionen nach einem Ironman-Triathlon / Pro- und Präbiotika - Technologische und enzymtechnologische Aspekte bei der Produktion von präbiotischen Oligosacchariden / Probiotika – Welche Probleme können sie lösen? / Der Einfluss von Probiotika auf die allergische Reaktion / Gemeinschaftsverpflegung - Nahrungs- und Nährstoffangebot in der Justizanstalt Wien / Rückblick - XII. Dreiländertagung: Genießen und trotzdem gesund essen – und das ein Leben lang / EuroFIR / AGES - Die Rolle der AGES im Bereich der Prävention / Veranstaltungskalender / Neue Medien

Heft 2/2008

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The Vienna Research Platform of Nutrition and Food Sciences / Qualitätsstandards des Projektes Gesunde Schule / Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung - Ein Blick zu unseren deutschen Nachbarn - Hintergrund, Ziele und wichtige Inhalte / Genuss ohne Klimaverdruss - Ernährungsökologie in der Praxis / Warum wir essen, was wir essen / Leguminosen in der vegetarischen Ernährung / Sommerzeit - Eiszeit / Veranstaltungskalender / Neue Medien

Heft 1/2008

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Über die Vielfalt gesunder Ernährungsstile im Alltag von Menschen / GDA-Kennzeichnung - Eine Initiative der Lebensmittelindustrie für bessere Nährwertinformation / GDA-Kennzeichnung - Eine Stellungnahme der DGE / Kooperation für gesündere Ernährung - Die Worldwide Public Health Nutrition Association / Safran - Das rote Gold der Könige / Veranstaltungskalender / Neue Medien

Heft 4/2007

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Wenn Knochen brüchig werden – Die wichtigsten Ergebnisse aus dem ersten Österreichischen Osteoporosebericht / Food Literacy – Eine Querschnitts-Aufgabe für die Erwachsenenbildung / Gemüsevielfalt in Österreich – Zukunftsperspektiven für heimische Äcker

Heft 3/2007

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Histamin in Lebensmitteln – Toxikologie, Gehalte und Aufnahme / Biogene Amine und Histamin – Genuss oder Verdruss? / Speisepilze – Functional Food? / 10th European Nutrition Conference – Übergewicht und Adipositas im Fokus / Veranstaltungskalender / Neue Medien

Heft 2/2007

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Essstörungen - Warum kann Essen zum Problem werden? / Cumarin in zimthaltigen Lebensmitteln / Der Österreichische Ernährungsbericht 2008 - Ziele, geplante Inhalte und laufende Studien / Stevia - eine süße Alternative zu Zucker? / Veranstaltungskalender / Neue Medien

ÖGE-Mitglieder finden die vollständigen Beiträge im Memberbereich (Passwort erforderlich, pdf Download)

Heft 1/2007

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Epigenetik / Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln des Österreichischen Marktes (Teil 2) / Leitliniengerechte Ernährungstherapie des Diabetikers / Neue Medien

 

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Heft 4/2006

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Nanowissenschaften und -technologie im Bereich Lebensmittel und Ernährung / Der neue österreichische Lebensmittelbericht ist da! / Ernährung bei Mukosviszidose / "Kastanien aus dem Feuer holen..." / Neue Medien

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Heft 3/2006

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Transfettsäuren - Eine weitere Observation ist notwendig / Erster Österreichischer Adipositasbericht 2006 / Bachelor Studium Diaetologie, Bakkalaureatsstudium Ernährungswissenschaften / Mangelernährung im Alter / Veranstaltungskalender / Neue Medien

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Heft 2/2006

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Nutrigenomics - eine neue Ära der Ernährungsforschung oder alles Schall und Rauch? / Ein Blick in die europäischen Lebensmittelkörbe - das DAFNE-Projekt / Die physiologisch gastrische Verdauung schützt vor Nahrungsmittelallergien / Ernährungserziehung an Salzburger Volksschulen

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Heft 1/2006

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Leitlinienbasierte Prävention von Übergewicht und Adipositas / Mangelernährung - "die Stille Katastrophe" / Mehr Lebensqualität trotz Laktoseintoleranz

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Heft 4/2005

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Armut macht krank. Krankheit macht arm / Novel Food - Neuartige Lebensmittel / Nährwert und gesundheitsfördernde Bedeutung von Soja / Nutrition Safari 2005

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Heft 3/2005

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Empfehlungen für Ernährungserziehung in der Schule / Nährstoffe für die kognitive Entwicklung bei Kindern / Was ist evidenzbasierte Medizin? Nachhaltige Ernährung und Konsumverhalten / Wilde Gemüse und Früchte

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Heft 2/2005 Sonderausgabe

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ÖGE-Leitlinie für Getreide- und Kartoffelprodukte

Nähere Infos finden Sie hier.

Heft 1/2005

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Wie ernährt sich Europa? / Kaffeekonsum und Flüssigkeitsbilanz / Mythen und neue Fakten rund ums Cholesterin


Die wichtigsten Ergebnisse aus dem Europäischen Ernährungs- und Gesundheitsbericht 2004

In den meisten europäischen Ländern gibt es Ernährungsberichte, in denen Ernährungsgewohnheiten, Lebensmittel- und Nährstoffaufnahme, sowie oft auch der Gesundheitsstatus einer Bevölkerung bzw. verschiedener Bevölkerungsgruppen dokumentiert sind. Um einen Überblick über die Ernährungs- und Gesundheitssituation in der EU zu schaffen, wurde Prof. Ibrahim Elmadfa vom Institut für Ernährungswissenschaften, Universität Wien, von der Europäischen Kommission beauftragt, einen Europäischen Ernährungs- und Gesundheitsbericht (European Nutrition and Health Report = ENHR) in Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen Ländern zu erstellen. Insgesamt wurden Daten aus 14 Ländern gesammelt, vereinheitlicht und zu einem umfassenden Bericht zusammengefasst, der aus vier Hauptteilen besteht:

· Trends of Average Food Supply in the European Union
· Food Availability at the Household Level in the European Union
· Energy and Nutrient Intake in the European Union
· Health Indicators and Status in the European Union

Im Anhang werden die „National Reports“ vorgestellt. Diese vermitteln weitere Informationen zur Ernährungs- und Gesundheitssituation in den Teilnahmestaaten.

Lebensmittelverbrauch in der EU
es gibt durchaus einige positive Trends…
Die Lebensmittelverbrauchsdaten im ENHR, die aus Agrarstatistiken (gesammelt von der Food and Agriculture Organization of the United Nations) stammen, zeigen während der letzten vier Dekaden (1961 - 2001) im EU-Raum bei den meisten Lebensmittelgruppen einen steigenden Trend. Das Ansteigen des Obst- und Gemüseverbrauches ist eine sehr wünschenswerte Entwicklung. Jedoch muss man beim Interpretieren von Verbrauchsdaten vorsichtig sein, da sie generell weit höher sind als der tatsächliche Verzehr. Daher kann aus einem relativ hohen Verbrauch fälschlicherweise geschlossen werden, dass die Aufnahme automatisch ausreichend ist. Ein Vergleich hinsichtlich der Obst- und Gemüseverbrauchsdaten aus Agrarstatistiken mit der tatsächlichen Aufnahme bei österreichischen Erwachsenen im entsprechenden Jahr zeigte, dass diese, trotz des hohen Verbrauchs, unter der wünschenswerten Zufuhr von 400g/Tag lagen. Weiters sind der ansteigende Verbrauch von Fisch, Milch und pflanzlichen Ölen als durchaus positiv zu bewerten.

…aber auch ein paar weniger wünschenswerte Entwicklungen
Als negative Trends waren der steigende Verbrauch von tierischen Produkten (v.a. Schweinefleisch und Geflügel), Zucker und Süßstoffen sowie ein rückläufiger Kartoffel- und Getreideverbrauch zu beobachten. Auf Nährstoffebene konnte ebenfalls ein bedenkenliche Tendenz beobachtet werden: der Anteil von Fett am Gesamtenergieverbrauch stieg während der letzten vier Dekaden von etwa 34 auf 41% auf Kosten des Kohlenhydratanteils, der von 50 auf 42% fiel. Der relative Anteil von Alkohol am Energieverbrauch änderte sich zwar nicht, jedoch stieg der absolute durchschnittliche Alkoholverbrauch in der EU im Zeitraum von 1961 bis 2001.

Ernährungsverhalten und Bildungsniveau
Die Daten zur Lebensmittelverfügbarkeit auf Haushaltsebene zeigten, dass in Haushalten mit einem Vorstand höheren Bildungsgrades generell mehr Obst verfügbar war als in jenen mit weniger gebildeten Haushaltsvorständen. In Zentral- und Nordeuropa konnte der gleiche Trend auch bei der Gemüseverfügbarkeit festgestellt werden. Im Süden Europas hingegen war im Allgemeinen die Gemüseverfügbarkeit in Haushalten mit weniger gebildeten Familienoberhäuptern höher. Weiters sanken die Verfügbarkeit von Kartoffeln, Getreide, Fleisch und Speisefetten mit steigendem Bildungsgrad des Haushaltsführenden.
Interessant war die Beobachtung, dass in Ländern, die eine hohe Käseverfügbarkeit aufwiesen, die Verfügbarkeit von Milch und Milchprodukten mit steigendem Bildungsniveau des Familienoberhauptes anstieg, wohingegen in Ländern mit einer eher niedrigen Käseverfügbarkeit der gegenteilige Trend zu beobachten war.

Aufnahme an Makronährstoffen
typisch Industrieländer: ein ungünstiges Essverhalten…
Bezüglich der Nährstoffzufuhr in den teilnehmenden Ländern konnte eine zu hohe Zufuhr an Fett, insbesondere an gesättigten Fettsäuren, festgestellt werden. Die Cholesterinaufnahme war ebenfalls sehr hoch, vor allem bei den männlichen Erwachsenen.
Eine hohe Fettaufnahme ist typisch für westliche Länder und erfolgt vor allem auf Kosten der Kohlenhydrataufnahme, die im Allgemeinen unter der empfohlenen Aufnahme von ≥55 E% liegt (Eurodiet, 2000), verbunden mit einer zu niedrigen Ballaststoffaufnahme.

…mit „schweren“ Folgen
Abgesehen von der ungünstigen Verteilung der Makronährstoffe in der üblichen Ernährung der teilnehmenden europäischen Länder, muss auch die Energieaufnahme generell als zu hoch eingestuft werden. Diese zu hohe Energieaufnahme, mit einem gleichzeitig unzureichenden Ausmaß an körperlicher Aktivität, führt zu der in der westlichen Welt typischen hohen Prävalenz von Übergewicht und Adipositas. Abbildung 1 zeigt, wie sehr auch Europa schon von dieser „Epidemie“ betroffen ist.
Interessant ist vor allem die Tatsache, dass Griechenland – ein Land mit ursprünglicher mediterraner Küche – den höchsten Anteil an Übergewichtigen und krankhaft Fettleibigen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, aufzeigte. Ebenfalls sehr hoch war die Prävalenz in Deutschland, in Großbritannien und in Finnland. Österreich wies den niedrigsten Anteil an Übergewichtigen und Adipösen auf, gefolgt von Italien, Belgien und Dänemark. Jedoch ist hier zu beachten, dass die Daten aus Österreich, Italien und Belgien auf Selbstangaben von Körpergewicht und Körpergröße beruhen und dies die relativ niedrigen Prävalenzen, im Gegensatz zu den Ländern mit gemessenen Daten, erklären könnte. Generell war in den Teilnehmerstaaten der Anteil an Adipösen und Übergewichtigen bereits im Kindesalter sehr hoch.

Zufuhr an Mikronährstoffen
immer wieder ein kritischer Punkt in unserer Ernährung
Bezüglich der Zufuhr mancher Vitamine und Mineralstoffe zeigte sich ein relativ einheitliches Bild quer durch die teilnehmenden europäischen Länder. Ein Vergleich mit den Zufuhrempfehlungen von Eurodiet (2000) und dem Scientific Committee for Food (1993) zeigte, dass die Aufnahme von Vitamin D und Folat in nahezu allen untersuchten Bevölkerungsgruppen der Teilnehmerstaaten unzureichend war. Die Zufuhr von Eisen war generell bei Frauen im gebärfähigen Alter zu gering. Weitere kritische Nährstoffe in der europäischen Bevölkerung waren Kalium, Jod und Kalzium, wobei eine unzureichende Zufuhr dieser Mineralstoffe nicht in allen Teilnehmerländern beobachtet werden konnte. Die allgemein hohe Zufuhr an Natrium in der täglichen Ernährung der untersuchten Staaten deutet auf eine übermäßige Salzaufnahme hin.

Gesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen
Die Auswirkungen einer unausgewogenen Ernährung in Industrieländern sind enorm. Dabei könnten die hohen Ausgaben für ernährungsbedingte Krankheiten könnten durch relativ einfache politische Maßnahmen im Sinne einer Gesundheitsförderung gesenkt werden. Jedoch sollten hier nicht nur ökonomische Gründe im Vordergrund stehen, sondern vor allem auch das Wohlbefinden eines jeden Einzelnen. Eine unausgewogene Ernährung ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von Krebs, Herzkreislauferkrankungen und andere ernährungsassoziierte Erkrankungen. Herzkreislauferkrankungen und Krebs führen die Liste der häufigsten Todesursachen in den Teilnehmerstaaten an. Die Prävalenz von Diabetes Typ I und Typ II ist ebenfalls relativ hoch und eine typische Folgeerscheinung von unausgewogener Ernährung, Mangel an Bewegung und der daraus resultierenden Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas.
Deshalb wäre es neben einer bewussten Ernährungsweise zielführend, Maßnahmen zur Förderung körperlicher Aktivitäten zu ergreifen, die durch die verbreitete sitzende Arbeitsweise in Industrienationen viel zu gering sind. Auffallend war ebenfalls der hohe Anteil an Rauchern und Raucherinnen unter den Erwachsenen.

Fazit
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende körperliche Aktivität sollten im Mittelpunkt jeglicher Maßnahmen zur Prävention ernährungsabhängiger Krankheiten stehen. Um die Verteilung der Makronährstoffe an der Gesamtenergiezufuhr zu verbessern und eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffaufnahme zu erlangen, sollten generell mehr nährstoffdichte Lebensmittel - das heißt Lebensmittel mit geringer Energiedichte aber hohem Gehalt und Mikronährstoffen - verzehrt werden. Eine vermehrte Aufnahme von Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten, sowie von Fisch wäre wünschenswert. Eingeschränkt sollte im Gegensatz dazu der Verzehr an tierischen Produkten wie Fleisch und Wurst werden.

Hinweis
Der European Nutrition and Health Report 2004 umfasst insgesamt etwa 240 Seiten und wird voraussichtlich ab März 2005 bei KARGER, Basel, Schweiz, als Onlineversion aber auch in Buchformat erhältlich sein (http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=showproducts&ProduktNr=23069&searchWhat=books). Des Weiteren wurde die Executive Summary des ENHR als Supplement der Annals of Nutrition and Metabolism (Vol. 48, Suppl. 2) veröffentlicht, und ist ebenfalls auf der Homepage von KARGER (kostenlos) abrufbar (http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=BackIssues&ProduktNr=223977). Beide Dokumente sind nur in englischer Sprache verfügbar.

Autoren: Mag. Elisabeth Weichselbaum, Univ. Prof. Ibrahim Elmadfa


Kaffeekonsum und Flüssigkeitsbilanz

Eine alte Lehrmeinung fällt. Kaffee und schwarzer Tee galten aufgrund der harntreibenden Wirkung des Koffeins lange Zeit als Flüssigkeitsräuber. Um die erhöhte Harnausscheidung auszugleichen, soll zugleich ein Glas Wasser getrunken werden, lautet der Volksmund. Auch die Ernährungsempfehlungen sind bisher davon ausgegangen, dass koffeinhaltige Getränke nicht in die Flüssigkeitsbilanz mit eingerechnet werden. Einige neue Studien belegen nun, dass diese Aussage so nicht haltbar ist. Ob koffeinhaltige Getränke zur empfohlenen täglichen Trinkmenge gerechnet werden sollen oder nicht, wird zurzeit kontrovers diskutiert.


Mythen und neue Fakten rund ums Cholesterin

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stehen in Österreich auf der Liste der Todesursachen ganz oben. Lange Zeit galt der Slogan „zu viel Cholesterin und Fett im Essen schaden dem Herz" als gesicherte Erkenntnis der Ernährungswissenschaften. Cholesterin- und fettreiche Lebensmittel wie beispielsweise Eier, Fleisch und Butter standen bald auf der Verbotsliste vieler Konsumentinnen und Konsumenten, sie werden seitdem oft mit schlechtem Gewissen gegessen. Die Menge des aufgenommenen Nahrungscholesterins übt bei gesunden Menschen wahrscheinlich nur einen äußerst geringen Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel aus. Die Literatur liefert dazu widersprüchliche Ergebnisse. Wird weniger Cholesterin mit der Nahrung aufgenommen, steigt die endogene Synthese. Viel wichtiger für den Gehalt an LDL-Cholesterin im Blut sind die Menge und die Zusammensetzung der Nahrungsfette. Was vielen ebenfalls unbekannt ist, dass neben diätetischen und medikamentösen Maßnahmen auch die Pflanzenwelt einige viel versprechende Wirkstoffe bietet, um erhöhte Blutfettwerte in den Griff zu bekommen.

Heft 4/2004

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Kontrolle von Biolebensmitteln neu geregelt / Alkopops, eine alte Idee neu verpackt / Weit gereiste Gewürze: der Zimt und die Vanille / Antioxidantien in Lebensmitteln - Kritisch betrachtet



Kontrolle von Biolebensmittel neu geregelt

Ökologisch erzeugte Lebensmittel liegen im Trend. Österreich zählt weltweit zu den Spitzenreitern, was die Dichte der Biobetriebe betrifft. Auch die ökologische Lebensmittelwirtschaft hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Mit ihren Prinzipien, qualitativ hochwertige Lebensmittel umweltgerecht und ökologisch zu produzieren, konnten Biobetriebe das zunehmende Interesse und Vertrauen der Verbraucher gewinnen. Neue Regelungen sollen eine lückenlose Kontrolle vom Produzenten bis zum Letztverarbeiter sichern. Doch was steckt dahinter? Wodurch unterscheiden sich biologische von konventionellen Lebensmitteln? Ist „Bio“ nur eine clevere Verkaufsstrategie oder die Ernährungsweise der Zukunft?

Die Entwicklung des Bio-Landbaus
Die ersten ökologischen Landwirtschaftsaktivitäten im deutschsprachigen Raum entstanden in den 1920er Jahren mit der Lebensreform-Bewegung, die sich gegen die Urbanisierung und die Industrialisierung in der „modernen“ Welt wandte. Etwa zur gleichen Zeit, im Jahr 1924 hat der Anthroposoph Rudolf Steiner auf Basis von Vorträgen über die „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise begründet, welche die Grundlage des Demeter-Gedankens bildet. Der organisch-biologische Landbau entwickelte sich in den 1950er Jahren mit der von Hans Müller geleiteten Schweizer Bauernheimatbewegung und hatte ursprünglich auf einer dem christlichen Glaubensverständnis beruhenden Lebensweise aufgebaut.

Durch die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse rückten ab den 1980er Jahren die Ökologie, der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit in der biologischen Landwirtschaft in den Vordergrund. Themen wie nachhaltige und umweltschonende Landbewirtschaftung, das Naturhaushaltskonzept der Öko-Systemtheorie (Stoff- und Energieflüsse), artgerechte Tierhaltung, die Züchtung von an ökologische Verhältnisse angepasste Kulturpflanzensorten sowie die Gestaltung der Kulturlandschaft wurden die Schwerpunkte des ökologischen Landbaus der organisch-biologischen Anbauverbände. Es entstanden professionelle Organisationsstrukturen.

Die Bezeichnung „ökologische/biologische Landwirtschaft“ hat sich in Österreich gegenüber der Bezeichnung „organische Landwirtschaft“ durchgesetzt. Alle diese Bezeichnungen dienen im folgenden Artikel als Überbegriff für sämtliche ökologische Landbausysteme. Heute wird unter dem Leitgedanken der biologischen Landwirtschaft das Wirtschaften im Einklang mit der Natur verstanden. Mit diesem Ansatz sollen natürliche Lebensprozesse gefördert und Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen werden. In die Praxis heißt das eine Koppelung von Ackerbau und Viehzucht.
Grundsätze der ökologischen Landwirtschaft:

  • Erhaltung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit
  • Auswahl angepasster Arten und Sorten
  • Vielseitige Fruchtfolge
  • Artgerechte Tierhaltung
  • An die Betriebsfläche gebundener Nutztierbestand
  • Verfütterung hofeigener Futtermittel
  • Der geringste mögliche Verbrauch nicht erneuerbarer Energie- und Rohstoffvorräte

Verbot der Verwendung von

  • Chemisch-synthetischen Pestiziden
  • Mineralische Stickstoffdünger und sonstige leicht lösliche Mineraldünger
  • Chemisch-synthetischen Wachstumsregulatoren
  • Tierarzneimittel als Futterzusatzstoffe (Hormone und Antibiotika)
  • Gentechnisch veränderten Organismen (oder Teile davon oder Produkte daraus)


Die biologische Landwirtschaft in Österreich
Die wachsende Sensibilisierung der Verbraucher für Fragen der Nahrungsmittelsicherheit und des Umweltschutzes hat in den letzten Jahren weltweit zu einer Ausweitung des ökologischen Landbaus beigetragen. Dabei zählt Österreich, was die Dichte der Biobetriebe betrifft, zu den Spitzenreitern. Bereits jeder zehnte Bauer wirtschaftet hier biologisch. Rund 330.000 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden in Österreich nach organisch-biologischen Grundsätzen bewirtschaftet, das entspricht einem Flächenanteil von rund 12%. Ungefähr 88% aller ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Österreich halten Vieh, der durchschnittliche Tierbestand beläuft sich auf ungefähr 16 Großvieheinheiten (GVE) .
Österreichs Biobauern waren bisher in 19 Verbänden organisiert und mit rund 50 Gütesiegeln und Qualitätszeichen auf dem Markt vertreten. Die Verbände sind nun unter dem Dach der neuen „Bio Austria“ zusammengeführt. Die Bio Austria ist als Dachverband der österreichischen Biobauern organisiert und versteht sich als innovatives Serviceunternehmen für die österreichische Biolandschaft. Völlig neu geregelt wird das Qualitätsmanagement, wobei insbesondere auf die klaren Aufgabenteilungen geachtet wird. Zukünftig konzentriert sich die Bio Austria gemeinsam mit den Landwirtschaftskammern, der Agrarmarkt Austria (AMA) und anderen Einrichtungen ausschließlich auf die Bereiche Ausarbeitung der Produktionsstandards, Schulung und Beratung. Die Kontrolle der Produktion nach dem BIO AUSTRIA Standard und Entscheidungen über Vergehen der Biobauern sollen künftig von der Agentur für Ernährungssicherheit, der AMA und akkreditierten Kontrollstellen wahrgenommen werden. Ebenso wird an der Einführung eines einheitlichen, österreichischen Bio-Erkennungszeichens gearbeitet. Dem Vernehmen nach sollen dann die einzelnen Verbandszeichen fallen gelassen werden.

Gesetzliche Grundlagen der Bioproduktion
In den Anfängen waren die Richtlinien für die biologische Landwirtschaft nur im privatrechtlichen Rahmen der Verbände festgelegt. Österreich hat mit der Einsetzung der Unterkommission „Bio“ und der Herausgabe der Richtlinien des Codexkapitels A 8 „Landwirtschaftliche Produkte aus biologischem Landbau und daraus hergestellte Folgeprodukte“ auch Pionierarbeit geleistet. Mit der EG-Bio-Verordnung Nr. 2092/91, ergänzt durch die EG-Verordnung Nr. 1804/99 zur Einbeziehung der tierischen Erzeugung in den Geltungsbereich der EG-Bio-Verordnung Nr. 2092/91 hat die Europäische Union Bestimmungen über die ökologische Landwirtschaft erlassen, welche die Produktions- und Verarbeitungsrichtlinien für pflanzliche und tierische Biolebensmittel sowie die Kennzeichnung, Vermarktung und Kontrolle dieser Produkte regeln. Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und daraus hergestellte Erzeugnisse sind ausdrücklich von ökologischen Produktionsverfahren ausgeschlossen. Auch für die Einfuhr von Bioprodukten aus Drittstaaten gelten in der EU genaue Vorschriften.
Im März 2000 wurde ein einheitliches EU-Logo per Verordnung festgelegt (siehe Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften). Dieses kann auf freiwilliger Basis verwendet werden. Lebensmittel, die mit einem Hinweis auf die biologische Landwirtschaft versehen sind und/oder dieses Logo tragen, bestehen generell zu mindestens 95% aus ökologischen Erzeugnissen. Die Tendenz geht heute in Richtung 100% Bio. Anbauverbände und Handelsketten haben ihre eigenen Standards, die in manchen Belangen wie z.B. bei den Fütterungsrichtlinien oder bei der Verwendung von Zusatzstoffen strenger sind als die EG-Bio-Verordnung.
Ebenso wie die Produktionsrichtlinien für die biologische Landwirtschaft sind auch die Anforderungen an das Bio-Kontrollsystem im gesamten EU-Raum einheitlich geregelt. Gründe für die Kontrolle und Zertifizierung sind der Verbraucherschutz, der lautere Wettbewerb und die Transparenz. Wichtig dabei ist, dass jedes Unternehmen, das Produkte aus biologischer Landwirtschaft erzeugt, aufbereitet, lagert, aus einem Drittland einführt und vermarktet, verpflichtet ist, diese Tätigkeit bei der zuständigen Behörde zu melden und seine Tätigkeit dem Kontrollverfahren zu unterstellen. Die Betriebe werden einmal jährlich kontrolliert und zusätzlich werden unangemeldete Stichproben durchgeführt. Bei Verstößen gegen die Bioverordnung kommt es zu Sanktionen (z.B. Produkt darf nicht mehr als ökologisches Erzeugnis bezeichnet werden) und einer Meldung an die zuständige Behörde.
Das Unternehmen hat die Wahlfreiheit eine der 8 in Österreich akkreditierten Kontrollstellen mit der Kontrolle zu beauftragen. Diese Kontrollstellen werden ihrerseits vom Landeshauptmann als zuständige Behörde in mittelbarer Bundesverwaltung zugelassen und beaufsichtigt. Die Akkreditierungsstelle im Wirtschaftsministerium ist nach dem Gesetz beauftragt die Kontrollstellen hinsichtlich Erfüllung der Anforderungen der Norm EN 45011 (allgemeine Anforderungen an Stellen, die Produktzertifizierungssysteme betreiben) zu überprüfen und gegebenenfalls die Akkreditierung zu entziehen, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Biokontrollen in der Gemeinschaftsverpflegung
Gastronomiebetriebe und Großküchen, die mit „Bio“ werben, fallen grundsätzlich ebenfalls in den Geltungsbereich der EG-Bio-Verordnung. Da das Zubereiten von Speisen in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung ebenfalls zur Aufbereitung (Verarbeitung) zählt, müssen auch Unternehmen der Außer-Haus-Verpflegung am Kontrollverfahren nach EG-Bio-Verordnung teilnehmen. Wird eine Speise, eine Komponente oder eine Zutat mit „Bio“ oder „biologisch“ an der Speisenausgabe, auf der Speisekarte oder auf einer Tafel im Speisesaal ausgewiesen, so ist eine Teilnahme am Kontrollverfahren nötig. Für die Kontrollpflicht ist weder die Höhe noch die Häufigkeit des Bio-Einsatzes ausschlaggebend.

Gastronomiebetriebe, die die Entscheidung treffen, Bio-Produkte dauerhaft einzusetzen und das Bio-Angebot gegenüber dem Gast auszuloben, werden sich schon aufgrund des lauteren Wettbewerbs dem Kontrollverfahren unterwerfen. Dadurch heben sie sich von sogenannten „schwarzen Schafen“ ab und signalisieren dem Gast, dass dort wo „Bio“ draufsteht auch tatsächlich „Bio“ drin ist. In einzelnen Mitgliedsländern und auch in Österreich hat man sich Gedanken gemacht, wie die Art und der Umfang des Bio-Einsatzes in der Gastronomie, die Kennzeichnung und die Kontrolle am besten zu bewerkstelligen sind. In der Regel ergeben sich zwei Bio-Auslobungen: Erstens die Bio-Speise, bei der das komplette Menü zu 95 % aus biologischen Zutaten z.B. Bio-Wiener Schnitzel, Bio-Nudelsalat, Bio-Tiramisu etc. besteht oder zweitens die Bio-Komponente z.B. die „klassischen“ Beilagen wie Reis, Kartoffeln, Feldsalat, aber auch Putenbrust oder Pfeffersteak. Wird eine Komponente mit „Bio“ gekennzeichnet, müssen nur bei dieser Komponente alle Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs i.d.R. zu 100% aus biologischer Landwirtschaft stammen, also auch die Butter auf den Nudeln oder Pfeffer beim Steak.

Die Austria Bio Garantie (ABG) hat in Anlehnung an die Bioverordnung spezielle Kontrollleitlinien für Gastronomiebetriebe erarbeitet und sie im Laufe der letzten 3 Jahre im Praxiseinsatz getestet und verfeinert. Derzeit lassen etwa 60 Gastronomiebetriebe und Großküchen ihr Bioangebot durch die Austria Bio Garantie kontrollieren und zertifizieren. Außerdem bietet die steirische Non-Profit-Organisation „Styria vitalis“ eine private „Bio-Zertifizierung“ im Rahmen der Grünen Haube Betriebe an. Nach Auskunft des Ministeriums soll dieser Bereich voraussichtlich 2005 im Anhang III der EG-Bio-Verordnung 2092/91 gesondert geregelt werden. Das würde bedeuten, dass zukünftig sämtliche Gastronomiebetriebe, die mit Bio werben, eine Zertifizierung durch eine Bio-Kontrollstelle nachweisen müssen.

Viele Verbraucher schrecken noch vor Bio zurück, weil sie an der Echtheit zweifeln. Biolebensmittel sind an folgenden Bezeichnungen erkennbar und rechtlich geschützt: aus (kontrollierter) biologischer/ökologischer Landwirtschaft“ oder „aus (kontrolliertem) biologischem/ökologischem Anbau/Landbau“. Jene Bezeichnungen wie beispielsweise aus „kontrolliertem Anbau“, „aus naturnaher Landwirtschaft“, „naturrein“ oder „streng kontrolliert“ erwecken nur den Bio-Anschein. Zwingend vorgeschrieben ist außerdem die Kennzeichnung des Bioprodukts mit der Code-Nummer der Biokontrollstelle, die das Produkt zertifiziert hat. Im Fall der Austria Controll-Co. GesmbH (SGS) ist die Code-Nummer beispielsweise AT-W-02-BIO (AT für Österreich, W für Bundesland der Kontrollstelle, 02 ist die laufende Nr. der Kontrollstelle, Bio für Lebensmittel aus dem Biolandbau). Auf freiwilliger Basis können ökologische Produkte noch zusätzlich folgende Bio-Qualitätsgütesiegel aufweisen: ein Bioverbandszeichen (z.B. Bio Ernte Austria, Demeter, Erde&Saat etc.), das AMA-Biozeichen mit Ursprungsangabe, das AMA-Biozeichen ohne Ursprungsangabe, ein Handelsmarkenzeichen (z.B. Ja!Natürlich, Natur Pur, Natur aktiv, Alnatura etc.) sowie das europäische Biokontrollzeichen (Gemeinschaftsemblem).

Gibt es Qualitätsunterschiede zu konventionellen Lebensmitteln?
In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Studien, mit dem Ziel, die Unterschiede zwischen Biolebensmitteln und konventionellen Produkten aufzuzeigen, durchgeführt. Dazu wurden neben den etablierten naturwissenschaftlichen Methoden auch eine Reihe von integrativen Analysemethoden entwickelt. Da aber neben der Anbauvariante noch viele andere Faktoren die Lebensmittelqualität beeinflussen, ist eine ganzheitliche Beurteilung nur in Zusammenschau mit anderen Parametern möglich, was die Datenerhebung und Bewertung für Vergleichsstudien erschwert.

Eine solche Vergleichsstudie hat das Ludwig Boltzmann Institut für Ökologischen Landbau in Wien im Jahr 2003 durchgeführt und dazu mehr als 170 internationale Studien mit sowohl chemisch-analytischem, als auch integrativem Ansatz ausgewertet. Beurteilt wurden sowohl Inhaltsstoffe, Rückstände, integrative Qualitätsparameter und sensorische Aspekte sowie die Auswirkungen der biologischen Landwirtschaft auf ihre Umwelt.

Mehr sekundäre Pflanzenstoffe
Sich mit Bio zu ernähren, so die Ergebnisse der Vergleichsstudie, bedeutet nicht nur eine vergleichbar höhere Zufuhr an einzelnen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, sondern auch ein erheblich reduziertes Risiko in Zusammenhang mit Pestizidrückständen, Nitrat und Zusatzstoffen bei der Produktion. In der Hälfte der ausgewerteten Studien fanden sich in Bioprodukten außerdem ein höherer Trockenmassegehalt, eine günstige Lichtspeicherkapazität und ein niedrigerer Wasseranteil, was auf deren langsameres Wachstum zurückzuführen ist. Im Rahmen von Zersetzungstests wurde außerdem eine deutlich bessere Haltbarkeit festgestellt.

Generell ergeben sich aber Bewertungsprobleme vor allem im Hinblick auf den ernährungsphysiologischen Wert und für die Nachweisbarkeit der gesundheitlichen Relevanz von Unterschieden. Obwohl gewisse Abweichungen im Nährstoff- und Vitamingehalt zwischen biologischen und konventionellen Erzeugnissen nachweisbar waren, verhindern widersprüchliche Ergebnisse eindeutige Schlüsse. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung sind daher keine relevanten Unterschiede im ernährungsphysiologischen Wert belegbar. Für das Verständnis von Lebensmittelqualität im engeren Sinn wird es aber künftig entscheidend sein, die Art der Qualitätsbeurteilung von Bioprodukten zu erweitern.

Weniger Rückstände
Global 2000 testete heuer das im Oktober erhältliche Angebot an Bioobst und Biogemüse auf Rückstände. In keiner der 16 im Auftrag von Global 2000 von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien analysierten Proben waren Pestizide nachweisbar. Geprüft wurden sowohl Produkte aus Bio- und Naturkostläden ebenso wie die Biolinien zweier großer Supermarktketten.

Ob Menschen mit ihren Sinnen einen Unterschied zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln wahrnehmen können, ist derzeit Thema zahlreicher wissenschaftlicher Studien. „Um mit sensorischen Untersuchungen wahrnehmbare Unterschiede, die nur auf die Art der Landwirtschaft zurückzuführen sind, feststellen zu können, müssen zusätzliche eine Reihe von anderen Faktoren berücksichtigt werden“, erklärt die Expertin Dr. Eva Derndorfer, Leiterin des Wissenschaftsbereichs Sensorik & Food Science am FH-Studiengang Wieselburg der FH Wiener Neustadt. „Dazu zählen beispielsweise Sortenunterschiede, Bodenunterschiede und der Reifegrad von pflanzlichen Lebensmitteln, jährliche Schwankungen oder die unterschiedliche Eignung einzelner Sorten für die jeweiligen Anbaumethoden.“

Das Marktpotenzial ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft
Ausgesprochen positiv wird auch die Marktentwicklung kommentiert. Mit dem Vertrieb von über 60% der Biolebensmittel dominieren die großen Lebensmittelketten die Marktlandschaft. Österreichs größte Einzelhandelsketten weiten das Sortiment ihrer Bio-Eigenmarken immer weiter aus und auch im Diskontbereich setzt man vermehrt auf Waren aus biologischer Landwirtschaft.
Laut Absatzentwicklung der Bio Ernte Austria konnten 2003 über die indirekte Vermarktung (z.B. Handelsketten, Industrie, Großküchen und Export) Zuwächse in allen Lebensmittelgruppen verzeichnet werden. Der Bioanteil im Lebensmittelhandel lag im Jahr 2003 bei rund 3%, wobei die Anteile von Produktgruppe zu Produktgruppe stark schwankten. Besonders hohe Bioanteile gab es in der Produktgruppe Erdäpfel (ca. 13,3%), der „gelben Fette“ (Butter, Margarine: ca. 8,1%), der „weißen Palette“ (weiße Milchprodukte: ca. 6,3%) und der „gelben Palette“ (Käse: 4,4%). Eher schlecht sah es dagegen bei Fleisch (ca. 1,9%) sowie Schinken und Wurst aus, dort lag der Bioanteil bei ca. 1,3%.
Auch im Bereich der Direktvermarktung nahmen bei den meisten Verbänden die Zahl der Projekte und Initiativen deutlich zu. In der direkten Vermarktung (z.B. Ab-Hof-Verkauf, Bauernmärkte, Bio-Läden) konnten vor allem Zuwächse bei Biofleisch und Eiern verzeichnet werden. In Österreich, Dänemark und der Schweiz lagen die Verbraucher-Mehrpreise für viele Bioprodukte mehr als 20% unter dem gewogenen EU-Durchschnitt.

Univ. Prof. Dr. Emmerich Berghofer, Vorstand des Instituts für Lebensmitteltechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien, weist bei einer Tagung der Umweltberatung zum Thema "Zukunft der Bio-Küche" darauf hin, dass in Zukunft auch immer mehr Convenience-Produkte im Supermarkt gefragt sein werden. Sehr dynamisch zeigt sich auch die Entwicklung beim Einsatz von Biolebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung. In fast allen Bundesländern wurde 2001 der Einsatz von Bioprodukten in kommunalen Einrichtungen und Großküchen ausgeweitet, neue Akteure im Bereich Catering- und Gastronomieservice traten auf. An Wiener Schulen und Kindergärten erhalten die Kinder beispielsweise die Möglichkeit, Biomenüs zu bestellen. Dazu tragen die inzwischen gut ausgebaute Logistik und eine zunehmende Professionalisierung beim Bezug von Biomenüs bei. Die Lieferung der Biomahlzeiten erfolgt über Firmen wie Gourmet (Tiefkühl) oder GFG (Kühlkost). Durchschnittlich kostet ein „Bio-Tag“ nur etwa 0,15 Euro mehr.

Zudem zeigt sich in der Gastronomie ein Trend zur biologischen Ernährung anhand der steigenden Zahl an Bio-Restaurants und der Gründung einer Bio-Restaurant-Kette mit mehreren Filialen in Wien. Wichtige Impulse brachte auch 2002 der Zusammenschluss einiger Hotels zum Verein „Bio-Hotel“ mit Sitz in Tirol. Ihre Mitglieder garantieren die Verwendung von Bio-Produkten in der Küche.

Verschiedene Projekte und Initiativen
Im Herbst 1998 wurde die Konsumenten-Information (Bio Club) von den österreichischen Bio-Verbänden gegründet. Ein Österreich weites Servicetelefon, ein Webportal (www.bioinfo.at) und eine Kundenzeitschrift wurden für an biologischen Produkten interessierte Konsumenten eingerichtet. Besonders begehrt sind die regionalen Einkaufsführer, die Auskunft über Direktvermarkter, den Bio-Fachhandel und Bio-Zustelldienste liefern.

Die EU-Kommission will laut Aktionsplan eine mehrjährige Informationskampagne über Bio-Landbau starten. Eine dreijährige Bio-Informationskampagne wird seit September 2002 vom Lebensministerium, der Agrarmarkt Austria (AMA) und der EU kofinanziert. Aktivitäten wie Bio-Aktionstage auf Biobauernhöfen und die Ende September stattgefundenen „I love Bio“-Verteilungsaktionen und Gewinnspiele sind Teil dieser Kampagne.


Autorin: Mag. Walpurga Weiß

Für Fragen kontaktieren Sie bitte:
Österreichische Gesellschaft für Ernährung
Zaunergasse 1-3, 1030 Wien, Tel.: +43/1/714 71 93


Alkopops, eine alte Idee neu verpackt
Gegenwärtig kommt keine Diskussion zum Thema Jugend & Alkohol ohne die Erwähnung der sogenannten Alkopops aus. In einer sehr emotional geführten Diskussion wird den neuen Mischgetränken ein negativer Einfluss auf die Trinkgewohnheiten junger Menschen zugeschrieben. Jugendliche, denen Alkohol eigentlich noch nicht schmeckt, werden mit den süßen Getränken zum Trinken verführt, und zwar in immer jüngerem Alter. Neben der Suchtprävention haben vor allem Verkehrsexperten in der jüngeren Vergangenheit vor den Getränken gewarnt.


Weit gereiste Gewürze: der Zimt und die Vanille
Die Stimmungsmacher in der Adventzeit. Früher wurden Gewürze mit Gold aufgewogen, heute sind sie ein selbstverständlicher Teil unseres kulinarischen Lebens. Die meisten Menschen verbinden Weihnachten mit den charakteristischen Düften bestimmter Gewürze. Der Zimt und die Vanille, aber auch viele andere exotische Gewürze, werden bei uns schon lange Keksen, Lebkuchen und heißen Getränken zur Geschmacksverfeinerung zugegeben. Woher kommen diese typischen Weihnachtsgewürze und welche Wirkung üben sie auf unsere Gesundheit aus? Ein kurzer Überblick zur Kulturgeschichte von Zimt und Vanille und ihre Verwendung in der Küche.


Antioxidantien in Lebensmitteln – Kritisch betrachtet
Rund 160 Teilnehmer, darunter Ernährungswissenschaftler, Lebensmittelchemiker, Lebensmittel- und Biotechnologen, Mediziner, Diätassistenten, Pädagogen sowie in der Ernährungsindustrie und im Gesundheitswesen Tätige, folgten der Einladung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) zur Jahrestagung und Arnold Durig Gedächtnisvorlesung 2004 am 18. und 19. November nach Wien. Gemeinsam mit der Gesellschaft der Österreichischen Chemiker AG – Arbeitsgruppe Lebensmittel, Kosmetik und Tenside (GÖCH) und dem Verein der Österreichischen Lebensmittel- und Biotechnologen (VÖLB) wurden die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Vitamine und sekundären Pflanzeninhaltsstoffe thematisiert. Zur Diskussion standen mit Antioxidantien angereicherte Lebensmittel sowie natürlich in Lebensmittel vorkommende Radikalfänger. Die Experten berichteten über charakteristische Produkte, Trends und Perspektiven und beleuchteten das Thema aus ernährungsphysiolgischer, lebensmittelchemischer und lebensmitteltechnologischer Sicht.

Heft 3/2004

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Neuer Trend aus Amerika: Low-Carb Diäten / Neue Regelungen für Allergene und zusammengesetzte Zutaten in der europäischen Lebensmittelkennzeichnung / Neurodermitis - Neues aus der Ursachenforschung und Therapie / Blaukraut frisch am Markt



Neuer Trend aus Amerika: Low-Carb Diäten
Die Unsicherheit beim Essen ist für viele Menschen zu einer alltäglichen Basiserfahrung geworden. Jahrzehntelang galt eine fettarme Ernährung als goldener Weg zu Schlankheit und Gesundheit. Seit kurzem gewinnen die Anhänger einer kohlenhydratarmen Kost zusehends an Bedeutung. Gibt es eine dem Menschen naturgemäße Ernährungsweise, die nicht ignoriert werden kann und vor Übergewicht und Zivilisationskrankheiten schützt? Oder sind die verschiedensten modernen Diäten und Ernährungsweisen Kinder unserer Zeit? Ein Blick auf unterschiedliche Meinungen, Fakten und die wissenschaftliche Datenlage.

Zwei Ernährungsweisen und zwei Meinungen. Statt ruhig bei Tisch zu sitzen, sind die Esserinnen und Esser über die Widersprüchlichkeit, welcher Ernährungsstil nun menschliches Wohlbefinden, Schlankheit und Gesundheit garantiert, verunsichert. Selbst Ernährungsfachleute kommen mit der Interpretation der unterschiedlichen Studienergebnisse ins Schleudern. Nach den offiziellen Empfehlungen der deutschsprachigen Ernährungsgesellschaften gilt eine zu fettreiche Ernährung nach wie vor als die Hauptursache des weit verbreiteten Übergewichts. „Völlig falsch“, behauptet nun Prof. Dr. Walter C. Willett von der Harvard School of Public Health in Boston. Der amerikanische Medizinprofessor und Epidemiologe weist auf das „amerikanische Paradoxon“ hin, demnach amerikanische Bürger im letzten Jahrzehnt ihren Fettkonsum um mehr als 10% auf etwa 35 Gramm pro Tag reduziert hätten. Dennoch wuchs der Anteil der Dicken auf mittlerweile 60%. Auch in westeuropäischen Ländern leiden heute mehr Menschen an Übergewicht als jemals zuvor. In Österreich sind es ungefähr 41%. Nach Meinung des US-Wissenschafters sind die offiziellen Diätempfehlungen, die eine Restriktion der Fettmenge vorschreiben, für die gegenwärtig zu beobachtende Übergewichtsepidemie verantwortlich.

Fettreiche Trend-Diäten feiern ein Comeback
Eine der populärsten Low-Carb Diäten (dt. kohlenhydratarme Diäten) ist die Ernährungsweise nach den Regeln des 2003 verstorbenen Diät-Gurus und Kardiologen Robert Atkins. Diese bereits in den 70er Jahren propagierte eiweiß- und fettreiche Diät erfährt heute in zahlreichen Variationen ein Comeback. Heute heißen sie South-Beach, Glyx oder Logi. Sie alle versprechen eine rasche Gewichtsreduktion durch den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate und fokussieren fett- und proteinreiche Nahrungsmittel.

Glyx-Diät und Logi-Methode zur Qualitätsbeurteilung von Lebensmitteln
Doch anders als bei der traditionellen Atkins-Diät werden bei den modernen Low-Carb Diäten nicht alle Kohlenhydrate gemieden, sondern nur jene Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (GI-Wert) beispielsweise Produkte aus weißem Auszugsmehl wie Brot und Kuchen, Nudeln, Kartoffeln oder zuckerhaltige Produkte. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte mit niedrigem GI-Wert sind dagegen erlaubt. Diese Diätformen beurteilen Kohlenhydrate also nach ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und nicht, wie in den gängigen Ernährungsempfehlungen, nach ihrer chemischen Struktur in den Kategorien „einfach" und „komplex". In der populären Ratgeberliteratur wird der GI mit GLYX oder LOGI (Anmerkung: Low Glykämic Index) abgekürzt. Dass sich der GI in der Praxis aber nur schwer feststellen lässt, wird dabei nicht berücksichtigt. Denn wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel tatsächlich erhöht, hängt unter anderem von deren Zusammensetzung, Reife und Zubereitung, aber auch von den anderen Zutaten, die innerhalb einer Mahlzeit gegessen werden, ab (siehe Infobox).

Infobox: Der Glykämische Index (GI) zieht zurzeit insbesondere in der Laienpresse immer weitere Kreise. Der Begriff ist aus der diätetischen Therapie des Diabetes mellitus bekannt. Er beschreibt die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Dieser ist jedoch nicht nur vom Kohlenhydrat-Gehalt des Lebensmittels, sondern auch von der Gesamtzusammensetzung des Lebensmittels, vom Grad der Verarbeitung, von der Zubereitungsart, der Zusammensetzung der Mahlzeit, von der Tageszeit und zuletzt von der Person selbst abhängig. Das erklärt, wieso in der Literatur oft größere Unterschiede beim GI einzelner Lebensmittel zu finden sind. Die vornehmlich in den USA ermittelten GI-Werte sind nicht auf europäische Verhältnisse übertragbar.
Die Glykämische Last (GL) berücksichtigt neben der Art der Kohlenhydrate auch die aufgenommene Kohlenhydratmenge. Sie wird daher als relevanterer Paramater für die Abschätzung des durch eine Mahlzeit ausgelösten Insulinbedarfs gesehen.

Die Anhänger des GI propagieren, dass eine Ernährung mit einem niedrigen GI bzw. GL das Diabetes- und Herzinfarktrisiko senkt. Für die Relevanz von GI bzw. GL in der Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen gibt es jedoch widersprüchliche Studienergebnisse (einige Autoren stellen das Konzept des GI grundsätzlich in Frage). Weiters soll ein niedriger GI mit einer verbesserten Sättigung verbunden sein. Ob dies zur Vermeidung einer Gewichtszunahme beiträgt, ist umstritten. Zwar zeigen einige Studien, dass ein hoher GI die Aktivität Fett oxidierender Enzyme und damit den Abbau von Körperfett hemmt und ein niedriger GI die Fettoxidation begünstigt. Doch die praktische Bedeutung dieser Mechanismen ist noch umstritten. Auch wenn gerade diese von den Low-Carb Protagonisten gerne thematisiert wird.

Ein weiterer Unterschied zu Atkins besteht auch darin, dass die Trend-Diäten zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Fett unterscheiden. Pflanzliches Fett (z.B. Olivenöl, Nüsse) ist reichlich erlaubt, tierisches gesättigtes Fett sollte gemieden werden. Als Eiweißquelle dienen Milchprodukte, mageres Fleisch, Geflügel und Fisch.

Steigende Popularität auch in Europa
Einen Teil der steigenden Popularität verdanken diese Trend-Diäten möglicherweise ihrer Schlichtheit. Denn reglementierte Ernährungsstile reduzieren die vielfältigen, von den Konsumenten teilweise als widersprüchlich wahrgenommenen Möglichkeiten und Aufforderungen, sich gesund zu ernähren. Sie stellen eindeutige Regeln auf und tragen dazu bei, Verunsicherungen und Risiken zu bewältigen. Fragen, was man denn heute überhaupt noch essen kann, welche Lebensmittel gesund oder vertretbar sind, werden mit simplen Methoden beantwortet und damit ist das Vertrauen in die alltägliche Ernährung wieder hergestellt.
In den USA orientiert sich bereits fast jeder fünfte Bürger an den umstrittenen Empfehlungen zu weniger Kohlenhydraten. Im deutschsprachigen Raum findet die LOGI-Methode nach dem Ernährungswissenschafter Nicolai Worm sehr viel öffentliches Interesse und bereits zahlreiche Nachahmer. Auch der Mediziner und Buchautor Erich Rauch ist in seinem neuesten Buch „Die Kohlenhydrat-Falle“ (Trias Verlag) dieser Frage nachgegangen und kritisiert die in den vergangenen Jahrzehnten propagierten Ernährungsempfehlungen zum Abnehmen.

Low-Carb Claims derzeit nur eine Marketingstrategie
In den USA zeigt der Trend zu Low-Carb inzwischen deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaft. Während die Aktienkurse bei großen Eierproduzenten stark steigen, meldeten Bäcker starke Umsatzrückgänge. Bereits 40% der Amerikaner essen schon jetzt weniger Brot. Neben dem Aufdruck „Organic" auf Lebensmitteln ist die Bezeichnung „Low-Carb" derzeit die heißeste Marketingstrategie. Bereits 73% aller Lebensmittelläden verkaufen inzwischen Produkte mit diesem Label. Um die 800 verschiedenen Produkte haben bereits Einzug in die Supermarktregale gehalten. Das Marktvolumen wird auf rund 25 Milliarden Dollar geschätzt. In US-Filialen verschiedener Fast-Food-Ketten können inzwischen auch Hamburger ohne Brot bestellt werden. Die Laibchen werden mit Tomatenscheiben und einer Hand voll grünem Salat angeboten. Sie enthalten statt bisher 52g nur mehr 3g Kohlenhydrate.

Umsturz einer Pyramide – Expertenstreit um das richtige Modell
An die 100 verschiedenen Varianten der Ernährungspyramide sollen inzwischen existieren. Angestoßen durch das Buch „Eat, Drink an Be Healthy" von Willett und Stampfer hat die Diskussion um die „richtige" Pyramide ihren Höhepunkt erreicht. Die amerikanischen Forscher kritisieren an der 1992 vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veröffentlichten und weltweit verbreiteten Ernährungspyramide grobe Fehler sowie gesundheitsschädigende Empfehlungen. Nach Auffassung der Autoren beruht das Modell auf zu einfachen Überlegungen und ist kommerziell geprägt. Doch Willett und sein Kollege sind nicht die einzigen, die das Fett rehabilitieren wollen. In Deutschland propagiert der Ernährungswissenschafter Dr. Nicolai Worm mitneue Form der Pyramide. Auch für die Anhänger der Atkins-Diät wurde eine eigene Pyramide entwickelt.

Im Zuge dieser Diskussion entwickelte 2001 der Harvard-Professor Willet mit seinem Team eine „Healthy-Eating-Pyramid", die auf aktuellen epidemiologischen Daten zweier Langzeitstudien, der Nurses Health Studie und der Health Professional Follow-up Studie, basieren. Anders als in der Ernährungspyramide des US-Landwirtschaftsministeriums stuft er weder Fett noch Kohlenhydrate pauschal als gut oder schlecht ein. In der breiten Basis dieser Pyramide finden sich Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren und Kohlenhydrate mit einem niedrigen GI (z.B. Vollkornbrot). An der Spitze der Pyramide stehen Kohlenhydrate mit einem hohen GI (z.B. Weißbrot, weißer Reis, Nudeln und Kartoffeln), rotes Fleisch und Nahrungsmittel, die wie Butter vor allem gesättigte Fettsäuren enthalten. Als Eiweißquelle empfiehlt er Fisch, Geflügel, Eier und Hülsenfrüchte. Milchprodukte haben eine geringe Bedeutung und können nach Willetts Meinung durch Kalzium-Präparate ausgetauscht werden. Zudem empfiehlt er den meisten Menschen Multivitaminpräparate einzunehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen berücksichtigt seine Version auch Lebensstilfaktoren wie Sport und eine tägliche Gewichtskontrolle.

Das US-Landwirtschafts- und Ernährungsministerium reagiert auf diese Diskussion und will noch 2004 eine neue, modifizierte Pyramide veröffentlichen. Wie diese aussehen soll, steht noch nicht fest.

Studien und ihre widersprüchlichen Antworten
Nun stehen einander zwei Standpunkte gegenüber: Auf der einen Seite die traditionellen Ernährungsempfehlungen mit einer kalorienreduzierten, fettarmen Ernährung, die in Europa nach wie vor den wissenschaftlichen Konsens erzielt und auf der anderen Seite die Low-Carb Philosophie, welche inzwischen auch in Europa immer mehr Anhänger findet.
Zwei aktuelle Studien haben zu diesem Thema überraschende Ergebnisse gebracht. In einer Studie von Forschern der Duke University (Yancy et al. 2004) wurden 120 Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von mindestens 30 randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt. Jene Probanden mit einer kohlenhydratarmen Ernährung (täglich maximal 20 g Kohlenhydrate) und unbegrenztem Eiweiß- und Fettkonsum hatten nach einer 6-monatigen Studienphase signifikant mehr an Gewicht (12,9% vs 6,7%) verloren als die Vergleichsgruppe (max. Fettanteil von 30%; täglich 500 bis 1000 kcal weniger als nötig zur Erhaltung ihres Körpergewichtes). Ergänzend erhielten die Low-Carb Gruppe zusätzlich Nahrungsergänzungen und essenzielle Fettsäuren. Außerdem konnte bei den Low-Carb Probanden ein stärker ausgeprägter Rückgang der Serum-Triglyzeride beobachtet werden sowie ein Anstieg des HDL-Cholesterins. Das LDL-Cholesterin änderte sich in beiden Gruppen nur geringfügig. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass nur die Low-Carb-Gruppe substituiert wurde, was die Studienresultate beeinflussen könnte.

Eine zweite Studie vom Philadelphia Veterans Affairs Medical Center (Stern et al. 2004) lieferte mit vergleichbarem Design ähnliche Ergebnisse. 132 Personen, wovon 83 Prozent an Diabetes oder Metabolischem Syndrom litten, erhielten entweder eine Low-Carb Diät oder eine kalorienreduzierte Kost mit maximal 30 Prozent Fettanteil. Auch in dieser Studie verloren die Patienten unter kohlenhydratarmer Diät innerhalb der ersten sechs Monate mehr an Gewicht. Im folgenden halben Jahr glichen sich die Ergebnisse jedoch an und zum Ende der Studie konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede beim Körpergewicht festgestellt werden. Dem Triglyzerid-Spiegel im Serum und dem HDL-Cholesterin blieben die statistischen Vorteile der Low-Carb Diät aber auch nach einem Jahr erhalten. Darüber hinaus besserten sich die HbA1c-Werte in der Subgruppe mit Diabetes unter kohlenhydratarmer Kost stärker.

Welche Bedenken gibt es gegenüber der Low-Carb Diät?
Die positiven Studienergebnisse sollten nicht dazu verleiten, die Low-Carb Diäten uneingeschränkt zu empfehlen. Dazu fehlen noch Langzeitstudien. Generell gilt eine fettreiche Ernährung als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine stark eiweißbetonte Kost ist vor allem für Menschen mit Nieren- oder Leberleiden bedenklich. Weiters wird die Entstehung von Hyperurikämie und Gicht begünstigt. Auch in den beiden genannten Studien kam es unter Kohlenhydrat-Restriktion öfter zu Nebenwirkungen wie Obstipation, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfen. Außerdem werden Beobachtungszeiträume von einem Jahr als zu kurz beurteilt, um gesundheitliche Langzeiteffekte beurteilen zu können.

Es ist seit längerem bekannt, dass man mit ketogenen Diäten in kurzer Zeit vergleichsweise gut abnehmen kann. Bei einer ketogenen Stoffwechsellage, so wie sie in der Atkins-Diät und South-Beach-Diät empfohlen wird, bleibt der Insulinspiegel niedrig und der Körper greift seine Fettzellen an. „Bei konsequenter Null-Diät funktioniert das auch", sagt Prof. Susanne Klaus von der Universität in Potsdam. Triglyzeride und Fettsäuren werden dabei in energiereiche Ketonkörper übergeführt und bei einem Überangebot abgeatmet oder mit dem Urin ausgeschieden. „Doch muss man sich im Klaren sein, dass bei den Low-Carb Diäten vermehrt Fett gegessen wird. Dieses Nahrungsfett muss erst einmal verbraucht werden, bevor der Körper seine eigenen Fettreserven antastet", erklärt die Stoffwechselexpertin Klaus.

Willett’s Empfehlungen, sich überwiegend von Vollkornprodukten zu ernähren und vor allem Fette mit einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren wie Pflanzenöle und Fische zu verzehren, trifft auf breite Zustimmung der Wissenschaftsgemeinde. Problematisch wird allerdings seine Empfehlung zur
Einschränkung von Nahrungsmitteln wie (z.B. Obst und Gemüse) beurteilt, die aufgrund seiner prospektiven Kohortenstudien keinen Zusammenhang mit der Erhaltung unserer Gesundheit zeigen. Gerade in diesem Zusammenhang kann die europäische EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) mit ihren Ergebnissen und den daraus abgeleiteten Empfehlungen zur Steigerung des Obst- und Gemüsekonsums entgegenstellt werden.

Geforderte Einschränkung des Kartoffelkonsums ungerechtfertigt
Zum momentanen Zeitpunkt können die neuen Ernährungsempfehlungen aus Amerika aufgrund fehlender Langzeitstudien nicht als Empfehlung ausgesprochen werden. Es gibt außerdem keinerlei Ergebnisse oder Beweise, den Verzehr von Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln, Nudeln, Reis und Milchprodukten in dem geforderten Maß einzuschränken. Außerdem findet Willetts Methode, einen globalen GI zu berechnen, keineswegs eine ungeteilte Zustimmung der Stoffwechselphysiologieexperten. Zudem ist unklar, ob die (hohe) Zufuhr von Lebensmitteln mit hohen GI auch dann gesundheitsschädigende Wirkungen zeigt, wenn die Bevölkerung normalgewichtig und körperlich aktiv ist. Trotzdem sollte die Qualität von Kohlenhydraten nicht außer acht gelassen werden. „Kohlenhydrate mögen die Fettverbrennung drosseln und so indirekt eine Rolle beim Zunehmen spielen, indem das Fett vermehrt in den Zellen gespeichert wird", äußert sich Prof. Wolfram in einem Experteninterview der DGE. Auch wenn aus den bisherigen Ergebnissen abgeleitet werden kann, dass eine moderate Senkung der Kohlenhydratmenge vor allem bei stark übergewichtigen Personen Vorteile bringen kann, ist sich Prof. Wolfram sicher, dass Nahrungsfett der wichtigste Nährstoff für das Problem Übergewicht darstellt. Nicht nur, weil die gleiche Kalorienmenge in Form von Fett im Vergleich zu kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln weniger sättigt, sondern auch weil es nach den Mahlzeiten hoch effizient ins Fettgewebe eingelagert wird.

Auch Prof. Dr. Christian Barth vom DIFE in Nuthethal (ehemals Bergholz-Rehbrücke) möchte den fehlenden Zusammenhang von Nahrungsfett und Übergewicht in der Nurses Health Study nicht verallgemeinern. „In der Stoffwechselforschung ist es heute unumstritten, dass die Tendenz zur Fettspeicherung im Körper, neben einer teilweise genetisch fixierten Neigung, von drei Lebensstilfaktoren bestimmt ist. Dazu zählen die Gesamtenergieaufnahme, der prozentuale Fettanteil und die körperliche Aktivität", argumentiert Prof. Barth in einer Stellungnahme in einer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft". Diese Erkenntnisse sind von Stoffwechselforschern weltweit erarbeitet worden und beruhen auf biochemischen Daten sowie auf kontrollierten Untersuchungen. Außerdem deuten experimentelle Ernährungsforschungen darauf hin, dass vor allem bei einer übermäßigen Aufnahme von Fetten und besonders von mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch der „oxidative Stress" zunimmt.

Fazit
Betrachtet man also die Menge der aufgenommenen Nahrungsenergie, dann löst sich auch das scheinbare „amerikanische Paradoxon“ auf. Die Energieaufnahme ist sowohl in den USA, als auch in Europa, bei gleichzeitigem Rückgang der körperlichen Bewegung, stark gestiegen. In den USA haben dazu sicherlich die literweise getrunkenen, kalorienreichen Limonaden und Eistees beigetragen.

Nach Dr. Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am DIFE in Nuthetal, werden Ernährungsempfehlungen nur dann Gehör finden, wenn dahinter Aussagen mit hoher Beweiskraft (Evidenz) stehen. „Der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Diskussion scheint es zu rechtfertigen, Teile der Ernährungspyramide offen zu lassen und sich bei der Lebensmittelauswahl auf gut abgesicherte Fakten zu konzentrieren“, meint Dr. Boeing in einer Stellungnahme gegenüber dem Spektrum der Wissenschaft. Seiner Meinung nach stellt es bereits eine besondere Herausforderung dar, die bisher gewonnenen Erkenntnisse tatsächlich umzusetzen. Obwohl es sinnvoll erscheint, bei der Auswahl der Lebensmittel stärker als bisher auf die unterschiedliche Qualität von Kohlenhydraten zu achten, bietet ein offenes Konzept zudem den Vorteil, dass ein gewisser Spielraum besteht. Denn es darf nicht vergessen werden, dass Essen nicht nur eine natürliche Sache ist, die sich auf organische Mechanismen reduzieren lässt. Sie ist immer auch eine kulturelle und soziale Angelegenheit.


Autorin: Mag. Walpurga Weiß

Für Fragen kontaktieren Sie bitte:

Österreichische Gesellschaft für Ernährung
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Neue Regelungen für Allergene und zusammengesetzte Zutaten in der europäischen Lebensmittelkennzeichnung
Mehr Verbraucherschutz durch verbesserte Lebensmittelkennzeichnung. Die Europäische Kommission ändert die Richtlinie über die Etikettierung von Lebensmittel. Zukünftig soll besser und vollständiger gekennzeichnet werden. Diese Neuregelung ist eine unmittelbare Reaktion auf Forderungen der Verbraucher. Durch die überarbeitete Kennzeichnungsregelung erhalten sie zukünftig mehr Informationen und Aufklärung über mögliche Allergene in Nahrungsmittel. Die neue Richtlinie soll zudem für mehr Transparenz und stärkeres Vertrauen sorgen. Die Regelung tritt EU-weit ab 1. Jänner 2005 in Kraft.


Neurodermitis – Neues aus der Ursachenforschung und Therapie
Die Neurodermitis ist eine chronische, nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung. Sie ist durch Hautauschläge mit extremen Juckreiz gekennzeichnet, die in Schüben wiederkehren und abklingen. Bis zu fünfzehn Prozent der Kinder in Mitteleuropa sind heute davon betroffen, die Erkrankung zeigt sich meist schon im Säuglingsalter. Die genauen Ursachen der Atopie sind noch nicht restlos erforscht. In Fachkreisen stimmt man weithin überein, dass es sich um ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen handelt, dessen Schübe durch ein Zusammenwirken von endogenen und exogenen Einflussfaktoren hervorgerufen werden. Der nicht zu unterschätzende positive Einfluss der Ernährung sowohl in der Prävention und Krankenbehandlung von Neurodermitis ist Thema des folgenden Artikels.


Blaukraut frisch am Markt
Rotkraut steckt voller Kraft. Es zeichnet sich insgesamt durch eine hohe Nährstoffdichte aus, es enthält kaum Kalorien und es wirkt sich dank seines hohen Gehalts an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen gesundheitsförderlich aus. Die antikanzerogene Wirkung von Rotkraut ist auf den hohen Glukonsinolatgehalt zurückzuführen. Dieser steht in Zusammenhang mit einer gesteigerten Aktivität eines Krebsschutzenzymes im Menschen. Mit seinem kräftigen Aroma ist das Rotkraut ein typisches Herbstgemüse, das man in verschiedensten Zubereitungsarten genießen kann.

Heft 2/2004

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Nitrat im Spinat - (k)ein Problem? / Mehr Transparenz rund ums Ei - Neue Regelung zur Eierkennzeichnung / Noni-Saft, das Wunderelixier aus der Südsee / Schweizer Gesellschaft für Ernährung / Eine runde Sache: Der neue DGE- Ernährungskreis


Nitrat im Spinat- (k)ein Problem?
Nitrat wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern auch im menschlichen Körper gebildet. Die Menge ist vergleichbar mit jener, die täglich konsumiert wird. Die Frage der Bedeutung der endogenen Nitrosaminbildung bei erhöhter Nitratzufuhr für eine Gesundheitsgefährdung des Menschen bedarf deshalb einer neuen Beurteilung. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung von Nitrat keineswegs so negativ sein soll, wie sie in der bisherigen Diskussion dargestellt wurde. Eine kontroversielle Diskussion in Fachkreisen.
Aus Sicht der Gesundheitsförderung wird empfohlen, mehr Obst und Gemüse zu essen. Diese zeigen eine protektive Wirkung gegen das Auftreten verschiedener chronisch-degenerativer Krankheiten wie Tumore und Herz-Kreislauferkrankungen. Die seit Ende der 1960er Jahre geführten öffentlichen Diskussionen über die Belastung unserer Umwelt und Nahrung haben in der Bevölkerung das Umweltbewusstsein gefördert, aber auch zu einer Verunsicherung geführt. Seit Jahren ist der Nitratgehalt von Gemüse und Trinkwasser immer wieder ein Thema im Verbraucher/innenschutz.

 

Vorkommen
Nitrat ist ein Zwischenprodukt im biologischen Kreislauf und kommt als natürlicher Bestandteil - wenn auch in unterschiedlichen Konzentrationen - in allen Lebensmitteln vor. Da Pflanzen ihren Stickstoffbedarf über Nitrat decken, ist es natürlicherweise vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden. Einerseits wird Nitrat als Endstufe der Nitrifikation - des Abbaus organischer Stickstoffsubstanzen - im Boden ständig produziert. Andererseits wird es vorsätzlich in Form von Düngemittel ausgebracht. Außerdem wird Nitrat mit dem Regen aus dem Boden ausgewaschen und gelangt so in das Grundwasser. Folglich stellt auch das Trinkwasser eine wichtige alimentäre Nitratquelle dar. Je intensiver die kollektive landwirtschaftliche Nutzung eines Gebietes, umso höher sind die Nitratgehalte des Grundwassers. Pflanzliche Lebensmittel aus biologischem, umweltverträglichem Anbau sind unter anderem aufgrund schonender Düngemethoden weniger nitratbelastet.

Nitratgehalt in Lebensmittel und ihre Einflussfaktoren
Pflanzen weisen unterschiedliche Nitratspeicherkapazitäten auf. Die Nitratkonzentrationen von Gemüse variieren natürlicherweise sehr stark, nämlich um Faktoren von schätzungsweise 2-60 für die Mittelwerte unterschiedlicher Gemüsearten und von 5-70 für die Einzelwerte innerhalb einer Gemüseart. Zu den nitratreichen Gemüsesorten zählen Blattsalate, Spinat, Rote Rüben, Rettich und Radieschen.
Grundsätzlich ist die Nitratakkumulation vom Stickstoffangebot im Boden abhängig. Die Nitratgehalte in Gemüse werden außerdem durch genetische und umweltbedingte Faktoren z.B. durch die Sorte, durch die in wechselseitigem Zusammenhang stehenden geografischen und jahreszeitlichen Faktoren wie Lichtintensität, Temperatur, Umfang des Düngemitteleinsatzes und etwaiger Glashausanbau beeinflusst.
Hohe Lichteinstrahlung fördert die Assimilation und somit den Nitratabbau. Deshalb spielt die Wahl des Erntezeitpunkts für den Nitratgehalt der Pflanze eine Bedeutung. Hohe Temperaturen führen zu geringerer Nitratakkumulation, anhaltende Trockenheit bewirkt dagegen im Allgemeinen eine Nitratanreicherung. Ferner sind in Produkten aus den nördlichen Breiten Europas zumeist höhere Gehalte zu finden als bei solchen aus dem Mittelmeer. Das ist auf klimatische und geografisch bedingte Schwankungen zurückzuführen. Aber unabhängig von der Jahreszeit und geografischen Lage übersteigt der Nitratgehalt von Glashausgemüse gewöhnlich jene von Freilandpflanzen.

Durch die übliche Be- und Verarbeitung der Lebensmittel wie Putzen, Waschen und Schälen kann der Nitratgehalt im Gemüse in der Regel vermindert werden. Eine bakterielle Nitritbildung kann allerdings auch in gekochten, nitratreichen Speisen (z.B. Spinat) auftreten, wenn diese einige Stunden ungekühlt aufbewahrt werden. Auf diese Art sind früher Vergiftungen von Kleinkindern verursacht worden. Da heute beinahe jeder Haushalt einen Kühlschrank besitzt, kommt dieser Nitritexposition kaum mehr Bedeutung zu.

Die vielfach gefürchtete Belastung mit Nitrat bzw. Nitrit durch die Verwendung von Zusatzstoffen bei der Verarbeitung von tierischen Produkten ist im Vergleich zur umweltbedingten Kontamination von Obst, Gemüse und Trinkwasser verschwindend gering. In einigen Fleisch- und Fischerzeugnissen und manchen Käsesorten kommt Nitrat dann in nennenswerten Mengen vor, wenn es aus technologischen und lebensmittelhygienischen Gründen als Lebensmittelzusatzstoff zugesetzt wurde. Im letzteren Fall wird die bakteriostatische Wirkung ausgenutzt, um das Wachstum gesundheitsgefährdender Bakterien zu verhindern.

Trinkwasser darf von Gesetz her, ebenso wie Babynahrung, nur sehr wenig Nitrat enthalten. Eine Reihe von Institutionen und Sachverständigen überprüfen periodisch die Qualität des Grundwassers mit verschiedenen Schwerpunkten u.a. der Nitratanalyse. Dabei wird unterschieden zwischen dem Umweltmonitoring des Umweltbundesamtes bei Grundwasser und Oberflächenwasser und den Untersuchungen im Rahmen der Trinkwasserverordnung. Hier ist eine Eigenkontrolle der Wasserversorgungsanlagen zwingend vorgeschrieben, die über autorisierte Stellen wie beispielsweise die Lebensmitteluntersuchungsanstalten, die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) und einige private Organisationen abgewickelt wird. Gefahr für die Nitratbelastung von Trinkwasser besteht in Österreich vor allem für die Ackerbaugebiete (Tullnerfeld, Marchfeld). Die Nitrat-Mittelwerte der öffentlichen Wasserversorgung lagen in den einzelnen Bundesländern jedoch unter dem Richtwert von 25 mg/l (Ost-West-Gefälle).

Endogene Nitratbildung
Anfang der 1990er Jahre konnte gezeigt werden, dass das im Körper gebildete Nitrat hauptsächlich aus der Umwandlung der Aminosäure Arginin in Stickoxid (NO, ein gasförmiges Radikal) stammt. Das Stickoxid wird über verschiedene Stoffwechselwege, unter anderem über Nitrit (Methämoglobin- und Nitrosaminbildung) letztlich überwiegend zu Nitrat metabolisiert. Das chemisch sehr reaktive, genotoxische NO spielt im Körper eine wichtige Rolle als Botenstoff und bei der Immunabwehr (Makrophagen). Die gesamte endogene Nitratbildung im Menschen beträgt im Mittel etwa 1 mg/kg KG/Tag. Dieser Wert kann bei Infektionen oder anderen entzündlichen Erkrankungen stark erhöht sein.

Die Bedeutung dieser neu entdeckten endogenen NO-Bildung für die endogene Nitrosaminbildung und somit für eine mögliche Krebsinduktion ist noch weitgehend unklar. Es wird heute davon ausgegangen, dass diese für den Menschen - im Vergleich zu den exogen zugeführten Mengen - die bedeutendere Expositionsquelle darstellt. Auch bei einer minimalen exogenen Nitratexposition, ist der Mensch täglich unvermeidbaren Mengen von endogen gebildeten Nitrosaminen im Bereich von vermutlich 40-140 µg/Erwachsenen ausgesetzt, welche bei einer Ernährung mit nitratreichen Lebensmitteln ansteigen kann. Im Hinblick auf eine mögliche Tumorinduktion infolge endogen gebildeter Nitrosamine scheint aber nicht so sehr die Höhe der Nitratzufuhr, als vielmehr die Art und Struktur der in der Nahrung unvermeidbar vorkommenden nitrosierbaren Stoffen (z.B. Aminen, Amiden usw.) von Bedeutung zu sein.

Da der Körper im Allgemeinen über bewährte Inaktivierungsmechanismen für auftretende reaktive Stoffwechselzwischenprodukte (z.B. OH-Radikale, H2O2 usw.) verfügt, die selbst auch Tumore induzieren können, geht man davon aus, dass auch für die bei der Nitratbiosynthese gebildeten genotoxischen Stoffe entsprechende Schutzmechanismen existieren. Durch die Erkenntnis, dass der Organismus letztlich selbst Nitrat in einer Menge bildet, die jener der täglichen Aufnahme über die Nahrung entspricht, wird die Möglichkeit einer nitratbedingten indirekten Tumorinduktion durch endogen gebildete Nitrosamine stark in Frage gestellt.

Verschiedene Wissenschafter/innen haben nun Studien vorgelegt, auf deren Basis sie die Wirkungen von Nitrat aus der Nahrung neu bewerten. In einzelnen wissenschaftlichen Studien wird gezeigt, dass kein direkter Zusammenhang zwischen der Nitrataufnahme durch den Gemüsekonsum und einem erhöhten Krebsrisiko besteht. Es gibt keine quantitativen Belege für die endogene Bildung kanzerogener N-Nitroso-Verbindungen nach Aufnahme realistischer Nitratmengen und N-nitrosierbarer Vorstufen. Laut Expert/inn/en sind die zur Nitrataufnahme und zum Magenkrebsrisiko durchgeführten epidemiologischen Studien widersprüchlich, wobei insbesondere die zuverlässigeren Fall-Kontroll- und Kohortenstudien auf keinen Zusammenhang schließen lassen.

Zudem sollen verschiedene Fall-Kontrollstudien zum Lebensmittelverzehr auf Basis von Fragebögen in der Regel eine Schutzwirkung der geschätzten Nitrataufnahmemenge in Bezug auf das Risiko einer Magenkrebserkrankung gezeigt haben. Die Berücksichtigung dieser Erkenntnisse zu Nitrat führt bei der Nutzen-Risiko-Betrachtung zum Schluss, dass das gesundheitliche Risiko durch Nitrat gegenüber dem gesundheitlichen Nutzen eines hohen Früchte- und Gemüsekonsum vernachlässigbar ist, selbst wenn der heutige durchschnittliche Gemüsekonsum künftig verdoppelt wird. Ähnliche Schutzwirkungen werden auch hinsichtlich Nitrat und verschiedener Krankheitserreger z.B. Salmonellen, Helicobacter pylori oder Kolibakterien im Magen-Darm-Trakt beschrieben. Verschiedene Wissenschafter betonen, dass „immer mehr Belege darauf hindeuten, dass Nitrat in der Nahrung eine nützliche Rolle spielt, insbesondere beim Schutz des Darmtrakts bezüglich allgemein verbreiteter Krankheitserreger“.
Kritiker/innen behaupten, es sei wichtig, die technischen Einschränkungen epidemiologischer Studienergebnisse beim Nachweis potenzieller Effekte einer spezifischen Exposition wie z.B. vorgebildete N-Nitrosoverbindungen in der Nahrung zu berücksichtigen. Zudem sind sowohl der Nitratstoffwechsel im menschlichen Körper als auch die Entstehung von Krebs äußerst komplexe und teilweise noch ungeklärte Vorgänge. Für einige führende Toxikologen steht fest, dass die derzeitigen toxikologischen Grundlagen keine Entwarnung in Nitratfragen zulassen.

Methämoglobinämie bei Säuglingen
Das in den Erythrozyten enthaltene Hämoglobin bindet Sauerstoff und transportiert diesen in die Organe und Gewebe. Wird das zweiwertige Eisen des Hämoglobins durch Nitrit zu dreiwertigen oxidiert, entsteht Methämoglobin, das keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Die Methämoglobinreduktase sorgt dafür, dass die durch Autooxidation gebildete Methämoglobin-Konzentration des Totalhämoglobins 1-2 % nicht überschreitet. Die Aktivität dieses Enzyms ist aber bei Säuglingen (< 3-6 Monaten) noch nicht voll entwickelt. Zudem ist bei ihnen die Methämoglobinbildung durch Nitrit infolge spezieller Eigenschaften des fetalen Hämoglobins erhöht. Säuglinge reagieren deshalb viel empfindlicher auf die Methämoglobinbildung als Erwachsene. Hinzu kommt, dass Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sehr wenig Magensäure produzieren uns deshalb im Magen und oberen Darmbereich nitratreduzierende Bakterien ständig für Nitritnachschub sorgen.

Toxizität
Aus den verfügbaren toxikologischen und epidemiologischen Daten kann darauf geschlossen werden, dass Nitrat per se eine relativ geringe Toxizität aufweist. Nur 5-20 % der insgesamt aufgenommenen Nitratmenge wird im menschlichen Organismus überwiegend in der Mundhöhle durch den Speichel zum weitaus giftigeren Nitrit reduziert. Die Sicherheitsbeurteilung von Nitrat basiert daher auf der Toxikokinetik von Nitrat beim Menschen und der Toxizität von Nitrit.

Das Joint Expert Committee der FAO/WHO (JECFA) stellte 1996 fest, dass es keine Anzeichen für einen Zusammenhang zwischen Nitratexposition und Krebsrisiko gäbe und stufte Nitrat als nicht genotoxisch ein. Sie hält aber am früher abgeleiteten ADI-Wert von 0 – 3,65 mg/kg KG (entsprechen 0 – 5 mg/kg KG für Natriumnitrat) für Nitrat fest und betont, dass dieser Wert nicht zur Ableitung von Höchstkonzentrationen für Nitrat in Gemüse verwendet werden sollte. Das ADI-Konzept vom JECFA wurde absichtlich für die im Lebensmittelsektor eingesetzten Stoffe entwickelt und ist für natürlicherweise in Lebensmittel vorkommende Stoffe wie z.B. natürliche Inhaltsstoffe und Kontaminationen ungeeignet.

Rechtliche Situation und Höchstwertregelungen
In der EU werden für problematische Fremd- und Inhaltsstoffe so genannte Höchstmengen festgesetzt. Waren, bei denen diese Werte überschritten werden, gelten als nicht verkehrsfähig.
Das Ausmaß der möglichen Zusammenhänge zwischen der Nitrataufnahme und einem gesundheitlichen Risiko beim Menschen ist zurzeit nicht abschätzbar. Um den Nitratgehalt zu beschränken, wurden aus Vorsorgegründen für einige Lebensmittel wie Trinkwasser, Babynahrung, Kopfsalat und Spinat so genannte Höchstmengen festgelegt. Für keine anderen Lebensmittel werden im Rahmen der EU-Verordnung Höchstwerte geregelt.
Bezüglich Höchstmengen an Nitrat gilt EU-weit derzeit verbindlich und unmittelbar die Verordnung vom 2. April 2002 (Nr. 563/2002/EG), die auf Basis der durchgeführten Prüfungen der für Salat und Spinat vorgesehenen Höchstgehalte erfolgte. Die genauen juristischen Ausführungen und Übergangsfristen sind dem Gesetzesblatt zu entnehmen (Verordnung (EG) Nr. 563/2002 der Kommission vom 2. April 2002 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 466/2001 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln).
Für Lebensmittel, die in o.g. EU-Verordnung nicht geregelt sind, gelten in manchen Mitgliedsstaaten zusätzliche nationale Bestimmungen. In Österreich gelten die von der Codex-Kommission beschlossenen und im Österreichischen Lebensmittelbuch (ÖLMB) veröffentlichten Grenzwerte für Kraut, Kohl, Chicoree, Porree, Karotten, Knollensellerie und Fisolen von 1.500 mg/kg und Richtwerte von 3.500 mg/kg in Feldsalat, Kohlrabi, Kresse und Petersilie bzw. 4.500 mg/kg in denselben zwischen dem Zeitraum von 1.11 und 30.4. (ZI.72.110/9-VII71b/89).
Die gesetzlichen Regelungen für Trinkwasser erfolgen im Rahmen des Lebensmittelgesetzes und durch die Trinkwasserverordnung. Die festgelegten Parameter und Indikatorparameterwerte beruhen auf den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation und sind zwingend einzuhalten. Für Nitrat im Grundwasser gilt in Österreich ein Schwellenwert von 45 Milligramm pro Liter. Der Richtwert liegt bei 25 mg/l Trinkwasser, dessen Überschreitung zumindest vierteljährliche Untersuchungen des Trinkwassers bezüglich Nitratgehalt zur Folge hat.

Fazit:
Ebenso wie in anderen europäischen Ländern liefert Gemüse mit 64 % den weitaus größten Beitrag zur Nitratbelastung in Österreich. Aufgrund der gleichzeitig hohen Gehalte an gesundheitsförderlichen Substanzen, welche die Nitrosierung inhibieren und ihrem hohen ernährungsphysiologischen Wert darf daraus keine Einschränkung des Gemüseverzehrs abgeleitet und empfohlen werden. Zudem ist die Diskussion neuerer epidemiologischer Daten zu beobachten und eine eventuell zukünftige neue Bewertung von Nitrat zu berücksichtigen. Bis dahin ist eine kontinuierliche Kontrolle der Nitratkonzentrationen in umweltbedingt kontaminierten Lebensmitteln, vor allem die Nitratbelastung verschiedener Gemüsesorten unabdingbar. Eine Festlegung europaweit geltender Höchstwerte von Nitratmengen ist auch aus Gründen des Umweltschutzes zu begrüßen. Unabhängig davon gilt weiterhin die Empfehlung, Obst und Gemüse saisongerecht auszuwählen.

Autorin: Mag. Walpurga Weiß

Für Fragen kontaktieren Sie bitte:

Österreichische Gesellschaft für Ernährung
Zaunergasse 1-3, 1030 Wien, Tel.: +43/1/714 71 93


Mehr Transparenz rund ums Ei - Neue Regelung zur Eierkennzeichnung

Verbraucher/innen wünschen eine klare Kennzeichnung von Eiern und Eier-Verpackungen. Seit 1. Jänner 2004 gelten dafür neue EU-weite einheitliche Regelungen für Hühnereier der Güteklasse A. Die Haltungsform, das Herkunftsland und der Erzeugerbetrieb müssen ab sofort direkt auf jedes einzelne Ei gestempelt werden. Die Haltungsform der Legehennen muss auch auf der Verpackung vermerkt sein. Freiwillig haben davon bisher meist nur die Alternativeiproduzenten Gebrauch gemacht. Die neuen Kennzeichnungsvorschriften sorgen für mehr Transparenz und geben der/dem Verbraucher/in die Möglichkeit, direkt beim Einkaufen zu entscheiden, welche Haltungsform oder welches Erzeugerland sie unterstützen möchten.


Noni- Saft, das Wunderelixier aus der Südsee

Der gepresste Saft der Indischen Maulbeere macht mit vielversprechenden Werbeaussagen von sich reden. Laut Aussage der Anbieter ist Noni-Saft ein regelrechtes Wundermittel und soll gesundheitsfördernde Wirkungen besitzen. Bei näherer Betrachtung fällt ein gravierender Schönheitsfehler ins Auge: Die wissenschaftlichen Beweise fehlen. In der Europäischen Gemeinschaft zählt dieser Saft zu den so genannten neuartigen Lebensmitteln und darf inzwischen in pasteurisierten Fruchtsaftgetränken verwendet werden. Die gesundheitlichen Eigenschaften gehen nicht über jene von anderen Fruchtsäften hinaus.


Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE)

Die beiden bisherigen Fachgesellschaften, die Schweizerische Vereinigung für Ernährung und die Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, haben am 20. Januar 2004 ein Zusammengehen beschlossen, um ihren Bestrebungen künftig mehr Effizienz und politisches Gewicht zu verleihen.


Eine runde Sache: Der neue DGE- Ernährungskreis

In neu gestalteter Form präsentiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) ihren Ernährungskreis. Er ist Wegweiser und Symbol für eine vollwertige Lebensmittelauswahl.

Heft 1/2004

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Aspekte zur Funktionalität von Probiotika / Fertigprodukte – besser als ihr Ruf? / Konsumprozesse und Ernährungspraktiken: Chancen für eine Nachhaltigkeit? / Nüsse als Gehirnnahrung


Aspekte zur Funktionalität von Probiotika

Lebensmittel dienen schon längst nicht mehr nur rein physiologischen Funktionen. Immer öfter sollen sie weitere „spezielle“ Aufgaben erfüllen. In diesem Zusammenhang bekommen funktionelle Lebensmittel zunehmend größere Bedeutung. Fermentierte Milchprodukte, welche lebende Milchsäurebakterien enthalten, werden schon seit mehreren hundert Jahren geschätzt und ihre vorteilhaften Wirkungen auf die menschliche Gesundheit sind schon lange Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Es gibt Grund zur Annahme, dass bestimmte Milchsäurebakterien, so genannte Probiotika, gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen.

Geschichte

In der Volksmedizin werden fermentierte Milchprodukte bereits seit über hundert Jahren zur Behandlung von Durchfall eingesetzt. Erste wissenschaftliche Beweise dafür lieferte um 1900 der russische Biologe Ilja Metschnikoff. Er empfahl Joghurt und angesäuerte Milchprodukte als Mittel gegen schädliche Mikroben im Darm und damit gegen Krankheiten und Alterungsprozesse. Metschnikoff führte darauf die hohe Lebenserwartung bestimmter Volksstämme im Kaukasus und in Bulgarien zurück. Seine Forschungen brachten ihm 1908 den Nobelpreis für Immunologie.

Nachdem Wissenschaftler jedoch nachgewiesen hatten, dass die beiden klassischen Joghurt-Bakterienstämme Lactobacillus bulgaris und Streptococcus thermophilus von der Magensäure und Gallensalzen rasch abgetötet werden, hatte die Begeisterung an seiner Arbeit rasch nachgelassen. Erst als neuere klinischen Studien Laktobacillus-Arten und Bifidobakterien gefunden hatten, welche die Magen-Darm-Passage überleben, ist das Interesse wieder gestiegen.

Die bakterielle Darmflora des Menschen

Die Mikroflora des Verdauungstrakts besteht aus einer äußerst komplexen Gruppe von Mikroorganismen, der über 400 verschiedenen Bakterienarten angehören. Die Anzahl der Bakterien steigt von 103/g im Magen, auf 104 – 106/g im Dünndarm und auf 1012/g im Dickdarm. Ein Großteil der mit der Nahrung aufgenommenen Mikroorganismen wird durch die Säure im Magen zerstört oder durch die Verdauungsenzyme im Dünndarm zerlegt. Jene, die überleben, können sich im Dickdarm ansiedeln und sich auf verschiedenste Art und Weise am Abbau der unverdauten Nahrungsreste beteiligen. Lange glaubte man, dass die hinteren Darmabschnitte nur wenig zur menschlichen Verdauung beitragen. Neuere Studien zeigen allerdings, dass gerade die überwiegend anaerobe Dickdarmflora eine entscheidende Rolle für die Gesundheit spielt.

Der Darm beinhaltet den größten Teil des Immunsystems des Menschen. Seine Entwicklung hängt wesentlich von der Zusammensetzung der bakteriellen Darmflora ab. Neben den natürlich vorkommenden erwünschten Bakterien mit ausschließlich positiven Eigenschaften (z.B. Laktobazillen, Eubakterien und Bifidobakterien), welche die Verdauung unterstützen und zur Infektionsabwehr beitragen, kommen dort auch potentielle Krankheitserreger (z.B. Pseudomonas aeroginosa, Vibrionen, Staphylokokken, Slostridien, Veillonellen) vor. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen bildet die Darmflora und für die Gesundheit des Menschen ist das Gleichgewicht dieser Zusammensetzung wichtig. Sowohl Pro- als auch Präbiotika sollen die Darmflora positiv beeinflussen, indem gesundheitsfördernde Darmbakterien vermehrt bzw. gesundheitsschädliche verdrängt werden.




Tabelle 1: Schutzmechanismen der normalen Darmflora (nach Hammer & Aichbichler, 2003)
o Barrierefunktion (Kolonisierungsresistenz)
o Förderung des Stoffwechsels der Darmwand
o Förderung der Darmmotilität
o Verhinderung bakterieller Fehlbesiedelung
o Hemmung der Durchwanderung von Bakterien (Translokation)
o Stimulation des Immunsystems in der Darmwand
o Stoffwechselaktivität



Probiotika

Der Name Probiotikum kommt aus dem Griechischen und bedeutet „für das Leben“, im Gegensatz zu Antibiotikum („gegen das Leben“). Probiotika sind lebende Mikroorganismen, im Wesentlichen Milchsäure- und Bifidobakterien, die mit der Nahrung in den Darm gelangen, sich dort ansiedeln und dadurch positive gesundheitliche Effekte erzielen können.

Um eine effiziente probiotische Wirkung zu besitzen, müssen die Bakterien eindeutig definierte Kriterien erfüllen. Diese basieren auf den drei Säulen „Sicherheit, probiotische Funktion und technologische Eignung". Grundsätzlich dürfen nur Stämme zum Einsatz kommen, die keinerlei pathogene Wirkungen aufweisen (GRAS-Zertifikat). Voraussetzung für ihre Wirkung ist, dass sie lebend und in ausreichender Zahl in den Darm gelangen (Kolonisation) und ihre vermehrte Ansiedelung (10 % bis zu 40 % der Ausgangskeimzahl) im Dickdarm sichergestellt ist. Es konnte gezeigt werden, dass sich die natürliche Menge an Bakterien im Darmtrakt beim Verzehr von Joghurt mit bestimmten Milchsäurebakterien verzehnfachte. Wurde die Zufuhr gestoppt, sank die Anzahl der Bakterien allerdings bereits nach 10 Tagen wieder ab. Nach derzeitigem Wissensstand kann die bleibende Etablierung des Probiotikums nur durch eine ständige Verabreichung erzielt werden.

Infobox:
Das GRAS-Notifikations-Programm ist ein nationales und internationales Programm der FDA (U.S. Food and Drug Administration). In Amerika unterliegt jede Substanz, die einem Nahrungsmittel hinzugefügt wird, einer Bewilligung seitens der FDA. Eine Ausnahme bilden jene Substanzen, denen von Experten bereits der GRAS-Status verliehen wurde. GRAS steht für die Abkürzung „generally recognized as safe“ und zeichnet jene Substanzen und Zusätze aus, die für Menschen als sicher gelten und die Gesundheit nicht beeinträchtigen. Um die internationalen Nahrungsmittelstandards zu harmonieren, arbeitet die FDA mit internationalen Organisationen wie der WHO (World Health Organization), der FAO (Food and Agriculture Organization), dem Codex Alimentarius u.a. zusammen.
Quellen:
http://www.cfsan.fda.gov/~dms/opa-noti.html
http://www.fao.org/es/esn/jecfa/database/cover.htm


Die gute Haftungsfähigkeit (Adhäsion) der Probiotika an der Darmwand soll verhindern, dass sich pathogene Keime an die Darmzelle heften und dadurch gastrointestinale Infekte auslösen. In verschiedenen Studien konnte dosisabhängig eine verminderte Adhäsion von bestimmten Pathogenen (z.B. E.coli, Salmonella thyphimurium) festgestellt werden. Am größten ist heute die Erfahrung bei der überwiegend durch Rotaviren ausgelöste Gastroenteritis im Kindesalter. In mehreren Untersuchungen an Kleinkindern konnte ein protektiver Effekt festgestellt werden.

Des weiteren sind gute Haltbarkeit der Lebendkeime sowie Widerstandsfähigkeit gegenüber technischen Verfahren notwendig. Eine ausreichende Konzentration von Lebendkeimen soll auch nach längerer Lagerung sichergestellt sein. Lebensmittelhersteller streben für probiotische Joghurts auch nach 3wöchiger Lagerung im Durchschnitt 107 Lebendkeime pro Gramm Joghurt an.


Eigenschaften von Probiotika

Die Effekte von Probiotika beruhen auf unterschiedlichen Mechanismen. Zu ihren Eigenschaften liegen heute zahlreiche Daten vor, welche ihre Wirkung auf normale Körperfunktionen sowie auf bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes belegen. Bei der praktischen Umsetzung des gegenwärtigen Wissens über ihre Wirkungen müssen jedoch die unterschiedlichen Ebenen des Wirkungsnachweises (d.h. nachgewiesene Wirkungen an Tieren; an Geweben oder Zellen von gesunden und kranken Menschen; Wirkungen in der Behandlung oder Vermeidung von Erkrankungen) beachtet werden. Die Mehrzahl der Eigenschaften eines Probiotikums kann in Laboruntersuchungen in vitro, zum Beispiel an tierischen oder menschlichen Zellkulturen, nachgewiesen werden. Dabei ist zu beachten, dass die Eigenschaften einzelner Bakterienstämme auch bei sehr naher Verwandtschaft sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können (Stammspezifität). All diese Erkenntnisse geben wichtige Hinweise auf die verschiedensten Eigenschaften von Probiotika, die Übertragbarkeit auf den Menschen ist häufig eingeschränkt. Diesbezüglich besteht auf dem Gebiet der Probiotika noch ein großer Bedarf an kontrollierten Studien.

Nachgewiesene Wirkungen am Menschen

Zurzeit werden vor allem die Stärkung des Immunsystems, die verkürzte Durchfalldauer bei Darminfektionen sowie die Senkung der Konzentration von gesundheitsschädlichen Stoffwechselprodukten bzw. krebspromovierenden Enzymen diskutiert. Auf ernährungsphysiologischer Ebene ist die Verbesserung der Laktoseverdauung und Kalzium-Resorption, sowie die Bereitstellung bestimmter wasserlöslicher Vitamine (v.a. Vitamin B1 und B12) erwiesen.

Die Hinweise für eine positive Wirkung der Probiotika auf das Immunsystem kamen zunächst aus Tierfütterungsstudien. Forscher beobachteten, dass die Verabreichung lebender Milchsäurebakterien die Lymphozyten stimulierten und die Anzahl der Immunglobuline und der Killerzellen erhöhten. Zahlreiche weitere Studien konnten nach regelmäßigem Verzehr von Joghurt mit Probiotika eine deutliche Steigerung der spezifischen und unspezifischen Immunabwehr belegen. Obwohl der immunmodulierende Effekt inzwischen wissenschaftlich erwiesen ist, kann der genaue Mechanismus noch nicht erklärt werden. Es wird angenommen, dass die Zelloberfläche bzw. die Zellwandkomponenten der Organismen natürlicherweise den Stimulus für viele spezifische und unspezifische Abwehrmechanismen darstellt. In manchen wissenschaftlichen Kreisen wird deshalb der Begriff „immunobiotics“ vorgeschlagen. Weiterreichende Schlussfolgerungen, welche eine Aussage über die Auswirkungen dieser Immunaktivierung erlauben, erfordern kontrollierte Studien.

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Infektionen des Verdauungstraktes durch den Verzehr von fermentierten Milchprodukten verhindert oder sogar geheilt werden können. Dies trifft sowohl für virale als auch für bakterielle und Pilzinfektionen zu. Dieser Effekt beruht wahrscheinlich teilweise auf der Verdrängung potentieller Erreger durch bevorzugte Anhaftung der Probiotika an die Darmrezeptoren oder ihre direkte Bindung an die Erreger (Aggregation). Voraussetzung für einen positiven Effekt ist wiederum die Kolonisation und Adhäsion im Darm. Der protektive Effekt wurde in einer Reihe von Untersuchungen an Kleinkindern eindeutig nachgewiesen.

Besonders intensiv wird auch über den möglichen Einfluss probiotischer Milchprodukte auf die Karzinogenese im Dickdarm geforscht. In-vitro-Untersuchungen und Tierexperimente lassen auf ein krebshemmendes Potential der Mikroorganismen schließen. Verschiedene Befunde sprechen für eine Abnahme der Aktivität bestimmter schädlicher krebsbildender Enzyme. Sie erlauben allerdings noch keine Aussagen darüber, ob sich dieses Potential auch in einer klinisch bedeutsamen krebshemmenden Wirkung äußern kann.

Alternative bei Milchzuckerunverträglichkeit

Milchzucker (Laktose), der nur in Milch und Milchprodukten vorkommt, wird durch das Enzym Laktase in der Dünndarmschleimhaut gespalten. Bei Erwachsenen ist Laktasemangel weit verbreitet, wobei die Häufigkeit regional sehr unterschiedlich ist. Diese müssen daher auf fermentierte Milchprodukte, bei denen der größte Teil der Laktose vergärt ist, zurückgreifen. Probiotika besitzen zusätzlich ein laktosespaltendes Protein, das im Darm abgegeben wird und kleinere Mengen von Laktose abbaut. Für einen großen Bevölkerungsteil verbessert sich dadurch die Verträglichkeit von fermentierten Milchprodukten.

Wir wissen derzeit aber noch nicht, wie sich eine langfristige Einnahme von Probiotika auswirkt bzw. wie die Darmflora reagiert, wenn die Gabe nach längerer Zeit wieder abgesetzt wird. Eine uneingeschränkte Empfehlung probiotischer Lebensmittel wird erst möglich sein, wenn negative Auswirkungen durch geeignete Langzeituntersuchungen mit Sicherheit ausgeschlossen werden können.

Zitat: kongenialer Partner

Präbiotika

Präbiotika sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die das Wachstum und/oder die Aktivität eines Bakteriums oder einer beschränkten Anzahl an Bakterien im Dickdarm stimulieren. Die meisten heute verwendeten Präbiotika sind natürliche Bestandteile vieler pflanzlicher Lebensmittel (z.B. Chicorée, Knoblauch, Spargel, Zwiebel), im Wesentlichen Kohlehydrate, die von den menschlichen Verdauungssäften nicht aufgeschlossen werden können. Die am öftesten in Lebensmittel verwendeten Präbiotika sind Oligosaccharide wie Frukto-Oligosaccharide, Galakto-Oligosaccharide oder Laktulose. Man findet diese heute in vielen verschiedenen Lebensmitteln wie Milchprodukte, Bäckerwaren, Teig- und Fleischwaren usw.

Das gemeinsame Merkmal der Präbiotika und der Ballaststoffe besteht darin, dass sie unverdaulich sind, aber ihre physiologischen Funktionen sind oft verschieden. Präbiotika haben einen äußerst selektiven wachstumsstimulierenden Effekt und hemmen dadurch gleichzeitig viele krankheitserregende Bakterien der Mikroflora. Das Prinzip der Präbiotika gründet also auf der selektiven Anregung der Mikroorganismen im Darm.

Momentan gilt das Interesse vor allem den milchsäureproduzierenden Bakterien. Die präbiotischen und gesundheitsförderlichen Effekte einer großen Anzahl von Oligosacchariden sind in vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen (in vitro und in vivo) bestätigt und dokumentiert worden. Am eindeutigsten wurden bisher die Effekte der Fructo-Oligosaccharide (FOS) in Interventionsstudien am Menschen nachgewiesen. Bezüglich ihrer Effektivität müssen weitere Studien folgen.

Infobox:
Synbiotika
Pro- und Präbiotika haben synergistische Effekte. Der Begriff “synbiotisch” wird dann verwendet, wenn ein Lebensmittel gleichzeitig pro- und präbiotische Substanzen enthält. Diese Kombination soll dem Probiotikum Nährsubstrat zur Verfügung stellen und somit sein Überleben und seine Ansiedelung im Darm begünstigen. Damit gesundheitsrelevante Effekte erzielt werden können, ist der mengenmäßige Anteil von Präbiotika im Produkt von Entscheidung.

Prä- und Probiotika – Teil einer gesunden Ernährung?

Gemäß den heutigen Forschungsresultaten kann diesen Produkten zweifellos eine zusätzliche gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen werden. Sie sind somit ganz typische Beispiele für die neue Gruppe der funktionellen Lebensmittel. Es erhebt sich allerdings die Frage, inwieweit normal funktionierende Abläufe, zum Beispiel die Immunabwehr, über die Normalität hinaus verbessert werden können. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang auch, inwieweit Probiotika zum Schutz gegenüber kurzfristigen Störungen (z.B. im Rahmen von Stresssituationen oder eines Infekts) oder einer Verbesserung bleibender Störungen der normalen Funktionen (z.B. im Rahmen eines Alterungsprozesses) eingesetzt werden können. Allerdings ist generell zu beachten, dass ein ungesunder Lebensstil und eine unvernünftige Ernährungsweise nicht durch einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe auszugleichen sind.

Autorin: Mag. Walpurga Weiß

Für weitere Informationen:
Österreichische Gesellschaft für Ernährung


Fertigprodukte - besser als ihr Ruf?

Vorgefertigte Lebensmittel und Fertiggerichte erobern unsere Küchen. Das Paradoxe dabei: Obwohl die Nachfrage nach Fertigprodukten immens gestiegen ist, werden sie oft als ungesund und unnatürlich angesehen. Die Konsumenten sind stark verunsichert hinsichtlich der Lebensmittelqualität und erleben die Entscheidung vor dem Regal als Konflikt.


Konsumprozesse und Ernährungspraktiken: Chancen für eine Nachhaltigkeit?

Im Kontext der Diskussion um nachhaltige Entwicklung gilt das Ernährungssystem als ein sehr wichtiges Handlungsfeld. Während in den 1970er und 1980er Jahren die Umweltpolitik vor allem auf den industriellen Produktionsprozess und auf Wirtschaftsunternehmungen gerichtet war, sind in den 1990er Jahren auch die alltägliche Lebensführung, sowie die Konsum- und Lebensstile in den westlichen Ländern vermehrt in das Zentrum gesellschaftlicher Aufmerksamkeit gerückt. Die Ernährung hat für den Menschen nicht nur physiologische Funktionen, sondern auch psychologische, soziale und kulturelle. Deshalb werden Schritte in Richtung nachhaltigere Ernährungspraktiken nur dann gelingen, wenn diese unterschiedlichen Funktionen berücksichtigt und Anschlussstellen an die alltägliche kulinarische Praxis der Menschen und deren Eigenlogik gefunden werden. Die Darstellung eines von Ass. Prof. Dr. Karl-Michael Brunner geleiteten Forschungsprojektes am Institut für Soziologie und Wirtschaftssoziologie der Wirtschaftsuniversität Wien.


Nüsse als Gehirnnahrung

Historisch betrachtet sind Nüsse als Grundnahrungsmittel seit den Jäger- und Sammlervölkern bekannt. Sie wurden seit jeher als Schönheits- und Genussmittel, als Öllieferanten und in der Medizin geschätzt. Um viele Nussbäume ranken sich mythische Geschichten und Vorstellungen. Die Baumnuss gilt als Glücksbringer für Frischvermählte, die Haselnuss soll die Liebeskraft stärken und reichen Kindersegen bringen. Nüsse sind die größten pflanzlichen Energielieferanten und enthalten neben hochwertigen Ölen viel Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Nüsse sind äußerst artenreich, aromatisch und preisgünstig.

Heft 4/2003

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So isst Österreich / Hunger, Appetit und Sättigung - bestimmen unsere Gene was wir essen? / Die Feige / 50 Jahre DGE / Adipositas Jahrestagung 2003 / Nahrungsmittelunverträglichkeiten und deren Auslöser

So isst Österreich
Der Ernährungsbericht 2003 ist da

Das Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien (IfEW) veröffentlicht heute den Ernährungsbericht 2003, der im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen erstellt wurde und in 8 Kapiteln einen detaillierten Überblick über die Ernährungssituation in Österreich bietet.

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet das Kapitel über den Ernährungszustand verschiedener Bevölkerungsgruppen in Österreich. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich mit dem Datenmaterial des ersten Ernährungsberichts von 1998. Da Aspekte der Lebensmittelqualität und -sicherheit stets ein breites öffentliches Interesse wecken, werden weiters aktuelle Daten zu Themen wie Trinkwasser, gentechnisch veränderte Lebensmittel, Bioprodukte, Zusatzstoffe und Acrylamid in Lebensmitteln dokumentiert.

Gesunde Ernährung liegt voll im Trend -
Der Lebensmittelverbrauch der österreichischen Bevölkerung entwickelt sich großteils in eine wünschenswerte Richtung. Der Verbrauch von Gemüse, Obst (ausgenommen Zitrusfrüchte) und Fisch ist ansteigend. Auch der steigende Verbrauch von pflanzlichen Ölen ist insgesamt positiv zu bewerten, da sie wichtige Lieferanten von essentiellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen sind.

- doch das Potential ist noch nicht ausgeschöpft...
Weil die Gesamtfettzufuhr in Österreich zu hoch ist, sollten weniger tierische Fette (aus Fleisch und Wurst, Obers, Butter, Rahm etc.) verzehrt werden. Insgesamt nimmt zwar der Verbrauch von Brotgetreide (Weizen) zu, aber der Verbrauch von dunklen Brotsorten (aus Roggen), die einen wünschenswert höheren Ballaststoffgehalt aufweisen, zeigt eine fallende Tendenz. Der stark rückläufige Trend im Verbrauch von Hülsenfrüchten ist negativ zu bewerten, da diese Lebensmittelgruppe viele Vorteile aufweist. Neben hochwertigem pflanzlichen Eiweiß liefern Hülsenfrüchte reichlich Ballaststoffe und beachtliche Mengen an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Insgesamt also genügend Gründe, den „stiefmütterlichen“ Umgang mit dieser Lebensmittelgruppe zu überdenken und zumindest einmal pro Woche ein Gericht mit Hülsenfrüchten einzuplanen.
Insgesamt ernährt sich die österreichische Bevölkerung nach wie vor sehr traditionsbewusst und deftig. Fleisch und Fleischprodukte sind beliebt. Beispielsweise werden in Österreich pro Kopf und Monat 5kg Schweinefleisch verbraucht. Dagegen liegt der Fischverbrauch bei nur 450g pro Kopf und Monat. Von der Zielvorgabe, nämlich 1 - 2 Portionen Fisch pro Woche, sind die Österreicher noch weit entfernt. Gerade der Fischverzehr ist also trotz steigender Tendenz weiter verbesserungsfähig.

Follow-up Studien zum Ernährungszustand der österreichischen Bevölkerung
Die 1991 begonnene Österreichische Studie zum Ernährungsstatus ÖSES (Austrian Study on Nutritional Status, ASNS) hat zum Ziel, den Ernährungszustand verschiedener Bevölkerungsgruppen in Österreich zu erheben und zu dokumentieren. Erste umfassende Ergebnisse dazu wurden im Österreichischen Ernährungsbericht 1998 veröffentlicht. Um die langfristige Entwicklung des Ernährungszustands beschreiben zu können und auch weiterhin international vergleichbare Daten liefern zu können, wurden bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen Follow-up-Studien durchgeführt. Aktuelle Erhebungen wurden an 3 - 6-jährigen Vorschulkindern (erstmals bundesweit), Schulkindern, Lehrlingen (erstmals erhoben), Erwachsenen, Breitensportlern (erstmals erhoben), Senioren (im Privathaushalt erstmals erhoben) und Schwangeren durchgeführt.

Einige Ergebnisse im Detail

Von Kilojoule und BMI
In westlichen Industriegesellschaften und somit auch in Österreich kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die überwiegende Mehrheit der Allgemeinbevölkerung ausreichend mit Nahrungsenergie versorgt ist. Langfristig lässt sich eine adäquate Versorgung an einem im Normalbereich liegenden Körpergewicht ablesen.

Zur Beurteilung des Körpergewichts eignet sich am besten der Body Mass Index:

BMI = Körpergewicht in kg/Körpergröße in m2 [kg/m2]

Im Rahmen der einzelnen Teilstudien wurde aus den Angaben der Probanden zu ihrer Körpergröße und ihrem Körpergewicht der BMI ermittelt:

> Bei den weiblichen Studienteilnehmern zeigte sich insgesamt häufiger ein BMI im Normbereich als bei den männlichen.
> Bei 41% der männlichen Österreicher zwischen 25 und 54 Jahren wurde ein BMI>25 kg/m2 und damit Übergewicht festgestellt. Bei den Freizeitsportlern der selben Altersgruppe lag diese Rate bei nur 23%.
> Der höchste Anteil an therapiebedürftigem Übergewicht (= Adipositas, BMI>30 kg/m2) wurde mit 11% bei den männlichen Lehrlingen (15 - 18 J.) festgestellt.
> Mit zunehmendem Alter war ein Anstieg der Prävalenz von Übergewicht (BMI>25 kg/m2) und Adipositas (BMI>30 kg/m2) feststellbar. Erst ab dem Alter von etwa 65 Jahren ergab sich eine Umkehr dieses Trends.
> Eine nicht unbedeutende Prävalenz von Untergewicht zeigte sich bei den über 65-jährigen Frauen und Männern (BMI<24 kg/m2) mit 18 - 29%.

Alles in Butter?
Fett bleibt in der Ernährung sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht ein kritischer Nährstoff. Je nach Bevölkerungsgruppe lag der durchschnittliche Fettverzehr zwischen 35 und 40% der Gesamtenergiezufuhr und damit um 5 - 10% zu hoch. Zwar zeigt sich im Vergleich zum Österreichischen Ernährungsbericht 1998 insgesamt eine fallende Tendenz, dennoch wird in Österreich nach wie vor zu viel Fett aufgenommen. Lediglich bei den 3 - 6-jährigen Vorschulkindern lag die mittlere Fettzufuhr im Bereich der D-A-CH-Richtwerte.

Die Favoriten - Raps- und Sojaöl
Die Art bzw. Zusammensetzung des aufgenommenen Nahrungsfettes ist für die Gesunderhaltung nicht weniger wichtig. In dieser Hinsicht muss die Zufuhr an gesättigten Fettsäuren als zu hoch (15-20% der Energiezufuhr) und jene an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (rund 6% der Energiezufuhr) insgesamt als zu gering beurteilt werden.
Zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Polyenfettsäuren, PFS) zählen auch die essentiellen Fettsäuren (n-6 und n-3 Fettsäuren). Zwar kann die Versorgung an essentiellen Fettsäuren als gesichert angesehen werden, wenngleich das Verhältnis von n-6 zu n-3 Fettsäuren von derzeit etwa 8:1 auf 5:1 abgesenkt werden sollte. Diese Empfehlung wäre leicht in die Praxis umzusetzen, wenn sowohl im Haushalt als auch in der Lebensmittelverarbeitung anstelle von n-6-fettsäurereichen Pflanzenölen (z.B. Sonnenblumenöl, Maiskeimöl) vermehrt n-3-fettsäurehaltige Pflanzenöle (z.B. Rapsöl, Sojaöl) zum Einsatz kämen.

Rund ums Ei(weiß)
Die Proteinversorgung ist mehr als ausreichend, da die Empfehlungen seit vielen Jahren in fast allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern deutlich überschritten werden. Lediglich bei den Höchstbetagten lag die ermittelte Eiweißaufnahme im Durchschnitt nur knapp über den Empfehlungen.
Die hohe Eiweißzufuhr entspricht dem üblichen Ernährungsmuster aller industrialisierten Länder, in denen tierische Produkte (Fleisch, Wurst, Milch- und Milchprodukte) einen großen Stellenwert haben. So stammten in den aktuellen Untersuchungen etwa 2/3 der zugeführten Proteine aus tierischen Quellen. Diese Dominanz ist nachteilig, da Proteine tierischen Ursprungs generell mit gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und – ausgenommen bei Ei- und Milchprodukten – auch Purinen vergesellschaftet sind. Eine Erhöhung des Verzehrs pflanzlicher zu Lasten tierischer Produkte würde die Situation verbessern.

Darf´s ein bisschen mehr sein?
Als Folge der hohen Fett- und Eiweißaufnahme werden bei fast allen Altersgruppen durchschnittlich zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen. Vor allem stärkehaltige und ballaststoffreiche Lebensmittel, die auch essentielle Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, sind unterrepräsentiert. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Richtwert für die Ballaststoffzufuhr von mindestens 30g pro Tag im Mittel nur zu etwa zwei Drittel erreicht wird.

Ohne Alkohol geht´s besser
Der Richtwert für die wünschenswerte Getränkezufuhr aus nicht-koffeinhaltigen und nicht-alkoholischen Getränken (1000 - 1500 ml/d) wurde von den österreichischen Erwachsenen im Mittel erreicht.
Leider ist der Alkoholkonsum im Vergleich zum Österreichischen Ernährungsbericht 1998 vor allem bei den Frauen stark angestiegen. Bei Männern zwischen 25 und 64 Jahren ergab die aktuelle Erhebung eine Alkoholaufnahme von rund 5% der Gesamtenergiezufuhr und bei den Frauen der gleichen Altersgruppe von rund 3%.

Mikronährstoffe im Visier
Die Zufuhr einiger Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) ist innerhalb mehrerer Bevölkerungsgruppen niedriger als empfohlen. Als Hilfestellung für konkrete Maßnahmen wurde folgende Einteilung getroffen:

Versorgung ist kritisch, dringender Handlungsbedarf:
Bei allen Bevölkerungsgruppen benötigen Folsäure, Jod und Calcium spezielle Aufmerksamkeit. Außerdem ist die Vitamin D-Zufuhr über Lebensmittel bei einem Großteil der Bevölkerung unzureichend. Ältere Menschen mit atrophischer Gastritis (Prävalenz bis 30%) sind auch hinsichtlich der Vitamin B12-Versorgung als Risikogruppe anzusehen. Eisen ist speziell für Frauen im gebärfähigen Alter ein kritischer Nährstoff. Bei Stillenden ist zusätzlich die Vitamin A- sowie die Vitamin B6-Versorgung sorgsam zu überwachen. Nicht zuletzt darf auch die exzessive Natriumaufnahme für gewisse Hochrisikogenotypen nicht außer Acht gelassen werden.

Versorgung mancher Personengruppen grenzwertig, mittelfristig Verbesserung anzustreben:
Personen >65 J.: Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B1 und B2 (weibl.), Magnesium
Personen >86 J.: Zink (männl.)
Schwangere: Vitamin E, Magnesium
Lehrlinge (15 - 18 J.): Vitamin C (männl.), Vitamin E, Vitamin B1 und B2, Magnesium

Versorgung ausreichend, keine Intervention erforderlich:
Niacin, Biotin, Pantothensäure, Kalium, Phosphor, Mangan, Kupfer

Vorläufig noch nicht exakt bewertet:
Vitamin K, Fluorid, Selen, Carotinoide

Wunsch und Wirklichkeit
Bei der Beurteilung verschiedener Lebensmittelgruppen zeigte sich, dass vor allem Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte in viel zu geringem Umfang konsumiert wurden (z.B. Gemüse, Brot und Getreideflocken, Milch und Milchprodukte, etc.). Im Gegensatz dazu zeigte sich bei allen Altersgruppen ein hoher Verzehr an Fleisch und Wurst, wobei Männer viel häufiger zu dieser Lebensmittelgruppe greifen.

Einfache Botschaften für ein gesünderes Leben
Wenn sich die Lebensmittelauswahl zukünftig stärker an den Empfehlungen orientiert, wird die dargestellte Nährstoffversorgung automatisch verbessert. Das gilt besonders für Männer, deren Verzehrsgewohnheiten sich insgesamt ungünstiger darstellen als jene der Frauen.

  • Gemüse und Obst sollten nicht nur täglich, sondern besser mehrmals täglich auf dem Speiseplan stehen.
  • Milch und Milchprodukte, bevorzugt fettarme Produkte, sollten täglich verzehrt werden und 1 - 2mal wöchentlich sollte ein Fischgericht auf den Tisch kommen.
  • Vollkornprodukte sollten soweit machbar Weißmehlprodukte ersetzen.
  • Dagegen kann der Konsum von Fleisch und Wurst durchaus auf 2 - 3mal pro Woche reduziert werden.

Fazit
Das Ernährungsverhalten in Österreich ist laut vorliegendem Ernährungsbericht weiterhin in einigen Punkten verbesserungswürdig. Viele Ansätze lebensmittelbasierter Richtlinien können nur schwer umgesetzt werden, da sie wenig an die österreichische Bevölkerung angepasst sind. Daher werden folgende Ernährungsrichtlinien zur Verbesserung der Ernährung in Österreich gegeben:

  1. Vielseitige Ernährung
  2. Mehr kohlenhydratreiche Speisen und Beilagen - weniger Gebackenes
  3. Viel Gemüse und Obst
  4. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  5. Viel Flüssigkeit – trinken mit Verstand
  6. Essen mit Genuss

Eines darf nicht vergessen werden: körperliche Bewegung unterstützt eine gesunde Ernährungsweise und ist selbst eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit.

Autoren:
IfEW, Mag. Heinz Freisling, e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mag. Helga Cvitkovich-Steiner, Tel: 01/714 61 46, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für weitere Informationen:
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien, Althanstrasse 14, 1090 Wien, Tel. 01/4277/54904, e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">ernäDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Hunger, Appetit und Sättigung - bestimmen unsere Gene was wir essen?

Die Regulation der Nahrungsaufnahme ist ein komplexer psychophysiologischer Prozess. Schon lange beschäftigt sich die Wissenschaft damit, wodurch Essen ausgelöst, aufrecht erhalten und beendet wird und welche Mechanismen die Auswahl der Speisen beeinflussen. Begriffe wie Appetit, Hunger und Sättigung bezeichnen Wahrnehmungen von Körpergefühlen, die das Essverhalten steuern. Doch wie steht der Energiestoffwechsel mit der Regulation dieser Wahrnehmungen in Zusammenhang und wie sind die Gene daran beteiligt?

 

 

Die Feige (Ficus carica)

Dem Feigenbaum und seinen Früchten kommt schon seit jeher eine besondere Bedeutung zu, die sich in vielen mythischen Erzählungen und Märchen widerspiegelt. Es war der Kleine Muck aus 1001 Nacht, der den Sultan und seine Haremsdamen mit Feigen verführte und ihnen lange Ohren zauberte. Auch Buddha soll unter einem Feigenbaum die Erleuchtung erlangt haben und dem Propheten Mohammed wird der Spruch nachgesagt:„Wenn überhaupt eine Frucht aus dem Paradies kommt, dann ist es die Feige.“ Und nicht zuletzt waren es die großen Blätter des Feigenbaumes, die sich im Garten Eden für Adam und Eva als überaus nützlich erwiesen.

 

 

50 Jahre DGE
Arbeitstagung und Jubiläumsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) nahm ihr 50-jähriges Bestehen zum Anlass, um neue Tendenzen und Entwicklungen im Bereich der Ernährungswissenschaft aufzuzeigen. Mit dem Titel "Ernährungswissen heute: ein multidisziplinärer Ansatz" lud sie am 9. und 10. Oktober 2003 nach Bonn ein und verknüpfte die jährliche Herbstveranstaltung mit dem Jubiläum. Rund 270 Teilnehmer folgten der Einladung und genossen eine hervorragend organisierte Fachveranstaltung in Festtagsstimmung.

 

 

Adipositas Jahrestagung 2003
Deutschland – Österreich – Schweiz

Vom 16. - 18. Oktober 2003 fand im Kongresszentrum Salzburg eine Premiere statt: Zum ersten Mal veranstalteten die drei deutschsprachigen Adipositas-Gesellschaften gemeinsam die Adipositas-Drei-Länder Jahrestagung. Die Adipositas Gesellschaften von Deutschland, Österreich und der Schweiz bemühten sich, mit aktuellen Themen dem derzeitigen Stand der Adipositas gerecht zu werden und offerierten ein vielfältiges Programm. Im Wissen, dass die anstehenden Probleme nur von verschiedenen Berufsgruppen in gemeinsamer Anstrengung bewältigt werden können, legten die Veranstalter besonderen Wert auf Interdisziplinarität. Diese machte sich nicht nur bei den Referenten sondern auch im Publikum bemerkbar. Ärzte, Psychologen und Ernährungsfachkräfte diskutierten über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und trugen mit unterschiedlichen Sichtweisen zu spannenden Impulsen bei.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und deren Auslöser
vorbeugen – diagnostizieren – (ver)meiden

Am 13. November 2003 lud der VEÖ (Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs) zu einer Fortbildungsveranstaltung über Lebensmittelunverträglichkeiten ein. Themenschwerpunkte waren unter anderem "(Differenzial)Diagnose Nahrungsmittelunverträglichkeit", die "neue Etikettierungsrichtlinie" und ein "biogenes Amin mit vielen Facetten".

Heft 3/2003

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Das Vitamin-Paradoxon / Health Claims - gesunde Behauptungen künftig nur nach Zulassung / Gesunde Geschäfte mit Wellness-Getränken / Maronen - eine Herbstspezialität aus dem Süden

Das Vitamin-Paradoxon

Nahrungsergänzungsmittel versprechen Gesundheit in Tablettenform. Im Vertrauen auf die positive Wirkung dieser Substanzen greifen viele kräftig zu. Vor allem die antioxidativen Vitamine A, C und E gelten als besonders gesundheitsförderlich und sollen vor bestimmten Krebsarten und Herz-Kreislauferkrankungen schützen. Jüngere Studienergebnisse lassen jedoch die erwarteten Erfolge vermissen. Bedeuten diese Erkenntnisse das Aus für Supplemente?

Enttäuschte Hoffnungen
Das verstärkte Interesse der Forscher an antioxidativen Vitaminen wurde durch einen klaren Zusammenhang geweckt: In zahlreichen Beobachtungsstudien konnte bei Personen, die relativ viel Obst und Gemüse verzehrten, ein signifikant niedrigeres Risiko für Krebs- und Kardiovaskuläre Erkrankungen festgestellt werden. Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen stellt die höhere Vitaminaufnahme über diese Lebensmittelgruppe dar. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren insgesamt neun großangelegte Interventionsstudien an über 110000 Männern und Frauen in Europa und den USA durchgeführt. Die Ergebnisse der Studienreihe sind jedoch alarmierend: Bei keiner dieser über mindestens drei bis maximal zwölf Jahre laufenden Untersuchungen erreichte man mit Vitaminsupplementen positive Ergebnisse. Einige Resultate wiesen sogar auf gefährliche Effekte der Wirkstoffe hin. Antioxidative Vitamine allein können die positive Wirkung von Gemüse und Früchten offensichtlich nicht auslösen.

Schon 1994 erregte die ATBC-Studie aus Finnland Aufsehen. Sie ergab ein um 18% höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, wenn ß-Carotin-Supplemente eingenommen wurden.
Zwei Jahre später wurden diese Ergebnisse durch die amerikanische CARET-Studie bestätigt. Die Wissenschaftler kamen ebenfalls zu der Erkenntnis, dass ß-Carotin bei Rauchern eine signifikante Zunahme von Lungenkrebs verursachen kann. Sie wurde aufgrund des Verlaufs nach vier Jahren vorzeitig abgebrochen.
Diese unerwarteten Ergebnisse veranlassten Wissenschaftler der Dartmouth Medical School die Wirkung antioxidativer Vitamine auf die Entwicklung von Dickdarmkrebs zu untersuchen. Die erst kürzlich veröffentlichten Studienergebnisse zeigen auf, dass Nahrungsergänzungsmittel abhängig von den Rauch- und Trinkgewohnheiten der Testpersonen unterschiedliche Effekte haben. Alkoholgenuss und Zigarettenrauchen beeinflussen offenbar auf noch unbekannte Weise die gesundheitlichen Wirkungen von Vitamingaben.

Auch eine vermutete positive Wirkung von ß-Carotin bei Diabetes ließ sich nicht bestätigen. Eine zwölfjährige amerikanische Studie mit knapp 11000 Versuchspersonen verlief ohne Ergebnis.

Die HOPE-Studie an 9500 herzkranken Patienten aus 19 Ländern zeigte, dass unter Vitamin E-Therapie keine Verbesserung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar war. In der italienischen GISSI-Präventionsstudie ergaben sich ebenfalls keine Vorteile einer Vitamin E-Supplementierung.

An der Universität von Süd-Kalifornien untersuchten Wissenschaftler die Wirkung von Vitamin C-Supplementen bei chronischem Gebrauch. Hier kamen die Forscher zum Ergebnis, dass ein Zusammenhang zwischen extrem hohen Vitamin C-Gaben und einer Wandverdickung der Kopfschlagader besteht. Sie erklären dieses Phänomen mit der Beobachtung, dass Vitamin C selbst bei normaler Eisenzufuhr chronische Eisenüberdosierungen auslösen kann.

Auch im Zusammenhang mit den Blutfettwerten ergab sich keine Rechtfertigung für den Gebrauch antioxidativer Vitamine. Ganz im Gegenteil: einige Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei Vitamin E-Therapie eine Erniedrigung des HDL-Spiegels stattfindet und die Wirkung lipidsenkender Medikamente verhindert wird.

Zuviel des Guten
Die ernüchternden Ergebnisse signalisieren eine klare Botschaft für die Praxis: Präparate mit hohen Vitamindosen sind nach heutigem Wissensstand im wahrsten Sinne „mit Vorsicht zu genießen“. Antioxidative Vitamine entfalten in physiologischen Konzentrationen, im natürlichen Verband mit allen anderen Phytobestandteilen in Früchten und Gemüse ihre positiven Wirkungen. Wenn sie aber in hohen Konzentrationen als Supplement angeboten werden, können sie sogar oxidative, also zellschädigende Effekte auslösen und damit Herzerkrankungen, Krebs-, Leber- und Nierenerkrankungen fördern.

Vom richtigen Umgang mit Supplementen
Nahrungsergänzungsmittel können in einzelnen Fällen– gezielt eingesetzt – dazu beitragen, die Nährstoffversorgung bestimmter Bevölkerungsgruppen zu verbessern. In gewissen Lebenssituationen wie beispielsweise in der Schwangerschaft und im hohen Lebensalter oder bei Vorliegen einer Allergie ist eine ausreichende Nährstoffversorgung allein über die Nahrung nur schwer zu erreichen:

Schwangeren und Stillenden wird die Zufuhr von 600 µg Nahrungsfolat empfohlen. Da Folsäure bei einseitiger Ernährungsweise schnell zu kurz kommt, ist eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl besonders wichtig. Gute Folatlieferanten sind bestimmte Gemüsearten (Tomaten, Kohlarten, Spinat, Gurken, Salat) sowie Weintrauben, Orangen, Milchprodukte und Eier. Besonders reich an Folat sind Weizenkeime und Sojabohnen. Zusätzlich sollten Schwangere 400 µg Folsäure in Form von Supplementen aufnehmen, um Neuralrohrdefekten beim Ungeborenen vorzubeugen. Diese erhöhte Folsäurezufuhr sollte spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft erfolgen und während des ersten Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden.

30% der über 65jährigen entwickeln eine atrophische Gastritis. Bei diesen Menschen kann die Verwertung von Vitamin B12 vermindert sein, da hierfür ein bestimmtes „Transportvehikel“, der „Intrinsische Faktor“ als Folge der Schleimhautentzündung fehlt. Hier kann die Verwendung von Supplementen Abhilfe schaffen.

Bei Vorliegen einer Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) ist die Calcium-Aufnahme über Milch- und Milchprodukte vermindert. Um die Knochensubstanz vor Schaden zu bewahren, kann es sinnvoll sein Calciumtabletten einzusetzen.

Oft ist die Investition in teure Präparate jedoch überflüssig. „Außer Spesen nichts gewesen“ ist hier noch das geringste Übel. Wie kann aber sichergestellt sein, dass kein gesundheitlicher Schaden daraus entsteht? Indem sich jeder, der Supplemente verwenden will überlegt, was und wie viel er nimmt. Zur Orientierung dienen folgende Ratschläge:

Nehmen Sie ein Beratungsgespräch in Anspruch
Selbstmedikation kann gefährlich sein – auch bei scheinbar harmlosen Wirksubstanzen.

Die Dosis macht das Gift
Vitamine (so wie auch Mineralstoffe und andere Wirksubstanzen) können falsch und übermäßig eingesetzt auch Nachteile aufweisen. Mit einer neuen Richtlinie wurde vor kurzem eine einheitliche Regelung für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) innerhalb der Europäischen Union geschaffen. Sie sieht die Festsetzung von Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in NEM vor. Die Festlegung erfolgt nach einer Bewertung durch Experten und berücksichtigt auch die Aufnahme aus Lebensmittelquellen. Die täglich empfohlene Verzehrsmenge muss auf der Verpackung angegeben werden und sollte nicht überschritten werden. Leider sind andere Erzeugnisse (wie etwa sekundäre Pflanzenstoffe) momentan von dieser Regelung noch nicht betroffen. Ebenfalls durch den Rost fallen Angebote über den Versandhandel. Obwohl dieser Verkaufsweg zum Schutz des Verbrauchers vor Gesundheitsgefährdung verboten ist, werden NEM nach wie vor über Kataloge, Prospekte und Internet angeboten. Hier ist besondere Skepsis geboten, daher gilt:

Hände weg von unseriösen Werbeangeboten
Abgesehen von fehlenden Wirkungsnachweisen entzieht sich die Dosierung der angepriesenen (Wunder)mittel jeglicher Kontrolle. Aus diesem Grund sollte man bei Supplementen aus dubiosen Verkaufskanälen besonders vorsichtig sein. Wer selbst kontrollieren möchte, ob die Zufuhrmengen eines bestimmten Produktes im „grünen Bereich“ liegen, kann die täglich empfohlene Nährstoffmenge mit den Angaben auf der Verpackung vergleichen. Wir haben dazu die Bedarfsmengen der wichtigsten Nährstoffe für Sie zusammengefasst (siehe Anhang).

Vorsicht bei Monopräparaten
Einzelne hochdosierte Wirkstoffe können die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe beeinträchtigen. So sind beispielsweise Eisen und Zink Gegenspieler, die einander bei hoher Aufnahme blockieren. Ausgewogen dosierte Multivitaminpräparate bergen ein geringeres Risiko für ein derartiges Ungleichgewicht.

In keinem Fall sind Nahrungsergänzungsmittel als Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung zu verstehen.

And the winner is - „5 a day“
Ganz ohne Risiko und mit vielen erwünschten Nebenwirkungen funktioniert die Vorsorge mit gesunden Lebensmitteln. Menschen, die fünf oder mehr Portionen Obst und Gemüse am Tag essen, haben ein um 72% geringeres kardiales Risiko als Personen, die nur eine Portion der wertvollen Vitaminspender zu sich nehmen. Für jedes zusätzliche Stück Obst oder Gemüse pro Tag kann man eine zehnprozentige Reduktion des kardialen Risikos beobachten. Dieser dramatische Effekt ergab sich in einer griechischen Studie, der CARDIO 2000, die kürzlich beim europäischen Kardiologenkongress in Wien vorgestellt wurde.

Das Krebsaufkommen könnte nach einer Schätzung weltweit um 23% gesenkt werden, wenn der Obst- und Gemüseverzehrs auf fünf oder mehr Portionen pro Tag angehoben wird. Neben dem Verzicht auf das Rauchen hat diese Empfehlung als einzelne Maßnahme den größten präventiven Effekt.

Das Geheimnis dieser positiven Wirkungen ist einfach: In Obst und Gemüse können Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Ballaststoffe gemeinsam als Schutzfaktoren wirken. Einzelne Inhaltsstoffe können die Summenwirkung aller enthaltenen Substanzen nicht ersetzen. Auch der Verzehr von Obst- und Gemüseextrakten in Pillen- oder Pulverform stellt keine Alternative dar. Es fehlt der Nachweis der Bioverfügbarkeit und biologischen Wirksamkeit.

Unser Tipp:
Durch schonende Zubereitungsmaßnahmen können Sie mithelfen, möglichst viele der wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Vermeiden Sie es auch, Speisen lange warm zu halten und genießen sie öfter zwischendurch knackig frische Rohkost.

Fazit: Mit Obst und Gemüse is(s)t man gesund
Durch die vorliegenden Ergebnisse wird deutlich, wie komplex die Zusammenhänge in unserem Stoffwechsel sind: Auf der sicheren Seite is(s)t man vor allem mit einer abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl! Dazu gehört reichlich Obst und Gemüse – je mehr desto besser. Auch wenn man diese Vorgabe vielleicht nicht immer schafft: sie ist es wert, täglich neu versucht zu werden. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erscheint zwar oft als leichter Ausweg – entpuppt sich aber nicht selten als Irrweg.

Autorin: Mag. Helga Cvitkovich-Steiner, Tel: 01/714 61 46, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Literatur auf Anfrage erhältlich.

(die genauen Tabellen mit allen Angaben für die verschiedenen Altersgruppen sind auf der ÖGE-Homepage www.oege.at nachzulesen).

 

Health Claims – gesunde Behauptungen künftig nur nach Zulassung

Der EU-Verbraucherkommissar David Byrne will die Werbevorschriften für Lebensmittel und andere Konsumprodukte verschärfen. Vage Versprechen zur Gesundheit in der Werbung und auf der Verpackung sollen künftig verboten und die Regeln zur Angabe von Nährwerten neu gefasst werden. Nach den Vorstellungen der Kommission muss zukünftig die gesundheitliche Wirkung wissenschaftlich belegbar sein und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüft werden.

Gesunde Geschäfte mit Wellness-Getränken

Der Gesundheitsboom belebt den Getränkemarkt. Die neuen Getränkekreationen der heimischen Getränkehersteller punkten mit Wasser, Wellness und Geschmack. Vor einigen Jahren waren Functional Drinks noch völlig unbekannt. Mittlerweile erobern sie nach Fitness-Studios und Reformhäusern auch den Lebensmitteleinzelhandel, Tankstellen und die Gastronomie. Gesundheitsbewusste Verbraucher betrachten funktionelle Getränke als einfache und zusätzliche Möglichkeit, einen gesünderen Lebensstil zu führen.

Maronen - eine Herbstspezialität aus dem Süden

Maronen galten früher als die „Kartoffeln des Südens“, so häufig wurden die stärkehaltigen Esskastanien in den Ländern rund um das Mittelmeer gegessen. Aber auch heute noch liegen Kastanien dort häufiger als Beilage auf dem Teller als bei uns. Hier haben Maronen eigentlich nur in den Herbst- bzw. Wintermonaten Saison. Da sind sie vor allem ein beliebter Imbiss am Straßenrand.

Vom Sinn der Sinne beim Essen und Trinken

„Was uns erschöpft, ist die Nichtinanspruchnahme der Möglichkeiten unserer Organe und unserer Sinne, ist ihre Ausschaltung, Unterdrückung ... Was aufbaut, ist Entfaltung. Entfaltung durch die Auseinandersetzung mit einer mich im Ganzen herausfordernden Welt.“ Hugo Kükelhau

Heft 2/2003

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Vitamin D Status - ein Risikofaktor für das Metabolische Syndrom? / Hormonersatztherapie mit Soja und Rotklee? / 5 mal Obst und Gemüse am Tag - ein attraktives Modell für eine zukunftsweisende Prävention / Die Kartoffel - Gemüse des Jahres 2003


Vitamin D Status – ein Risikofaktor für das Metabolische Syndrom?

Vitamin D ist wichtig für die Kalzium-Aufnahme und die Knochenbildung. Nun macht es auch in einem anderen Zusammenhang auf sich aufmerksam. Neueste Untersuchungen sollen die Hypothese bestätigen, dass das Metabolische Syndrom teilweise die Folge einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung in Kombination mit einer niedrigen Kalziumzufuhr ist.

Die Bezeichnung „Vitamin D“ umfasst eine größere Gruppe von Verbindungen. Zu den bekanntesten Vertretern gehören das Vitamin D2 (Ergocalciferol) und das Vitamin D3 (Cholecalciferol). Die Vorläufersubstanz Vitamin D2 wird von einigen Pflanzen produziert und kann über die Nahrung aufgenommen werden. Daneben ist der Mensch in der Lage, bei ausreichender Sonneneinstrahlung Vitamin D3 selbst zu synthetisieren. Cholecalciferol und Ergocalciferol besitzen die gleiche Wirksamkeit.

Aufgaben
Vitamin D3 ist ein Hormon, das chemisch mit bekannten Steroidhormonen wie beispielsweise den Sexualregulatoren Testosteron und Östrogen und dem Stressregulator Cortisol verwandt ist. Die aktive Vitamin-D-Form spielt eine große Rolle bei der Regulation des Kalzium- und Phosphat-Haushaltes, bei der Knochen- und Zahnbildung, dem Zellwachstum, der Zelldifferenzierung, der Apoptose und der Immunsuppression.

Das aktive Calcitriol reguliert als Hormon gemeinsam mit dem Parathormon der Nebenschilddrüse und dem Calcitonin der Schilddrüse (C-Zellen) den Kalziumhaushalt im Organismus. Es ist insbesondere an der Resorption des Nahrungskalziums aus dem Darm – durch Stimulation der Bildung eines calciumbindenden Carriers – und dem Einbau des Kalziums in den Knochen beteiligt. Zudem fördert es zusammen mit dem Parathormon die renale Kalziumreabsorption bei sinkendem Blutkalziumspiegel. Sinkt der Kalziumspiegel im Blut, sorgt das Parathorom für eine Umwandlung des 25-Hydroxycholecalciferol in das aktive Vitamin D3. Dieses sorgt dafür, dass Kalzium sowohl aus den Knochen freigesetzt wie auch im Darm vermehrt aufgenommen wird. Dadurch wird die Kalziumkonzentration im Blut weitgehend konstant gehalten. Eine Erhöhung des Vitamin D3 im Blut vermindert wiederum die Ausschüttung des Parathormons (negative Rückkoppelung).

Calcitriol ist ebenso für den intrazellulären Stoffwechsel in einer Vielzahl von Geweben von Bedeutung. Über rezeptorvermittelte Prozesse reguliert Calcitriol u.a. die Kalziumkonzentration im Zytosol. Kalzium fungiert in der Zelle als second messenger und ist beispielsweise von entscheidender Bedeutung für die Muskelkontraktion sowie die Reizübertragung im Nervengewebe. Vitamin D3 reguliert darüber hinaus jene Gene, die für die Produktion von Zytokinen und somit für den zellulären Stoffwechsel verantwortlich sind.

Mangelsymptome
Bei einem längerfristigen Vitamin-D-Mangel wird die Aufnahmefähigkeit von Kalzium herabgesetzt und die Kalziumkonzentration im Blut gesenkt. Dieser Kalziummangel wirkt sich bei Kindern und Jugendlichen ungünstig auf den Knochenaufbau aus, weil der Körper nur unzureichend mit dem stabilisierendem Mineral versorgt wird. Das führt zu Verformungen des Skeletts (Beine und Wirbelsäule) und zu einer geringeren Belastbarkeit der Knochen. Man spricht vom Krankheitsbild der Rachitis. Ein niedriger Blutcalciumspiegel kann zusätzlich auch zu Krämpfen und Veränderungen der Nervenbelastbarkeit führen.
Bei Erwachsenen kann Vitamin-D-Mangel zu einer Entmineralisierung des Skeletts führen. Die Entkalkung äußert sich durch Weichwerden der Knochen mit Knochenverformung (Osteomalazie) und spontanen Knochenbrüchen. Häufig kommt es zu Osteoporose bis hin zu Knochenschwund.
Neben diesen bekannten Mangelerscheinungen gibt es neuere Untersuchungen und epidemiologische Daten erster Interventionsstudien die vermuten lassen, dass eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung in Kombination mit einer niedrigen Kalziumzufuhr teilweise die Ursache für das Metabolische Syndrom ist. Eine auf zellulärer Ebene ansetzende Erklärung für diese Hypothese basiert auf einer Dysregulation der intrazellulären Kalziumhomöostase. So weisen die Zellen der glatten Gefäßmuskeln, die Adipozyten sowie die Bluttplättchen von Personen mit Metabolischem Syndrom im Zytosol erhöhte Spiegel an freiem Kalzium auf. Verschiedene Wissenschafter sehen dies als Grund für Vasokonstriktion und Hypertonie, Thrombozytenaggregation und Thrombose sowie für die Insulinresistenz des Fettgewebes und der Skelettmuskulatur an. ZITTERMANN (2003) geht davon aus, dass ein Vitamin-D-Mangel die primäre Ursache der Veränderungen darstellt und sowohl die extrazellulären als auch die intrazellulären Veränderungen im Kalziumstoffwechsel erklärt. Des Weiteren hat ein Vitamin-D-Mangel möglicherweise eine vermehrte Freisetzung bestimmter Zytokine zur Folge, welche bei der Pathogenese des Metabolischen Syndroms wahrscheinlich eine Rolle spielen.

Metabolisches Syndrom – gemäß den Richtlinien der 1998 von der Weltgesundheitsorganisation als „Metabolisches Syndrom“ oder auch als „Syndrom X“ bezeichnete kardiovakuläre Risikofaktoren, welche die bauchbetonte Fettleibigkeit, eine typische Konstellation der Blutfette (erhöhte Serum-Triglyzerid- und reduzierten Serum-HDL-Cholesterinspiegel), einen erhöhten Blutdruck sowie einen im nüchternen Zustand erhöhten Blutzuckerwert umfasst. Erfüllt eine Person mindestens drei dieser Kriterien, leidet sie an einem Metabolischen Syndrom.

Überdosierung
Eine Überdosierung von Vitamin D ist eigentlich nur über eine Supplementierung möglich. Die Nahrung selbst enthält (bis auf wenige Ausnahmen wie Lebertran) zu geringe Mengen, um ein Zuviel im Körper entstehen zu lassen. Bei längerem Aufenthalt in der Sonne reguliert der Organismus die Produktion von selbst.
Sollte es jedoch mit Ergänzungspräparaten zu einer dauerhaft erhöhten Zufuhr kommen, so führt dies schnell zu einer Schädigung des Organismus, denn als fettlösliches Vitamin hat das Vitamin D sehr gute Speichereigenschaften und wird nur in verhältnismäßig kleinen Mengen ausgeschieden. Bei Überdosierung mit Vitamin D kommt es zu einer Anhebung der Kalziumkonzentration im Blut. Dieser Zustand wird als „Hyperkalzämie-Syndrom“ bezeichnet und hat schwere Organstörungen mit Übelkeit, Erbrechen, Durst, Muskelschwäche, erhöhter Harnmenge und übermäßiger Kalziumausscheidung über den Harn zur Folge.

Bedarf
Der Vitamin-D-Bedarf bzw. die Zufuhrempfehlungen gestalten sich nicht so einfach, wie bei anderen Vitaminen. Grundsätzlich bildet der Körper bei ausreichender Sonneneinstrahlung genügend Vitamin D, um sich selbst zu versorgen. Ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien sichert daher im Allgemeinen die Vitamin D Versorgung. Sonnenschutzcremen, vor allem jene mit Sonnenschutzfaktor > 15, filtern viel der ultravioletten Strahlung heraus und schmälern damit die Vitamin-D-Bildung. Aus Gründen des Hautkrebsschutzes sollte auf diese jedoch nicht verzichtet werden.

Zugleich schwankt der Bedarf dieses Vitamins durch viele Faktoren, wie Gesundheitsstatus, Alter, Geschlecht sowie Calcium- und Phosphorgehalt der Nahrung.

Interessant ist die Tatsache, dass Menschen aus Gebieten mit geringerer Sonneneinstrahlung eine hellere Hautfarbe haben als solche, die in südlicheren Ländern zu Hause sind (beispielsweise Skandinavier vs. Südeuropäer). Deshalb sollten besonders Einwanderer aus Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung auf ihren Vitamin-D-Status achten, da ihre dunklere Hautfarbe sie normalerweise davor schützt, zuviel Vitamin D zu produzieren und dieser Schutz bleibt auch bei geringerer Sonneneinstrahlung bestehen. Daher bildet ihr Körper bei gleicher Sonneneinstrahlung weniger Vitamin D als ein hellhäutiger Mensch.
Die D.A.CH-Referenzwerte empfehlen bei Kindern (nach dem zwölften Lebensmonat), Jugendlichen und Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 5 γg pro Tag. Bei Kindern unter zwölf Monaten sowie bei Personen > 65 Jahren ist der Vitamin-D-Bedarf leicht erhöht und liegt beim 10 γg pro Tag. (siehe Tabelle 1)

Eine kontinuierliche Prophylaxe zur Vorbeugung von Rachitis ist im Säuglingsalter notwendig, da der Vitamin D-Gehalt von Frauenmilch für eine Deckung des Bedarfs keineswegs ausreicht. Man gibt den Säuglingen und Kleinkindern täglich 1-2 Jahre lang Supplemente in Form von Tropfen oder Tabletten mit 500 I.E (I.E = Internationale Einheit 0,0125 mg) Vitamin D. Durch diese Maßnahme konnte die Knochengesundheit wesentlich verbessert werden.

Vorkommen
Über die Nahrung wird nur relativ wenig Vitamin D aufgenommen. In den sonnenarmen Wintermonaten und bei Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten, spielt die Vitamin-D-Zufuhr aus der Nahrung trotzdem eine wichtige Rolle.

In großen Mengen kommt Vitamin D eigentlich nur in fettreichen Fischen (Lachs, Forelle, Thunfisch, Hering usw.) vor. Weitere gute Quellen sind Milchprodukte, Eier, Pilze, Spinat, einige Kohlarten und Hefe. Bei Milch und Butter ist der Gehalt von der Jahreszeit abhängig, da das Provitamin in der Haut von Kühen mit Hilfe der Sonneneinstrahlung, die im Sommer intensiver ist als im Winter, in Vitamin D umgewandelt wird.

Vitamin D ist während der üblichen Garzeiten bis 180 o C hitzestabil, wodurch bei der Zubereitung (Blanchieren oder Braten) kaum mit Garverlusten zu rechnen ist. Gegenüber Sauerstoff und Licht ist es sehr instabil. Lange Lagerzeiten, besonders im Hellen setzen die Bioverfügbarkeit des Vitamins herab.

Quellen:

Elmadfa I., Leitzmann C. (1998): Ernährung des Menschen, 3. Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

DGE, ÖGE, SGE, SVE (2000): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Franfurt/M.: Umschau Braus

Zittermann A. (2003): Niedriger Vitamin-D-Status und geringe Calciumzufuhr – Risikofaktoren des metabolischen Syndroms?, Ernährungs-Umschau 50, pp 84-90

Conlan R., Sherman E. (2000): Die Aufklärung des Vitamin D Rätsels. U.S. National Academy of Sciences. Verfügbar im Internet: http://www7.nationalacademies.org/germanbeyonddiscovery/VitaminD.html



Hormonersatztherapie mit Soja und Rotklee?

Die semivegetarische und sojareiche Ernährungsweise der Asiaten unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der traditionellen „Western Diet“. In den letzten Jahren sind vor allem die Phytoöstrogene immer mehr in den Blickpunkt der Wissenschaft gerückt. Sie besitzen offenbar zahlreiche positive Wirkungen und können durch ihre Ähnlichkeit mit dem körpereigenen Östrogen eine Hilfe in den Wechseljahren sein.

5 mal Obst und Gemüse am Tag – ein attraktives Modell für eine zukunftsweisende Prävention

Obst und Gemüse sind gesund – das weiß beinahe jedes Kind. Auch die „5 am Tag“- Kampagne ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Dennoch ist in Österreich der tägliche pro Kopf Verbrauch von Obst und Gemüse nach wie vor niedriger als erforderlich. Die Empfehlung, 5 mal täglich Obst und Gemüse zu essen, wird häufig als unrealistisch zurückgewiesen. Die Daten belegen jedoch eindeutig, dass eine reichliche Aufnahme von Obst und Gemüse sich nachweislich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Der Internationale Kongress „5 am Tag“ in Berlin forderte deshalb die weltweite Anstrengung, den Obst- und Gemüsekonsum zu erhöhen.

Die Kartoffel – Gemüse des Jahres 2003

Kaum eine andere Frucht hat den Speisezettel Europas so nachhaltig verändert wie die Kartoffel. Ursprünglich diente sie lediglich als Zierpflanze für die Reichen und hatte als Nahrungsmittel lange einen schlechten Ruf. Erst mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich der Kartoffelanbau durch und das bedeutete gleichzeitig auch das Ende der Hungersnöte auf dem Kontinent. Heute wird kaum ein anderes Nahrungsmittel so vielseitig verwendet wie die nahrhafte Kartoffel.

Schlankheitsmittel aus Apotheken

In den vergangenen Jahrzehnten ist Schlankheit das dominierende Merkmal körperlicher Attraktivität geworden. Kein Heft einer Mode- oder Lifestyle-Zeitschrift wird ohne Ernährungs- oder Diät-Tipps publiziert, die Werbung huldigt dem schlanken Menschentypus; schlank wird mit „schön, jung und erfolgreich“ gleichgestellt.

Heft 1/2003

mehr Info

Von Anfang an das Beste / Wenn Kuhmilch nicht vertragen wird - Alternativen in der Kinderernährung / Meeresgemüse / Beta-carotin - Grenzwert neu überdacht! / 2003 - das Jahr des Wassers


Von Anfang an das Beste

Im Okober 2002 fand in ganz Europa die jüngste „Weltstillwoche“ statt und informierte über die Vorteile des Stillens. Sie wird von der World Alliance Breastfeeding Action (WABA) organisiert und vom Weltkinderhilfswerk (UNICEF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt und soll die öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung für das Stillen erhöhen.

Es wurde betont, dass Stillen nicht nur der Gesundheit des Säuglings dient, sondern auch die Gesundheit der Mutter fördert. Trotzdem wird das Thema Stillen nach wie vor kontroversiell diskutiert. In letzter Zeit mehren sich Berichte, wonach Muttermilch für die Entwicklung atopischer Erscheinungen womöglich negativ sein könnte. Deshalb soll heute jedes Forschungsergebnis, das einen möglichen Nachteil im Stillen des Säuglings in den ersten Monaten sieht, einer neuerlichen strengen Nachforschung unterzogen werden, um den Wert der Muttermilch für den Säugling richtig zu bewerten. Andererseits besteht natürlich großes Interesse an der Möglichkeit, atopische Krankheiten durch diätetische Handhabung in der frühen Kindheit zu verhindern.

Stillen ist der beste Start ins Leben
Muttermilch ist die beste Ernährung, die eine Mutter ihrem Säugling in den ersten Wochen und Monaten bieten kann. Verschiedene Kampagnen setzen sich heute dafür ein, dass Mütter ihre Kinder bereits innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt an die Brust nehmen können. Obwohl die Vorzüge des Stillens von der ernährungswissenschaftlichen Seite unumstritten sind, ist es nicht selbstverständlich, dass jede Mutter ihr Kind stillen will. Entgegen den Empfehlungen der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und anderer Fachgremien werden in Österreich nur etwa die Hälfte aller Babys bis zum sechsten Monat ausschließlich gestillt.

Mutter-Kind-Beziehung
Stillen ist nach Angaben der Fachexperten nicht nur die beste Ernährungsform für den Säugling, sondern setzt die Beziehung zwischen Mutter und Kind, welche schon während der Schwangerschaft begonnen hat, fort. Das erste Anlegen des Kindes ist für beide Beteiligten ein entscheidender Augenblick. Einerseits wird dem Kind der körperliche Kontakt, Nähe und Wärme vermittelt, andererseits auch der emotionale Kontakt, Vertrauen und Liebe.

Vorteile für die Mutter
Das Stillen fördert bei den Müttern die Rückbildung schwangerschaftsbedingter Gewichtszunahmen (da Stillen Energie verbraucht) und kann das Risiko für die Entstehung bestimmter Krebserkrankungen wie Brust- und Eierstockkrebs senken. Das Stillen trägt auch durch beschleunigte Rückbildung der Gebärmutter, verminderte Blutverluste und schnellere Remineralisierung der Knochen zur Erholung und Gesundheit der Mutter bei. Ausschließliches Stillen mit häufigem Anlegen bietet in den ersten sechs Monaten nach der Geburt einen (allerdings nicht ganz 100%igen) Schutz vor erneuter Schwangerschaft. Außerdem ist das Stillen praktisch, kostenlos und jederzeit und überall möglich.

Vorteile für das Baby
Gestillte Kinder gedeihen in den ersten Lebensmonaten besser als nicht gestillte. Der relativ hohe Fettgehalt der Muttermilch sorgt für eine gute und gleichmäßige Gewichtszunahme des Babys. Dabei ist die Muttermilch genau auf den Energiebedarf von Säuglingen abgestimmt. Eine Überernährung mit Muttermilch ist im Gegensatz zur Flaschennahrung kaum möglich. Wir wissen heute, dass Fettzellen, die im Säuglingsalter angelegt werden, ein Leben lang bestehen bleiben und damit Einfluss auf das spätere Körpergewicht nehmen. In Abhängigkeit von der Stilldauer neigen gestillte Kinder im höheren Alter weniger zu Übergewicht als nicht oder nur kurz gestillte Kinder.
Die weiteren Inhaltsstoffe der Muttermilch wirken sich nachhaltig und positiv auf das Immunsystem des Säuglings aus, sie werden weniger häufig krank. Untersuchungen zeigen, dass gestillte Kinder durch die in der Muttermilch enthaltenen Immunglubuline ein geringeres Risiko für Atemwegserkrankungen und Infektionen im HNO-Bereich aufweisen. Weitere Studien haben gezeigt, dass immunologisch vermittelte Krankheiten des Kindes- und Erwachsenenalters wie Diabetes mellitus und Zöliakie bei einst gestillten Säuglingen weniger häufig vorkommen.
Außerdem wird durch Stillen die geistige Entwicklung des Kindes positiv gefördert. Die in der Muttermilch enthaltenen ungesättigten Fettsäuren fördern die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems der Kleinen.
Zudem ist Muttermilch leicht verdaulich, hygienisch einwandfrei und immer richtig temperiert.

Aktuelle Ergebnisse zur Umweltbelastung der Muttermilch in Österreich
Gleich vorweg: Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Medizinische Biologie der Universität Wien gibt Entwarnung. Dabei wurde Muttermilch aus drei Regionen Österreichs auf Blei und Quecksilber untersucht: Wien (als Großstadt stärker belastet), Linz (weil es durch die metallverarbeitende Industrie stärker belastet ist) und Tulln (kleine Stadt mit ländlichem Einzugsgebiet). Realisiert wurde das Projekt mit der Kinderklinik Glanzing, dem Wilheminenspital, der Landeskinderklinik Linz und dem LKH Tulln. Wie erwartet, ist die Belastung der Muttermilch durch Blei seit dem Verbot bleihältiger Treibstoffe stark zurückgegangen. Der Bleigehalt in Muttermilch ist nun einer der geringsten in Europa. Muttermilch aus Linz war zwar höher belastet, doch lagen die Werte deutlich unter der von US-Wissenschaftern vorgeschlagenen Toleranzgrenze. Im Fall Quecksilber fand sich die höchste Belastung in Wiener Proben, auch diese Werte lagen aber weit unter jenen internationaler Studien.

Muttermilch und Allergien
Eine vieldiskutierte Frage ist, wie das Kind mit erhöhtem Allergierisiko ernährt werden soll. Grundsätzlich kann an der atopischen Konstitution des Kindes kaum etwas geändert werden. Vielmehr gilt es, das Kind möglichst spät mit potenten Allergenen in Kontakt zu bringen, aber trotzdem eine vollwertige Ernährung sicherzustellen. Daher wird auch bei allergiegefährdeten Kindern exklusives Stillen für die ersten sechs Lebensmonate empfohlen. Eine geeignete Beikost sollte bei Kindern mit Atopierisiko frühestens ab dem 7. Lebensmonat eingeführt werden, Kuhmilchprodukte erst nach 12 Monaten. Auch Eier, Fisch, exotische Früchte (mit Ausnahme der Banane) und Sellerie sind erst im zweiten Lebensjahr erlaubt.
Obwohl zahlreiche Hinweise für ein vermindertes Risko von allergischen Erkrankungen durch das Stillen sprechen, kann das Ausmaß des allergiepräventiven Effektes des Stillens nicht angegeben werden. Das liegt auch an (naturgemäß) fehlenden randomisierten Studien zum Vergleich der Ernährung mit Muttermilch und Säuglingsmilchnahrung.

In jüngerer Zeit haben sich viele Untersuchungen mit dem Zusammenhang zwischen Muttermilch und Allergien beschäftigt:
Eine Studie von Sears et al. findet keinen Zusammenhang zwischen dem Stillen und einem Schutz vor Allergien und Asthma und steht damit im Widerspruch zu einer ganzen Reihe anderer Studien. Ein wichtiger Punkt bei der Beurteilung dieser Studie ist die Definition „voll gestillt“. Sears vergleicht in seiner Studie Babys, die "mindestens vier Wochen gestillt wurden" mit Babys, die nicht oder kürzer als vier Wochen gestillt wurden. Außerdem wurden Kinder, die in der Nacht oder im Krankenhaus künstliche Säuglingsnahrung erhielten als voll gestillt bezeichnet. Dies widerspricht der internationalen Definition. Unter „voll gestillt“ wird eigentlich verstanden, dass ein Baby nichts anderes als Muttermilch erhält.
Oddy et al. konnten in ihren Untersuchungen feststellen, dass Kinder, die vier Monate ausschließlich gestillt wurden (= voll gestillt nach internationaler Definition) im Alter von sechs Jahren seltener an Asthma litten als Kinder, die kürzer gestillt oder gar nicht gestillt wurden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass das Kind schon vor, aber auch nach der Geburt in einer „rauchfreien“ Umgebung aufwächst.

Bei einer Subgruppe von Müttern, nämlich solchen mit Asthma-Erkrankung, wird neuerdings der allergiepräventive Effekt des Stillens in Frage gestellt. Eine große, prospektive Kohortenstudie in Arizona spricht dafür, dass eine mütterliche Allergie die Bestandteile der Muttermilch verändert und das Sensibilisierungsrisiko des Kindes erhöht.

Eine finnische Studie bracht für Säuglinge mit Neurodermitis ähnliche Ergebnisse. Die Untersuchung von 100 voll gestillten Säuglingen mit ausgeprägtem atopischen Ekzem zeigte eine Verbesserung der Symptome, wenn von den stillenden Müttern eine Eliminationsdiät eingehalten wurde. Nach dem Abstillen und Umstellen auf eine allergenarme Nahrung kam es im Mittel zu einer deutlichen und statistisch signifikanten Verbesserung des Ekzems .

Die überraschenden Erkenntnisse machen es natürlich notwendig, sich weiterhin mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen. Solange eine abschließende Beurteilung aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht möglich ist, sollte man mit vorschnellen Ratschlägen jedenfalls vorsichtig sein.

Bis dahin gilt weiterhin die vehemente Empfehlung, 4-6 Monate ausschließlich zu stillen. Wenn sich bei einem voll gestillten Kind ein atopisches Ekzem entwickelt, besteht die Möglichkeit einer Nahrungsmittelallergie gegen mit der Muttermilch zugeführte Antigene. In solchen Fällen sollte eine Eliminationsdiät der Mutter (Verzicht auf häufig auslösend wirkende Fremdeiweiße) mit Beobachtung der kindlichen Symptomatik versucht werden. Falls dies aus bestimmten Gründen nicht praktikabel erscheint, kann vorübergehend auf eine Hydrolysatnahrung oder ev. auch auf eine aminosäurenbasierte Nahrung umgestiegen werden (bei vorübergehendem Abpumpen der Muttermilch). Je nach Entwicklung der Symptomatik muss ein Abstillen oder Weiterstillen sorgfältig abgewogen werden. Dabei ist das Ausmaß einer eventuell vorliegenden Gedeihstörung natürlich mitentscheidend.

Ersatz für Muttermilch
Kann aus verschiedenen Gründen nicht gestillt werden, soll auf industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung zurückgegriffen werden. Von allen anderen Lebensmitteln ist abzuraten, da in diesem Alter die noch sehr durchlässige Darmschleimhaut und das unreife Immunsystem die Gefahr einer Sensibilisierung gegenüber Lebensmittelallergien stark erhöht. Auch von der Selbstherstellung von Säuglingsnahrung wird abgeraten, da diese die ausgewogene Zusammensetzung von Frauenmilch oder industriell hergestellter Säuglingsmilch nicht erreicht. Die angebotenen Ersatzprodukte müssen die Bedürfnisse des Säuglings decken und vollkommen sicher sein. Dieses wichtiges Ziel wird durch das Codex-Komitee für Ernährung und diätetische Lebensmittel durch Internationale Standards für Säuglings- und Kleinkindernahrung gesichert.

Und dann?
Die ergänzende Beikost für das Kleinkind muss auf den Nährstoffbedarf und die Essfähigkeiten des schon etwas älteren Säuglings abgestimmt sein. Daher orientiert sich die Zusammensetzung dieser Produkte an aktuellen Erkenntnissen über den Energie- und Nährstoffbedarf von Kleinkindern. Wenn Mütter die Beikost selbst zubereiten wollen, können verschiedene Ratgeber mit praktischen Anleitungen Tipps für den schrittweisen Aufbau der Beikost liefern und den Umstieg auf Familienkost erleichtern.

Quellen:
Ratgeber der DGE: Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen.
DGE aktuell 8/2002

ODDY WH, Peat JK, de Klerk NH.: Maternal asthma, infant feeding, and the risk of asthma in childhood. J Allergy Clin Immunol 2002 Jul;110(1):65-7

Gdalevich M, Mimouni D, David M, Mimouni M.: Breast-feeding and the onset of atopic dermatitis in childhood: A systematic review and meta-analysis of prospective studies. J Am Acad Dermatol. 2001 Oct;45(4):520-7

Gdalevich M, Mimouni D, Mimouni M.: Breastfeeding and the risk of bronchial asthma in childhood: a systematic review with meta-analysis of prospective studies. J Pediatr 2001 Aug; 139(2):261-6.

Bergmann, R. L., Niggemann, B., Bergmann, K. E., and Wahn, U. (1997). Primäre Ernährungsprävention atopischer Erkrankungen. Monatsschrift Kinderheilkunde 145, 533-539.

Sears MR et al (2002): Long-term relation between breastfeeding and development of atopy and asthma in children and young adults: a longitudinal study. Lancet 360: 901-07.

Gundacker C, Pietschnig B, Wittmann KJ, Lischka A, Salzer H, Hohenauer L, Schuster E (2002): Lead and mercury in breast milk. Pediatrics 110 (5): 873-8

www.ernaehrungs-umschau.de: Internationale Standards für Säuglings- und Kleinkindernahrung.



Wenn Kuhmilch nicht vertragen wird - Alternativen in der Kinderernährung

Milch ist Sinnbild für Mütterlichkeit, Natur und Gesundheit und wird oft als das vollkommenste aller Nahrungsmittel gepriesen. Für eine optimale Entwicklung von Kindern ist Milch unverzichtbar, aber was ist zu beachten, wenn Kinder keine Milch vertragen?


Meeresgemüse

Seit Sushi in aller Munde ist und asiatische Restaurants immer beliebter werden, haben Algenerzeugnisse auch hierzulande an Bedeutung gewonnen. Sie gelten als besonders wertvolle Nahrungsmittel. Aber ist diese Meinung bei genauer Betrachtung haltbar?


Beta-carotin - Grenzwert neu überdacht!

Es gibt wohl kaum jemanden, der heute nicht weiß, wie gesund der Verzehr von Obst und Gemüse ist. Sie sind eine bedeutende Quelle an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Grund genug um sie auf unserem täglichen Speiseplan zu haben. Die kräftigen roten und grünen Farbstoffe der Carotinoide zum Beispiel, die wir aus Karotten, Tomaten, Erdbeeren, Paprika, Kohl, Salat und vielen anderen Lebensmitteln kennen, haben sich im Lauf der Evolution der Pflanzen als Schutz vor schädlicher ultravioletter Sonnenstrahlung entwickelt. Sie üben aber auch im menschlichen Körper zahlreiche Funktionen aus.


2003 - das Jahr des Wassers

Die 87. Vollversammlung der Vereinten Nationen vom Dezember 2000 hat das Jahr 2003 zum Internationalen Jahr des Wassers erklärt (Resolution 55/196). Alle Länder werden aufgefordert, Aktionen, Programme und Projekte zu starten, die die Bevölkerung zu einem sorgsamen Umgang mit der für das Leben von Mensch und Natur unersetzlichen Ressource Wasser anhalten.

Heft 4/2002

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Kaffeeklatsch / Gesünder Leben mit (Glüh-)Wein? / Wie werden Zusatzstoff- u. Schadstoffhöchstmengen festgelegt? / Frisch oder konserviert – was ist besser? / Süße Alternativen


Kaffeeklatsch
Kaffee trinken ist eigentlich wesentlich mehr als nur die Aufnahme von Koffein, meist geht es mit einem gesellschaftlichen Ereignis einher. Denn was wären Mehlspeisen, Kuchen und Kekse ohne Kaffee? Jedoch wird Kaffee nicht nur des Genusses wegen getrunken, sondern auch wegen seiner Wirkung. Erhöhte Wachsamkeit, gesteigerte psychomotorische Leistungsfähigkeit, verbesserte Gedächtnisleistung, besseres Konzentrationsvermögen und Hebung der Stimmungslage sind oft auch nur individuell empfundene hochgeschätzte Begleiter dieses Getränks.

Der Name „Kaffee“ geht auf das arabische Wort „QAHWA“ zurück, das eigentlich jede Art von Getränk pflanzlicher Herkunft bezeichnet. Früher nannte man den Kaffee auch „arabischen Wein“. Von Äthiopien aus verbreitete sich Kaffee erfolgreich in den ganzen arabischen Raum, von Kleinasien bis zu den Mittelmeergebieten. Im gleichen Zuge wurden auch die Geräte zur Zubereitung überall adaptiert. Aus verschiedenen Beduinengräbern sind Funde bekannt, die auf den täglichen Genuss von Kaffee hinweisen. Im 16. Jahrhundert gelangte der Kaffee dann nach Istanbul, wo das erste öffentliche Kaffeehaus entstand.

In Europa begann die Verbreitung von Kaffee durch die Türken im 17. Jahrhundert.
In Wien wurde 1683 das erste Kaffee gegründet, nachdem die Türken dort am Ende ihrer Stadtbelagerung einige Säcke rohe Bohnen zurückgelassen hatten. Die Kunde vom Kaffee verbreitete sich aber erst nach der napoleonischen Europabesetzung auf kontinentaler Ebene.

Je weiter das Getränk bekannt wurde, desto rascher entwickelte sich die ganze Kaffeekultur rund um die Pflanze und ihren Anbau.

Die wichtigsten koffeinhaltigen Genussmittellieferanten sind der Tee- und Kaffeestrauch, eine südamerikanische Schlingpflanze, bei uns unter ihrem indischen Namen Guarana bekannt, die Kola-Nuss sowie der Matestrauch. Auch die Samen des Kakao-Baumes enthalten etwas Koffein. Somit ist das anregende Alkaloid in Kaffee, Schwarzem Tee und Grünem Tee, Cola-Getränken, „Energy drinks“, Guarana sowie Kakao und den daraus hergestellten Produkten, wie Schokolade, enthalten. Eine Tasse Kaffee enthält, abhängig von der Zubereitungsart 60–120 mg Koffein, koffeinhaltige Erfrischungsgetränke bis zu 320 mg pro Liter.

Koffein als wichtigster Bestandteil des Kaffees, hat folgende Wirkung auf den Körper:

Allgemeine Anregung des Zentralnervensystems,
Steigerung der Herztätigkeit,
Erhöhung des Blutdruckes und
vermindert – wie fälschlicherweise häufig angenommen – nicht die Alkoholwirkung

Koffein wird vollständig absorbiert. Die anregende Wirkung von Bohnenkaffee tritt nach etwa 20 bis 30 Minuten ein und der Koffeinspiegel im Blut erreicht nach 30–60 Minuten ein Maximum. Koffein gelangt kurz nach der Absorption ins Gehirn und entfaltet dort seine anregende Wirkung, die bei Erwachsenen im Durchschnitt 4–6 Stunden anhält.
Die beliebte „Droge“ wirkt auf das zentrale Nervensystem: Koffein regt die Herztätigkeit an, steigert Blutdruck und Körpertemperatur, stimuliert die Muskeltätigkeit, erweitert die Bronchien und Blutgefäße, regt die Verdauung an und ist harntreibend, wobei es aber auch eine Kalzium ausscheidende Wirkung hat. Die im Kaffee enthaltenen Säuren regen die Beweglichkeit von Magen und Darm an und stimulieren die Produktion von Magen- und Gallensäften. Dies erklärt vielleicht, warum nach dem Essen gerne eine Tasse Kaffee getrunken wird.

Erstaunlicherweise lassen sich diese Wirkungen nicht nur mit koffeinhaltigem, sondern in gewissem Masse auch mit entkoffeiniertem, erzielen. Mit anderen Worten: Schon die Erwartung einer Tasse Kaffee, ihr herrlicher Duft und anregender Geschmack erzeugen hier einen ähnlichen Effekt.

Die Nebenwirkungen übertriebenen Koffeingenusses äußern sich zum Beispiel in Herzflattern, schlaflosen Nächten und Fahrigkeit. Es kann zu Zittrigkeit, Herzrasen, Bluthochdruck, starken Reizerscheinungen im Magen-Darm-Trakt, Schwindel und Übelkeit kommen.

In der Medizin und als Hausmittel findet Kaffee Anwendung beispielsweise bei Herzschwächen, Neuralgien, Migräne oder asthmatischen Anfällen. Kaffee führt nicht zu einem schnelleren Abbau von Alkohol im Körper. Durch Kaffee wird man wach, aber nicht nüchtern.

Regelmäßige Koffeinzufuhr z. B. über koffeinhaltige Colagetränke können zu einem Gewöhnungseffekt führen. Dieser betrifft jedoch im Wesentlichen die zentralnervösen Auswirkungen von Koffein. Es konnte gezeigt werden, dass bei chronischer Koffeinzufuhr die Adrenalinausschüttung nach Koffeingabe sowohl in Ruhe als auch unter Belastung reduziert war. In Bezug auf die Ausdauerleistungsfähigkeit von Sportler konnte kein Unterschied zwischen regelmäßigen Konsumenten von koffeinhaltigen Getränken und „koffein-abstinenten“ Sportlern aufgezeigt werden. In hohen Dosen ist Koffein ein Dopingmittel. Als Grenzwert wurde vom Internationalen Olympischen Komitee 12 µg Koffein pro ml Urin festgelegt. Eine solche Menge kann durch eine Koffeinaufnahme von 500–600 mg (ca. 6 Tassen Kaffee) erreicht werden.

Laut aktuellen Studien senken einige Tassen Kaffee oder mehrere Gläser Cola täglich das Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken. Das in den Getränken enthaltene Koffein beeinflusst wahrscheinlich gezielt Hirnregionen, die für die Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin zuständig sind. Morbus Parkinson ist eine Erkrankung, die mit Muskelsteifheit, Zittern und Bewegungsarmut einhergeht. Studienteilnehmer, die täglich einige Tassen Kaffe tranken konnten das Erkrankungsrisiko für Parkinson reduzieren. Wissenschaftler vermuten auch, dass Alkaloide wie Koffein und Theobromin den Verlust der Nervenzellen verhindert.

Roland Griffiths von den John Hopkins Medical Institutions in Baltimore, USA, meint, dass sich die meisten Kaffeetrinker nicht bewusst sind, in welchem Ausmaß sie von dem im Kaffee enthaltenen Koffein abhängig sind. Konsumieren sie keinen Kaffee, leiden sie an ausgeprägten Entzugserscheinungen. Versuchen Sie aus eigenem Antrieb den Kaffeegenuss zu stoppen, fällt ihnen das sehr schwer, und die meisten werden wieder rückfällig.

Trotzdem wirkt Kaffee anders als andere „Suchtstoffe“. Nikotin, Morphium und andere Drogen beispielsweise erhöhen die Aktivität in einer bestimmten Region des Gehirns, dem sogenannten Nucleus accumbens. Einen vergleichbaren Effekt gibt es bei Koffein nicht. Jedoch blockiert auch Koffein wie die anderen Drogen Rezeptoren für die Substanz Adenosin, die die Aktivität anderer Neurotransmitter (Signalsubstanzen) dämpft. Das führt zu erhöhter Aktivität des Gehirns, gleichsam zu gesteigerter „Wachheit“. Die Vermutung ist naheliegend, dass eine derartige ständige Überaktivierung des Gehirns über längere Zeiträume nachteilige Folgen haben könnte. Aber handfeste Beweise dafür gibt es nicht.

Eine regelmäßige Einnahme von Koffeinmengen, wie sie in etwa vier Tassen Kaffee enthalten sind, führt zu einer leichten Steigerung des Blutdrucks und zu einer leicht vermehrten Produktion bestimmter Hormone, darunter Cortison. Menschen mit hohem Blutdruck sollten deshalb beim Genuss von Kaffee zurückhaltend sein. Ob eine derartige dauernde, aber relativ kleine Steigerung des Blutdrucks auch bei gesunden Menschen nachteilige Folgen haben kann, ist nicht geklärt.

Nach Angaben von Mitarbeitern der University of California in Berkeley kann Koffein bei Schwangeren die Barriere der Plazenta durchdringen und in den Kreislauf des Fötus gelangen. Schon geringe Koffeinkonzentrationen, die bei der Mutter keine nachweisbaren Auswirkungen haben, lösen beim Fötus eine Beschleunigung des Herzschlags aus. Koffein gelangt auch in die Muttermilch. Werdende und stillende Mütter sollten deshalb beim Genuss von Kaffee sehr zurückhaltend sein. Tatsächlich hören viele Schwangere, die vorher Kaffee getrunken haben, ganz von selbst damit auf; nicht bewusst aus gesundheitlichen Überlegungen, sondern eher deshalb, weil ihnen der Kaffee während der Schwangerschaft nicht so sehr mundet.

Man nimmt heute an, dass Studienergebnisse, die sich isoliert mit den Auswirkungen von Koffein beschäftigen, wahrscheinlich unzureichend sind. Kaffee ist eine Mischung von vielen Substanzen, welche ernährungsphysiologisch relevante Wirkungen auslösen können. Studien niederländischer Forscher haben gezeigt, dass Kaffee Diterpene enthält, die ein Ansteigen des Cholesterinspiegels im Blut verursachen. Gefilterter Kaffee enthält jedoch nur geringe Mengen dieser Substanzen, weil der Großteil am Filterpapier hängenbleibt.

Cholesterin ist in diesem Zusammenhang aber nicht die einzige „gefährliche“ Substanz im Blut. Auch eine erhöhte Konzentration von Homocystein erhöht die Anfälligkeit für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Untersuchungen von Marina Grubben von der Landwirtschaftsuniversität Wageningen, Niederlande, haben ergeben, dass bei Kaffeetrinkern die im Blut vorhandene Menge von Homocystein deutlich erhöht ist. Welche der im Kaffee enthaltenen Substanzen das verursacht, weiß man noch nicht. Diese Substanz wird aber jedenfalls nicht von den Papierfiltern aufgehalten.

Obwohl viele Details noch unklar sind, gibt es gute Gründe für die Annahme, dass übermäßiges Kaffeetrinken schaden kann. Es ist noch unklar, ob Kaffeekonsum zur Pathogenese von Krebs- und Tumorerkrankungen beiträgt. Koffein fördert die Flüssigkeitsabgabe über die Nieren und hemmt gleichzeitig die Rückresorption von Mineralstoffen. Man sollte nicht vergessen, dass sich Kaffee nicht als Durstlöscher eignet und stets mit Wasser getrunken werden sollte. Mit Kaffee wird vor allem eine gesellige Komponente verbunden. Das gezielte Wachmachen durch Kaffee kann zu einem hohen Konsum dieses Getränkes führen. Vor allem die Regelmäßigkeit und die große Trinkmenge können gesundheitlich unerwünschte Konsequenzen nach sich ziehen.

Im Umgang mit Kaffee ist es generell sinnvoll, die Verzehrmenge an der individuellen Verträglichkeit und dem persönlichen Wohlgefühl auszurichten.

Quellen:

Ross GW, Abbott RD, Petrovitch H, et al. (2000): Association of coffee and caffeine intake with the risk of Parkinson disease. JAMA. 2000(283) : 2674-2679.
Benedetti MD et al: Smoking, alcohol, and coffee consumption preceding Parkinson´s disease. Neurology 2000 (55): 1350-1358

Urgert R, Meyboom S, Kuilman M, Rexwinkel H, Vissers M N, Klerk M and Katan M B (1996): Comparison of effect of cafetiere and filtered coffee on serum concentrations of liver aminotransferases and lipids: six month randomised controlled trial. BMJ 1996 (313): 1362-1366.

Grubben MJ, Boers G H, Blom J H, Broekhuizen R, De Jong R, Van Rijt L, De Ruijter E, Swinkels D W, Nagengast F M and Katan M B (2000): Unfiltered coffee increases plasma homocysteine concentrations in healthy volunteers: a randomized trial1. Am J Clin Nutr 2000 (71): 480-484

Presseinformationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung E.V.: „Energy drinks“ – Muntermacher oder „kalter Kaffee“?

Schlieper CA: Ernährung heute, Hamburg 1997

Stellungnahme des DGE-Arbeitskreises „Sport und Ernährung“: Koffein in der Sporternährung; in Forschung, Klinik und Praxis Dezember 2001


Gesünder Leben mit (Glüh-)Wein?
Die kalte Jahreszeit naht und in der Stadt machen sich die Glühweinstandl breit und laden zum Aufwärmen ein. Auch bei jedem festlichen Anlass oder Feier wird zumindest mit „einem Glaserl“ angestoßen. Alkohol wird in unserer Gesellschaft je nach Blickwinkel als Freund oder Feind, als Medizin oder Gift der Menschen betrachtet. Nachdem Alkohol lange Zeit als gesundheitsschädlich verurteilt wurde, kommen neuere Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass eine mäßige Aufnahme vor Herzinfarkt schützt. Welche Meinung ist die richtige?

Wie werden Zusatzstoff- u. Schadstoffhöchstmengen festgelegt?
Zusatzstoffe für Lebensmittel sind keine neue Erfindung der Industrie. Seit jeher war es wichtig und nötig, Lebensmittel für die Zeit zwischen den Ernten zu konservieren und zudem ihr Aussehen und ihren Nährwert zu erhalten. Der Gebrauch von Salz und Rauch zur Konservierung lässt sich bis in die Frühgeschichte zurückverfolgen. Die Ägypter benutzten Farbstoffe und Geschmacksstoffe, die Römer Salpeter, Gewürze und Farbstoffe.
Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden neue Zusatzstoffe entdeckt, die im Laufe ihrer Entwicklung immer preiswerter herzustellen waren. Der Fortschritt in der Lebensmittelwissenschaft und -technologie hat dazu geführt, dass Zusatzstoffe in immer größerem Umfang verwendet wurden.
Eine genaue Bewertung der Auswirkungen von Zusatzstoffen bzw. Schadstoffen auf den menschlichen Körper ist derzeit sehr schwierig. Versuchsergebnisse zu Auswirkungen stammen fast ausschließlich aus Tierversuchen und müssen auf die Verhältnisse beim Menschen übertragen werden. Wie aber wird nun vorgegangen bei der Bestimmung einer tolerierbaren Zusatz- bzw. Schadstoffhöchstmenge und wie werden daraus Empfehlungen abgeleitet?

Frisch oder konserviert – was ist besser?
Nichts ist so vitaminreich und gesund wie das Gemüse, das frisch vom Feld kommt. Doch das lässt sich im Winter nicht bewerkstelligen. Tiefkühl - und Konservengemüse sind oft eine gute und zufriedenstellende Alternative, denn auch in Lebensmitteln aus der Dose sind mehr Vitamine und Nährstoffe enthalten als bisher angenommen wurde.

Süße Alternativen
Welche Jahreszeit eignet sich wohl besser vom süßen Geschmack, Mundgefühl und Molligkeit zu sprechen, als die kalte. Nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit wird gerne genascht und Süßes genossen, besonders an trüben Herbst- und Wintertagen zählen heiße Schokolade, Bratäpfel mit Vanillesauce oder Kekse zu Tee, Kaffee oder Punsch zu den süßen Verführern. Mäßig genossen ist auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht dagegen nichts einzuwenden, doch bieten sich auch zahlreiche süße Alternativen zum Stillen des süßen Hungers an.

Heft 3/2002

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Schulbeginn: Gehirnnahrung Zwischenmahlzeit / Essstörungen: Immer öfter sind die Patienten männlich / Kräuter und Gewürze - Nutzen oder Risiko? / Die Montignac-Methode / Acrylamid


Schulbeginn: Gehirnnahrung Zwischenmahlzeit
Mehr Leistung und Konzentration durch gezieltes Essen


Ein neues Schuljahr beginnt! Die Frage nach dem "optimalen Jausenbrot" bzw. einer adäquaten Nährstoffversorgung der Schulkinder stellt sich somit für viele Eltern aufs Neue. Denn sie wissen, dass ihr Kind eine gesunde, ausgewogene Kost braucht, die jene Bausteine zur Verfügung stellt, die für Wachstum und gesunde Entwicklung verantwortlich sind. Aus zeitlichen und praktikablen Gründen ist es vielen Elternteilen jedoch oft nicht möglich, diese in die Praxis umzusetzten, auch wenn sie es sich zum Schulbeginn fest vorgenommen haben. Schnell rutschen sie wieder in das "alte" Fahrwasser und die Kinder beklagen sich zumeist nicht, denn ihnen ist es egal, was in ihren "Jausensackerln und -dosen" als Zwischenmahlzeit zu finden ist, solange es schmeckt.

Leistungshochs und -tiefs
Schulkinder müssen nicht nur im Unterricht, sondern oft auch auf dem Pausenhof viel leisten. Sie müssen über den Vormittag ihre Konzentration aufrecht erhalten, körperlich fit sein und auch am Nachmittag für die Schulaufgaben noch einmal Leistungsreserven mobilisieren. Daher sind für Kinder täglich fünf kleine Mahlzeiten besser als drei große. Durch die Aufnahme von kleinen Zwischenmahlzeiten wird der Magen-Darm-Trakt weniger belastet und die kontinuierliche Zufuhr von Nährstoffen über die Blutbahn sorgt somit für einen ausgeglichenen Blutzuckerspielgel während des ganzen Tages. "Jausnen" zwischendurch unterstützt also die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und verhindert Lerntiefs und Müdigkeit.

Die Aufteilung der Mahlzeiten über den Tag hat die Aufgabe, die Leistungsfähigkeit zu optimieren, denn jeder Mensch unterliegt seinem biologischen Rhythmus. Man ist nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit gleich aktiv. Die Leistungskurve der meisten Menschen ist vormittags am höchsten, gegen Mittag nimmt sie langsam ab und steigt erst am Nachmittag wieder an. Um etwa 11:00 Uhr ist man mit seiner Leistungsfähigkeit am Höhepunkt, die dann langsam ins Nachmittagstief absinkt. Gegen 16:00 Uhr erreicht sie neuerlich einen leichten Anstieg, der bis ca. 20:00 Uhr anhält. Danach flacht die Leistungskurve wieder ab.

An erster Stelle steht das Frühstück. Wichtig ist es, den Tag schon mit einem Frühstück in aller Ruhe zu beginnen.
Weder Frühstück noch Pausenbrot ausfallen lassen.
Die Vormittagsjause verhindert einen zu raschen Abfall der Leistung.
Kindern eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl bieten; sie bei der Auswahl mitbestimmen lassen und nur kindergerechte Portionen einpacken.
Ein voller Bauch studiert nicht gerne, darum zu Mittag eine nicht allzu üppige Mahlzeit, denn ein zu reichliches bzw. fettreiches Mittagessen führt zu Müdigkeit.
Auch am Nachmittag belebt ein Imbiss Geist und Seele und überbrückt die Zeit bis zum Abendessen.
Ein voller Bauch studiert nicht gerne, darum zu Mittag eine nicht allzu üppige Mahlzeit, denn ein zu reichliches bzw. fettreiches Mittagessen führt zu Müdigkeit.

Durch den gezielten Einsatz von Zwischenmahlzeiten, neben den drei Hauptmahlzeiten, können die Leistungsphasen erheblich gesteigert und die Tiefs abgefangen werden.

Als wichtiger Grundsatz gilt: Je kleiner das Frühstück ausfällt, umso größer soll das Jausenbrot sein. Da viele Kinder am frühen Morgen noch keinen ausreichenden Appetit verspüren und spärlich frühstücken, kann ein zusätzlicher nährstoffreicher Pausensnack dies wieder wett machen. Frühstück und Vormittagsjause sollten ungefähr 30 bis 35 % des Tagesenergiebedarfes abdecken.

Die Leistungskurve unseres Körpers














 

 

 

Doch nicht jeder Imbiss eignet sich als Zwischenmahlzeit. Auf die richtige Zusammensetzung der Produkte kommt es an, um eine Jause wertvoll zu machen.

Denn was Schulkinder essen, beeinflusst mitunter auch ihre Gehirnleistung. Durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung - nicht nur Jause alleine - können die Aufmerksamkeit und die Leistungsfähigkeit gefördert werden.

Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Frage, wie man sich konzentrieren und Dinge merken kann, wie schnell das Gehirn reagiert und sogar wie sich die künstlerischen und motorischen Fähigkeiten von Kindern entwickeln. Die alltäglichen und langfristigen Ernährungsgewohnheiten beeinflussen die geistige Mobilität für jeden Tag.

Brain food, so genannte Gehirnnahrung, verspricht die „Weisheit mit dem großen Löffel“ zu essen, denn bekanntlich wird man mit dem „Löffel“ groß und stark, vielleicht auch intelligent.
Ein Eisenmangel beispielsweise kann zu einer Verminderung der Gedächtnisleistung und der Konzentrationsfähigkeit der Kinder beitragen und sich in einem niedrigeren Intelligenz-Quotienten niederschlagen.

Zu einem gesunden Pausenfrühstück gehören vier Komponenten:
Kohlenhydratreiche Nahrung etwa macht nicht nur gute Laune, sie beugt auch wirksam Stress vor. Durch den Konsum von Kohlenhydraten wird im Gehirn das "Gute-Laune-Hormon" Serotonin erzeugt, das Stress vertreibt. Der Blutzucker-Spiegel bleibt durch eine kontinuierliche Zufuhr komplexer Kohlenhydrate auf einem bestimmten Niveau und versorgt das Gehirn mit Glucose. Die Basis des so genannten Brain food bildet also Getreide in Form von zum Beispiel Vollkornbrot, Mehrkornbrot, Obst, Gemüse oder Müsli. Vollkornbrot oder -brötchen sind nicht nur gesünder als Weißmehlprodukte, sie schmecken auch herzhafter. Im Verdauungstrakt werden die langen Ketten der komplexen Kohlenhydrate langsam abgebaut und die Glucose-Moleküle werden nach und nach über das Blut ins Gehirn transportiert und versorgen es auf diese Weise über Stunden mit Energie. Weißmehlprodukte – Semmeln, Süßigkeiten, Kuchen – erhöhen den Glucosespiegel zwar sehr schnell, es folgt aber meist ein ebenso schneller Abfall. Auch spezielle Kinderriegel können ein Pausenbrot nicht ersetzen, denn auch sie enthalten hauptsächlich Zucker. Der Kampf um die Süßigkeiten wird einerseits durch die angeborene Vorliebe für den Süßgeschmack und andererseits durch das vielfältige Angebot gefördert. Aus psychologischer Sicht es jedoch nicht sinnvoll, und aus ernährungsphysiologischer Sicht auch nicht notwenig, den Zuckerverzehr der Kinder zu rigoros einzuschränken. Vielmehr soll ein vernünftiger Umgang mit Süßem trainiert werden, der beim Jausenbrot beginnen soll. Zu beachten jedoch gilt, dass viele Süßwaren nicht nur Zucker, sondern auch Fett liefern und im Kontext der Gesamternährung zu betrachten ist.

Proteine sollen aus tierischen und pflanzlichen Quellen kombiniert und aus unterschiedlichsten Quellen aufgenommen werden, damit sich die essentiellen Aminosäuren in idealer Form ergänzen können. Da Getreideprodukte als Lieferanten der komplexen Kohlenhydrate bereits wesentliche Lieferanten von pflanzlichem Eiweiß sind, empfiehlt sich als pikante Auflagen für das Brot magere Wurst- und Käsesorten verfeinert mit Salatblättern, Tomaten oder Radieschen. Essentielle Aminosäuren, die kleinsten Eiweiß-Molekühle, agieren im Gehirn als Neurotransmitter. Auch die Konzentration der Aminosäuren im Blut schwankt während des Tages stark, da sie von der Anzahl, der Größe und der Zusammensetzung der Mahlzeiten abhängig ist. Gute tierische Eiweißquellen sind beispielsweise mageres Fleisch, Eier, Milch und Milcherzeugnisse.
Milch gilt aufgrund seiner Nährstoffdichte als ein besonders hochwertiges Lebensmittel für Kinder. Denn Milch und Milchprodukte versorgen den Organismus in erster Linie mit Eiweiß und reichlich Kalzium, aber auch anderen Mineralstoffen und Vitaminen.
Im Hinblick auf die besondere Bedarfssituation des wachsenden Organismus darf der Anteil an tierischem Eiweiß höher als beim Erwachsenen sein.

Vitamine und Mineralstoffe spielen in der körperlichen Gesundheit und in der geistigen Vitalität eine entscheidende Rolle. Auch sie sind besonders in Vollkornbrot und dunklen bzw. schrothaltigen Brot- und Gebäcksorten sowie in Milch und Milchprodukten enthalten. Zur Ergänzung, vor allem mit den Vitaminen A und C und Folsäure, sollten frisches Obst und Gemüse je nach Jahreszeit in die Kost eingebaut werden. Als so genannte wahre Turbo-Snacks für den Vor- oder Nachmittag haben sich Gemüse und Obst herausgestellt. Beispielsweise sind Äpfel und Bananen ideal für zwischendurch. Sie versorgen den Organismus mit wertvollen Nährstoffen und haben einen geringen Energiegehalt. Frisches Obst oder knackiges Gemüse sollen den Pausenimbiss daher täglich ergänzen, denn sie sind neben Brot auch wichtige Ballaststofflieferanten.

Auch ausreichendes Trinken spielt eine Rolle beim Erhalt der Leistungsfähigkeit. Getränke sollten regelmäßig konsumiert werden, denn wenn Durst auftritt, besteht bereits ein Mangel im Körper. Komplettiert wird der Pausensnack also durch Getränke wie Mineralwasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte. Limonaden und andere stark gesüßte Säfte dagegen enthalten viel Haushaltszucker und sollten nicht präferiert werden.

Kinder haben aber auch einen sehr großen Bewegungsdrang. Es ist ratsam Kinder nicht erst in der Schulpause die Jause kaufen zu lassen. Dies würde einen großen Teil der Pausenzeit in Anspruch nehmen und weder genügend Zeit zum Verzehr des Jausenbrotes noch für Bewegung übrig lassen. Unterstützt sollte das Gehirn-Ernährungsprogramm der Kinder mit regelmäßiger körperlicher Aktivität besonders nach der Schule, am besten an der frischen Luft, werden. Nach getaner Gehirnarbeit und stundenlangem Sitzen ist die Zufuhr von Sauerstoff und Bewegung enorm wichtig. Bewegung bzw. Sport, egal ob Radfahren oder Fußball spielen in der Freizeit, fördert die Durchblutung und trainiert das Herz-Kreislauf-System.

Individueller Bedarf
Zu beachten gilt jedoch, dass zu den normalen Ernährungsgewohnheiten gesunder Kinder auch größere Schwankungen im Nahrungsverzehr von Tag zu Tag gehören. Wenn ein Kind gelegentlich an einem Tag keine Jause will oder nicht besonders viel isst, besteht noch keine Gefahr einer unzureichenden Versorgung.
Ruhige oder beispielsweise für ihr Alter kleine Kinder brauchen weniger Energie und Nährstoffe und damit auch weniger Lebensmittel als es ihrem altersgemäßen Richtwerten entsprechen würde. Dagegen brauchen lebhaftere und für ihr Alter größere Kinder mehr Energie. Allgemein gilt: Buben brauchen mehr als Mädchen und sportliche Aktivitäten beeinflussen den individuellen Bedarf.

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Schulmilch im 21. Jahrhundert, Nahrung und Verbrauch, März 1999

Brain food für Geniesser – Kulinarisches für kluge Köpfe: GU Gräfe & Unzer Verlag München 1999

Gieland, A., Kersting, M., Schöch, G. (1997): Zum vernünftigen Umgang mit Süßem in der Ernährung von Säuglingen und Kindern; Ernährungs-Umschau 44/12

Kersting, M., Schöch, G. (1996): Ernährungsberatung für Kinder und Familien, Gustav Fischer Verlag, Jena

Kaiser, B., Kersting, M. (2001): Frühstücksverzehr und kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern – eine Auswertung von Literaturbefunden; Ernährung im Fokus 01/01

GIVE-Broschüre: Die optimale Schuljause – Fit und mit Power durch den Vormittag

Aid-Broschüre: Fit in Beruf und Freizeit

http://www.stmgev.bayern.de: Frühstück und Pausenbrot = Starthilfe für erfolgreiche Schultage, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz.

www.ernaehrung.or.at: die Leistungskurve unseres Körpers


Essstörungen: Immer öfter sind die Patienten männlich

Ess-Störungen als Phänomen der modernen Gesellschaft. Jung, schön, schlank und erfolgreich. Dieses Bild wird den Menschen Tag für Tag vor Augen gehalten. Um dieses Ziel zu erreichen, nehmen immer mehr Menschen Diäten in Anspruch, Abführmittel zu sich oder betreiben übermäßig Sport. Viele finden sich in der Bulimie oder in der Magersucht wieder. Aber auch das Binge-Eating, das unmäßige Aufnehmen von Nahrung, findet immer mehr frustrierte AnhängerInnen.

Kräuter und Gewürze - Nutzen oder Risiko?

Erstmals werden Stimmen laut, dass Gewürze und Kräuter auch nachteilige Effekte haben könnten. Bislang galten sie immer als willkommene vitamin- und mineralstoffreiche Beigabe. Nun sind Pflanzen, die in heimischen Küchen täglich als Gewürze oder Kräutertees auf dem Speiseplan stehen, plötzlich umstritten. Besteht tatsächlich Grund zur Sorge?

Die Montignac-Methode

Die Botschaft von Michel Montignac ist verlockend - "Ich esse um abzunehmen". Mehr als acht Millionen Leser in Europa haben den Bestseller gelesen. Er hält die These, dass Menschen primär durch Überernährung und Bewegungsmangel dick werden, für falsch. Nicht ein Zuviel an Fetten und Kalorien lässt den Menschen zunehmen, sondern die ungünstige Zusammensetzung der Nahrung.

Acrylamid

Acrylamid, so heißt der Stoff, der den zuständigen Behörden mittlerweile ernste Kopfschmerzen bereitet. Die schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit (The Swedish National Food Administration - NFA) hat in Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen der Universität Stockholm überhöhte Werte des Stoffes Acrylamid in stärkehaltigen Lebensmitteln gefunden. Besonders frittierte, gebackene und gebratene Kartoffel- und Getreideprodukte waren mit Acrylamid belastet. In gekochten und rohen Produkten konnte bisher kein Acrylamid nachgewiesen werden.

Heft 2/2002

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Trinken, Trinken, Trinken / Wieder Hochsaison im Eissalon / Snacks oder Mahlzeit / Richtig lagern im Kühlschrank / Wechselwirkungen zwischen Nahrungs- und Arzneimitteln


Trinken, Trinken, Trinken
Der Sommer hält Einzug. Damit verbunden werden die Tage immer länger, die Sonne scheint intensiver und die Temperaturen steigen. Jetzt heißt es wieder auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, denn die Gefahr für ein Flüssigkeitsdefizit besteht vor allem bei großer Hitze und/oder starken körperlichen Anstrengungen. Zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur muss vom Körper eine große Menge Schweiß gebildet werden und damit geht zwangsläufig Flüssigkeit verloren. Damit aber die Stoffwechselfunktionen auch bei Hitze einwandfrei ablaufen können, muss die Temperatur konstant gehalten werden und dazu ist „Trinken“ dringend notwendig. Aus diesem Anlass soll wiedereinmal rund um die Flüssigkeitsaufnahme berichtet werden.

Wieder Hochsaison im Eissalon
Es ist wieder soweit. Die Eissaison hat Einzug gehalten und man kann beim Eis wieder zwischen zig Geschmacksvariationen wählen, doch die Renner sind nach wie vor Vanille, Schokolade und Erdbeere. Wie unterscheiden sich diese Eissorten? Welche Inhaltsstoffe enthalten sie? Worauf muss man bei der Lagerung achten? Hier soll ein kleiner ernährungswissenschaftlicher und geschichtlicher Einblick in die Kunst der „kalten Verführung“ gegeben werden.

Snacks oder Mahlzeit
Snacks zu essen ist „in“. Statt eines reichhaltigen Mittags- oder Abendmenüs bevorzugen zahlreiche Menschen heute kleine über den Tag verteilte Snaks. Schnell, einfach und abwechslungsreich soll es sein, Finger-Food gleich von der Hand in den Mund. Ernährungsfachkräfte sind mit einer Definitionsfrage konfrontiert. Was genau ist eine Mahlzeit und was ist charakteristisch fürs Snacken? Unterscheidet sich ein kleiner Imbiss zwischendurch vom Knabbern?

Richtig lagern im Kühlschrank
Die Aufbewahrung im Kühlschrank ist ein wichtiger Weg, um Lebensmittel sicher aufzubewahren. Die niedrige Temperatur hilft, Lebensmittel frisch zu halten und verlangsamt das Wachstum der meisten Mikroorganismen, ohne die Qualität der Nahrungsmittel zu beeinflussen.

Wechselwirkungen zwischen Nahrungs- und Arzneimitteln
Interaktionen verschiedener Medikamente untereinander sind in der Regel gut untersucht. Der Einfluss der Nahrung und einzelner Nahrungsbestandteile und ihre Wirkung ist jedoch selten Gegenstand wissenschaftlich Untersuchungen. Auch den Einfluss der Medikamente auf die Nährstoffversorgung des Organismus wird zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei können über 300 Arzneistoffe, also etwa 5000 Medikamente, Wechselwirkungen mit Nahrungs- und Genussmittel eingehen.

Heft 1/2002

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Österreichische Ernährungsagentur wird gegründet / Spinat zur Fastenzeit – Eier zu Ostern / Trends und Struktur des neuen Lebensmittelmarktes im 21. Jahrhundert / Der Österreicher liebt die deftige Küche – Konsumerhebung 1999/2000 / Cholesterinspiegel durch häufigeres Essen senken / Die Mazdaznan-Ernährung / Modetrend Fasten


Österreichische Ernährungsagentur wird gegründet
Lebensmittelsicherheit groß geschrieben. Ab Juni soll es einen österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit geben. In der Agentur sollen Kontrollen und Forschungen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, gebündelt werden.

Spinat zur Fastenzeit – Eier zu Ostern
Traditionell wird in der Karwoche am Gründonnerstag Spinat gereicht. Der junge frische Frühlingsspinat, der Vorbote auf die warme Jahreszeit, schmeckt besonders fein.

Trends und Struktur des neuen Lebensmittelmarktes im 21. Jahrhundert
Das 21. Jahrhundert ist von einer Vielzahl individueller Lebens- und Ernährungsstile sowie von einem noch nie da gewesenen reichhaltigen Nahrungsangebot geprägt. Insbesondere in Wohlstandsgesellschaften scheint zunehmend die Tendenz gegeben, die Erlebnisqualitäten der Nahrungsaufnahme auch im Alltag zu steigern. Die Nahrungsmittelindustrie stellt sich darauf verstärkt ein, um in Zukunft passgenau alle neuen Wünsche und Trends bedienen zu können.

Der Österreicher liebt die deftige Küche – Konsumerhebung 1999/2000
Die Konsumerhebung der Statistik Austria (oestat.gv.at) informiert – in nunmehr 5-jährigen Abständen – über Verbrauchsausgaben, Einkommen und Ausstattung der privaten Haushalte. Damit ist sie eine wichtige Voraussetzung für die statistische Lebensstandard- und Armuts-Berichterstattung. Außerdem dient sie auch der Gewichtung des Warenkorbes des Verbraucherpreisindex.

Cholesterinspiegel durch häufigeres Essen senken
Eigentlich ist es allen bekannt und nichts Neues. Mehrere kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten werden von Ernährungsexperten schon seit geraumer Ziet postuliert. Heute weiß man, dass nicht nur eine „gesunde“ Ernährung sondern auch häufige Mahlzeiten den Cholesterin-Spiegel senken können. Mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilt zu sich geführt, können den Serumcholesterin- und den Serum-LDL-Spiegel signifikant senken und das trotz einer beispielsweise erhöhten Fett- und Nährstoffaufnahme, so jüngste Forschungsergebnisse. Damit verbunden vermindert sich offenbar auch das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK).

Die Mazdaznan-Ernährung
Das Wort „Mazdaznan“ (gesprochen Masdasnan) entstammt der Zensprache und bedeutet soviel wie „Meistergedanke“ oder „der Gedanke, der alles meistert“. Bei dieser Lehre handelt es sich nicht bloß um eine Ernährungsform, sondern um eine „Lebenskunde bzw. Lebensphilosophie“, die sich mit den „Grundwahrheiten der Soziologie, der Philosophie der Wissenschaft und der Religion beschäftigt“.

Modetrend Fasten
Dass Schokolade glücklich macht ist schon lange bekannt. Nun hat man jedoch herausgefunden, dass sich das gleiche Glücksgefühl auch durch das Weglassen der Nahrung erreichen lässt. Der Mechanismus ist derselbe, durch die Ankurbelung der Produktion des Botenstoffes Serotonin erlebt unser Körper einen wahren Rauschzustand.

Heft 4/2001

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Vitamine in Pillenform / Ernährung und Umwelt / Fit und gesund durch die Schwangerschaft / Bulimie während der Schwangerschaft / Aktuelles zum Thema Selen / Der Markt mit den Vitaminspendern / Bio – ein Wachstumsmarkt


Vitamine in Pillenform
Wenn es draußen wieder kälter wird und feuchtes Wetter Einzug hält, sind auch Erkältungen nicht aufzuhalten. Viele Menschen versuchen sich davor durch eine vorbeugende Einnahme von Mineralstoff- und Vitamintabletten aus der Apotheke zu schützen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse reicht in den meisten Fällen jedoch aus und macht diese Präparate überflüssig.

Ernährung und Umwelt
Je nachdem welche Ernährungsweise wir wählen, tragen wir mehr oder weniger zu einem zukunftsfähigen, nachhaltigen Ernährungsstil bei. Und immer mehr Menschen möchten durch die Auswahl der Lebensmittel einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Fit und gesund durch die Schwangerschaft
Gerade die Schwangerschaft stellt für viele Frauen einen Zeitraum dar, ihre eigene Ernährung zu überdenken und sich ausgewogen und gesund zu ernähren.

Bulimie während der Schwangerschaft
Immer mehr junge Menschen in erster Linie Frauen aber auch junge Männer sind von Essstörungen betroffen. Die Auffassung, dass ein niedriges Körpergewicht erwünscht ist, ist besonders in westlichen Gesellschaften verbreitet.
Junge Menschen beschäftigen sich besonders intensiv mit Aussehen und Körpergewicht und sind besonders anfällig für derartige psychogene Essstörungen.

Aktuelles zum Thema Selen
In der klinischen Medizin wird die Bedeutung von Selen weiter untersucht. Obwohl sich bei vielen Krankheiten ein geringer Selenstatus zeigt, haben Untersuchungen, die zeigen sollen, dass eine Selensupplementation hilft, unterschiedliche Ergebnisse zur Folge.

Der Markt mit den Vitaminspendern
Multivitaminsäfte, Frühstückssäfte, Wellnesstees – sie versprechen Genuss in Höchstform. Doch auch Vitamine in Pillenform möchten nun diesen Weg gehen und sprechen die geschmackliche Seite an.

Bio – ein Wachstumsmarkt
BSE, Schweinepest und andere Lebensmittelskandale verunsichern die Konsumenten und die Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten werden überdacht. So entschließen sich die einen überhaupt kein Fleisch mehr zu essen, die anderen greifen zu biologischen Lebensmitteln weil sie hier sicher sein können, dass die Tiere tiergerecht aufgezogen werden und BSE hier kein Thema ist.

Heft 3/2001

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Bioaktive Substanzen: kleine Mengen – große Wirkung (Teil 2) / Hat der Zeitpunkt der Beikostfütterung einen Einfluss auf den Eisen- und Zinkstatus? / Bedeutung der LCPUFAs für die kindliche Entwicklung / Aktuelle Empfehlungen zur Ernährung des gesunden Säuglings / Erfolgreiche Suche im Web – leicht gemacht / Rotbusch-Tee & Coffein / Die Effekte von Koffein, Ginseng, Ephredin – Wahre Stimmungsmacher oder Einbildung


Bioaktive Substanzen: kleine Mengen – große Wirkung (Teil 2)
In der letzten Ausgabe wurden die sekundären Pflanzenstoffe unter die Lupe genommen. Der heutige zweite Teil beschäftigt sich nun mit den Ballaststoffen und den fermentierten Lebensmitteln, die ebenfalls zu den bioaktiven Substanzen zählen.

Hat der Zeitpunkt der Beikostfütterung einen Einfluss auf den Eisen- und Zinkstatus?
Ab wann Beikost? Diese Frage wird laufend kontrovers diskutiert. Neue Ergebnisse sind heir zusammengefasst.

Bedeutung der LCPUFAs für die kindliche Entwicklung
Die Bedeutung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren für die kindliche Entwicklung sind unumstritten. Ob eine Supplementierung von Formelnahrung mit diesen Fetten aber auch wirklich notwendig ist und den Kindern wirklich einen Vorteil bringt, ist immer noch Diskussionsstoff.

Aktuelle Empfehlungen zur Ernährung des gesunden Säuglings
Für die geistige und körperliche Entwicklung des Säuglings ist eine bedarfsgerechte, optimale Ernährung von entscheidender Bedeutung. Denn im Säuglingsalter besteht der höchste Bedarf an Energie und Nährstoffen pro Kilogramm Körpergewicht im Vergleich zum Erwachsenen.

Erfolgreiche Suche im Web – leicht gemacht
Das Internet bietet eine nie da gewesene Fülle an Informationen aus allen Bereichen. Um nicht stundenlang am Datenhighway zu surfen und keine geeigneten Informationen zu finden, bedarf es des Wissens um die Möglichkeiten des richtigen Suchens und damit des erfolgreichen Findens.

Rotbusch-Tee & Coffein
Wenn es draußen kälter wird ist eine Kanne Tee ein wohlig warmer Genuss. Sieht man sich in den Regalen des Supermarkts um, finden sich neben den üblichen Kräuter- und Früchtetees auch neuere Sorten wie Rotbusch-Teee, Pu-Erh-Tee oder Lapacho-Tee – die Auswahl an „exotischen“ Teesorten wird immer größer. Die Versprechungen beim regelmäßigen Genuss des jeweiligen Tees immer vielfältiger. Hier einige Erläuterungen, damit die Auswahl des „richtigen“ Tees leichter fällt.

Die Effekte von Koffein, Ginseng, Ephredin – Wahre Stimmungsmacher oder Einbildung
Nahrungsmittel, die sich positiv auf unsere Stimmung auswirken? Was wirklich dahinter steckt lesen Sie in folgendem Beitrag.

Heft 2/2001

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Bioaktive Substanzen: kleine Mengen – große Wirkung (Teil 1) / Höher, schneller, weiter. Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungen im Sport? / Kohlenhydrate – der Kraftstoff des Sportlers / Sportlergetränke – was ist richtig, was ist nichtig? / Kopfschmerzen durch Lebensmittel? / Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.) / Lebensmittel der Zukunft – wohin geht der Trend?


Bioaktive Substanzen: kleine Mengen – große Wirkung (Teil 1)
Dass Obst und Gemüse gesund sind, weiß mittlerweile jedes Kind. Dass aber Obst- und Gemüsetigerein geringeres Risiko haben an Krebs oder auch Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken ist relativ neu. Zurückzuführen ist das auf die sogenannten „bioaktiven Substanzen“, die erst seit relativ kurzer Zeit von Wissenschaftern genauer unter die Lupe genommen werden.

Höher, schneller, weiter. Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungen im Sport?
Nahrungsergänzungspräparate wie Carnitin, Kreatin, Coffein, Eiweiß und ähnliche mittel werden schon seit geraumer Zeit nicht nur von Profisportlern sondern auch von Freizeitsportlern eingenommen. Glaubt man den Versprechungen der Hersteller, solln sie die Leistungsfähigkeit steigern. Doch nur die wenigsten Präparate bringen einen Vorteil.

Kohlenhydrate – der Kraftstoff des Sportlers
Unter Sportlern ist es kein Geheimnis mehr: Nudeln, Vollkornbrot, Müsli, Reis – allesamt Kohlenhydrate – sind die wichtigsten Energielieferanten und liefern die nötige Power für sämtliche sportliche Aktivitäten.
Kohlenhydrate sind schnell verfügbar, können im Muskel gespeichert werden und kurzfristig auch ohne Sauerstoff genutzt werden.
Die Wissenschaft ist sich einig, dass die durch körperliche Arbeit verbrauchte Energie in erster Linie durch Kohlenhydrate zugeführt werden soll.

Sportlergetränke – was ist richtig, was ist nichtig?
Der Markt an Sportlergetränken wächst. Was früher nur für den Leistungssportler konzipiert wurde, ist heute für den Breitensportler gerade recht und billig.
Was aber das optimale Sportlergetränk können soll, deckt sich nicht immer mit den am Markt angebotenen Produkten.

Kopfschmerzen durch Lebensmittel?
8 bis 20% der Bevölkerung leiden unter regelmäßig wiederkehrenden Migräneattacken, die durch die heftigen Schmerzen zu einer Verminderung der Lebensqualität, zu einer Beeinträchtigung des Familienlebens und sogar bis zum Arbeitsausfall führen können.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.)

Lebensmittel der Zukunft – wohin geht der Trend?
Sieht man sich in den Supermärkten um und betrachtet die laufende Produktentwicklung und Produktneuheiten, stellt sich die Frage in welche Richtung der Zug fährt.

Heft 1/2001

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Ingwer- ein Gewürz, das es in sich hat / Fibregum: ein löslicher Lebensmittelballaststoff / Knoblauch / Hyperlipoproteinämie / Die besten Durstlöscher für heiße Tage / Vegetarische Ernährung bei Kindern – Erwünscht oder Gefahr? / Die Tomate – Aromatische Frucht mit großer Wirkung


Ingwer- ein Gewürz, das es in sich hat
Man kennt ihn mittlerweile in vielen Varianten: kandiert oder mit Schokolade überzogen, verarbeitet zu Chutneys, eingelegt in Essig, als geschmacksgebender Bestandteil von Ginger Ale und Currymischungen. In der indischen und asiatischen Küche ist er nicht wegzudenken und auch hierzulande machen ihn sein blumig-zitronenartiger, würzig scharfer Geruch und Geschmack immer mehr zu einem beliebten Gewürz. Die Rede ist vom Ingwer (Zingiber officinalis).

Fibregum: ein löslicher Lebensmittelballaststoff
Heutzutage erlangt die Vermeidung von Krankheiten, die nachweislich mit der Ernährungsweise verbunden ist, wie beispielsweise Verdauungsstörungen, Gefäßkrankheiten und auch Krebserkrankungen immer größere Bedeutung.
Der Verbraucher legt zwar Wert auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, möchte jedoch beim essen nicht auf de Genuss der Nahrungsaufnahme verzichten.
Fibregum, ein hundertprozentig natürlicher, wasserlöslicher Ballaststoff, stellt eine qualitativ hochwertig Nahrungsergänzung dar. Mit Fibregum können zahlreiche Produktgruppen, wie aromatisierte Getränke, Milchgetränke, Käse, Süßwaren, Kekse, Fleischwaren usw. angereichert werden.

Knoblauch
Mehr als eine „Altersbremse“ – seine Wirkung auf Arteriosklerose und der antibakterielle, antimykotische Effekt.

Hyperlipoproteinämie
Ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Atherosklerose ist eine erhöhte Plasmakonzentration an LDL-Cholesterin (low-density lipoprotein cholesterol). Die genauen Mechanismen, die LDL-Atherosklerose auslösen können, sind jedoch noch nicht ausreichend bekannt. Zu diesen Mechanismen gehören jedoch nachweislich die Prozesse zwischen der LDL-Infiltration der Arterienwand und der Bildung einer atherosklerotischen Läsion. Es gibt jedoch deutliche Anzeichen, dass das LDL-Cholesterin auf eine ganz bestimmte Art verändert werden muss, bevor eine Pathogenese entsteht. Dabei spielen die durch die Nahrung aufgenommenen Fettsäuren und antioxidativen Vitamine eine entscheidende Rolle.

Die besten Durstlöscher für heiße Tage
Endlich ist es soweit. Der Sommer ist da und die Temperaturen steigen. Gerade jetzt ist es aber notwendig ausreichend zu trinken um auch bei den heißesten Temperaturen noch fit zu sein.

Vegetarische Ernährung bei Kindern – Erwünscht oder Gefahr?
Gerade in Zeiten von BSE und Maul- und Klauenseuche entscheiden sich immer mehr Menschen für eine vegetarische Ernährung und möchten diese auch bei ihren Kindern umsetzen. Doch eine Ernährung ganz ohne Fleisch kann bei unzureichendem Ernährungswissen bei Kindern zu erheblichen Mangelerscheinungen führen.

Die Tomate – Aromatische Frucht mit großer Wirkung
Die Tomate zählt wohl zu den beliebtesten Sommergemüsen unserer Breiten und jeder kennt eine Menge von gut schmeckenden Gerichten, in denen die Tomate die Hauptrolle spielt.

Heft 3-4/2000

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Eierschwammerl, Steinpilz &Co / Das Internet als Quelle für Ernährungsinformation / Neues „Netzwerk Ernährung“ für Wien / Einfluss von Ernährungstrends auf Marketingstrategien / Gesunde Ernährung von jung bis alt


Eierschwammerl, Steinpilz &Co
Mit ende des Sommers beginnt wieder die Pilzsaison. Pilze sammeln und der damit verbundene Aufenthalt an der frischen Waldluft machen Spaß. Aber was sammelt und isst man da eigentlich?

Das Internet als Quelle für Ernährungsinformation
Das Internet ist als Teil der modernen Informationstechnologie (IT) nicht mehr wegzudenken, es wird in der Zukunft eher noch an Bedeutung zunehmen. Insbesondere für die schnelle Informationsbeschaffung, aber auch für die unkomplizierte Kommunikation ist es aufgrund seiner (theoretisch) ständigen Verfügbarkeit von so großer Bedeutung geworden. Da die Inhalte, die über das Internet vermittelt werden, jedoch so wie nicht kontrolliert werden, stellt sich bei der Verwendung von Informationsmaterial oft das Problem nach der Zuverlässigkeit der verfügbaren Informationen. Außerdem ist durch das exponentielle Wachstum des Internets der richtige Zugang bei der Suche nach Informationen entscheidend für den Erfolg. Diese Artikelserie soll daher einerseits einige grundlegende Strukturen des Internets erläutern und eine strukturierte Anleitung zur Informationsbeschaffung bieten.

Neues „Netzwerk Ernährung“ für Wien
Im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogramms 2000 der Gemeinde Wien, wurde das Projekt „Netzwerk Ernährung“ gestartet. Mit Hilfe des wissenschaftlichen Know-Hows des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Wien und der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Wien, soll dadurch in erster Linie eine Verbesserung der Ernährungsinformation für Multiplikatoren erreicht werden.

Einfluss von Ernährungstrends auf Marketingstrategien
Um der starken Konkurrenz im Lebensmittelhandel gewachsen zu sein und im Kampf um den kaufkräftigen Kunden mithalten zu können, ist es im Marketing immer wichtiger geworden, Ernährungstrends genau zu erforschen. Erst dann ist es möglich, Marketingstrategien erfolgreich umzusetzen. Denn Lebensmittel sind immer Teil eines Differenzierungswettbewerbes. Der Markt stagniert, ein Wachstum und neue Produkte sind oft nur durch einen höheren Verarbeitungsgrad möglich, ein verschärfter Verdrängungswettbewerb und eine große Produktvielfalt ist die Folge, bestimmte Segmente wie z.B. Functional Foods gewinnen immer mehr an Bedeutung. Waren im Jahr 1954 ca. 1400 Artikel in den Supermarktregalen zu finden, sind es heute über 7000. Ungefähr 230.000 Barcodes für Lebensmittel sind derzeit vergeben.

Gesunde Ernährung von jung bis alt
Eine Ernährungsweise, die auf einem ausgewogenen Verhältnis aller in der heutigen Zeit verfügbaren Nahrungsmittel beruht, sollte die Zufuhr aller Nährstoffe sowohl hinsichtlich ihrer Quantität als auch ihrer Qualität sicherstellen. Das Ziel jeder Ernährungsweise muss sein, in jedem Lebensabschnitt und über die gesamte Lebensdauer für die Aufrechterhaltung einer optimalen Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu sorgen.

Heft 2/2000

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Gesund allein ist nicht genug / Essen wie im Urlaub / Verwöhne Dich täglich / Wundermittel – Mittel zum Wundern?!


Gesund allein ist nicht genug
Der Begriff Wellness kreist in den letzten Jahren immer häufiger in den Medien und mittlerweile auch in den Köpfender Österreicher. Viele Urlaubsdomizile und Erholungstempel versprechen den Konsumenten Wohlbefinden auf allen Ebenen. GesunDheit und Vitalität sind „in“, aber abseits vom Körndlesser-Image. Wie weit Getränke Bedeutung zukommt, versucht das Grazer Marktforschungsinstitut IMAB-Promena gemeinsam mit dem österreichischen Handelsmagazin CASH herauszufinden.

Essen wie im Urlaub
Olivenöl, Pasta, viel frisches Gemüse und Obst, Käse und Fisch sind typische Bestandteile der Ernährung im Mittelmeerraum. Dass damit gesundheitliche Vorteile verbunden sind, daran lassen Untersuchungen kaum Zweifel. Vergleichende Studienergebnisse zeigen ein signifikant geringeres Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co in mediterranen Staaten. Der Grund hierfür liegt offensichtlich in der für diese Länder typischen Ernährungsweise.

Verwöhne Dich täglich
Probiotische Produkte sind nach wie vor aktuell. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die Vielfalt auf diesem Sektor ständig zunimmt und der Konsument mit immer neuen Produkteigenschaften und –varianten konfrontiert wird. Nicht selten hat er aber Schwierigkeiten bei der Beurteilung ihrer Wirkung und infolge jüngerer Medienberichte auch ihrer Sicherheit.

Wundermittel – Mittel zum Wundern?!
Eigentlich – so sollte man meinen – ist mittlerweile allgemein bekannt, dass es keine Wundermittel gibt, die überflüssige Kilos ohne Anstrengung innerhalb weniger Tage „dahinschmelzen“ lassen. Dennoch finden sich in den Medien immer wieder Inserate über derartige Produkte und ebenso willige Konsumenten, welche auf mitunter auch teuer zu bezahlende Versprechungen hereinfallen.
Sowohl der Verein für Konsumenteninformation (VKI) als auch die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien (AK) haben sich erneut mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Heft 1/2000

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Fisch hat immer Saison / Ernährungsberatung: Chance oder Risiko? / Die Banane tut` s auch! / Neue Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr


Fisch hat immer Saison
Die Welterzeugung an Fisch betrug im Jahr 1996 121 Millionen Tonnen. Derzeit liegt der Fischkonsum in Österreich bei 14 Gramm pro Person und Tag, ein im europäischen Vergleich sehr niedriger Wert. Weltweite Spitzenreiter sind Island und Japan, in denen etwa die Hälfte der gesamten Proteinzufuhr aus Fisch stammt. Fisch gehört zu den Lebensmitteln, die einerseits von hoher ernährungsphysiologischer Qualität, aber offensichtlich dennoch relativ unbeliebt in der österreichische Bevölkerung sind. Und das, obwohl dieses Lebensmittel nicht nur eine Vielzahl an Nährstoffen liefert, die in dieser Menge in anderen Nährstoffen nicht vorhanden sind, sondern auch in vielen Variationen abwechslungsreich zubereitet werden kann. Dies gilt ganz besonders für die Vielzahl an Meeresfischen, die inzwischen auch in Österreich in guter Qualität erhältlich sind. Besonders zur Fastenzeit wird Fisch als Lebensmittel in den Medien immer wieder diskutiert – mit ein Grund für die Veranstaltung eines interessanten Symposiums zu diesem Thema in Wien.

Ernährungsberatung: Chance oder Risiko?
Für den Konsumenten ist alles Ernährungsberatung, was ihn in irgendeiner Form mit Ernährungsthemen konfrontiert, von der Empfehlung des Hausarztes über die Produktinformation der Lebensmittelindustrie bis hin zu den Vorschriften des Lebensmittelrechts. Aber auch „Fachinformation“ von qualifizierten Ernährungsberatern ist nicht immer eine große Hilfe für den Ratsuchenden...

Die Banane tut` s auch!
Das Frühjahr erwacht und mit ihm die Lebensgeister. Bald drängen sich wieder die Bewegungshungrigen mit Rädern und Skates auf Wegen und Umwegen, um frische Luft und Energie zu tanken. Die Fitnesswelle hat seit einiger Zeit auch den sonst eher gemütlichen Österreicher überrollt. Und damit auch eine breite Palette an eigens für Sportler hergestellten und vermarkteten Nahrungsmitteln, Die Leistungssteigerung und stählerne Muskeln als Zusatznutzen verheißen.

Neue Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr
Der erste Eindruck täuscht nicht: Das anlässlich des 37.Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorgestellt, mit Spannung erwartete Werk „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr2 hat sich nicht nur optisch verändert. Erstmals wurden gemeinsam mit der Ernährungsgesellschaft in Österreich (ÖGE) und der Schweiz (SGE/SVE) die Empfehlungen der knapp 10 Jahre zurückliegenden 5. Auflage vollständig überarbeitet und nach dem neuesten Stand der Wissenschaft aktualisiert.

Heft 6/1999

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Krank durch Lebensmittel / Essen gegen Krebs / Auch „Tierisches“ jetzt EU-weit geregelt / Fünfmal besser als dreimal? / Die österreichische Lebensmittelindustrie 1998 / Lebensmittel aus dem Internet


Krank durch Lebensmittel
Fast jeder Vierte glaubt, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Tatsächlich liegt die Zahl wohl nur bei ein bis drei Prozent der Bevölkerung. Dennoch wird ihnen heute viel Interesse entgegengebracht – in der Forschung, der Produktion von Lebensmitteln, deren Kennzeichnung und auch im Rahmen der Gentechnik-Diskussion.

Essen gegen Krebs
Einzelne Lebensmittel oder Inhaltsstoffe sollen vorbeugend gegen Krebs wirken – so wird es immer wieder behauptet. Doch wissenschaftlich gesichert sind diese Schutzeffekte von Einzelsubstanzen bisher nicht. Erwiesen ist allerdings, dass insbesondere ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse das Risiko für bestimmte Tumorarten vermindert.

Auch „Tierisches“ jetzt EU-weit geregelt
Schon vor acht Jahren legte die europäische Union in einer Verordnung den Anbau, die Vermarktung, Kennzeichnung und Kontrolle von ökologisch erzeugten Pflanzen und daraus hergestellten Lebensmitteln fest. Jetzt endlich folgt die längst fällige Erweiterung dieser Öko-Verordnung auf „Tiere und Tierisch Erzeugnisse“.

Fünfmal besser als dreimal?
Wie häufig sollte man täglich essen? Was ist am Besten für die Gesundheit und die Figur? Bisher galten fünf Mahlzeiten täglich als erstrebenswert. Neue Empfehlungen erlauben mehr Flexibilität und nehmen Rücksicht auf individuelle Essrhythmen.

Die österreichische Lebensmittelindustrie 1998
Die Lebensmittelindustrie zählt in Österreich neben Maschinenbau und Chemie zu den drei Großen der Wirtschaft. In Zeiten gesättigter Märkte und wachsender, auch internationaler Konkurrenz hat es die Branche schwer.

Lebensmittel aus dem Internet
Wird in Zukunft der übliche Einkauf durch Net-Lieferservices ersetzt werden? Virtueller Einkauf kontra Erlebniseinkauf?
Die Marktchancen und auch ein finanzieller Erfolg werden uneinheitlich beurteilt.

Heft 5/1999

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Perspektiven für die Zukunft / Health Claims / Schon Gentechnik im Essen? / Carotinoide in der Diskussion / Angereichert, aber nicht optimal / Gesundheitstrank Kombucha


Perspektiven für die Zukunft
Die Entwicklung von funktionellen Lebensmitteln verlief bisher ausschließlich produktbezogen und damit abhängig von lokalen, traditionellen und kulturellen Gegebenheiten. Für Erfolge in der Zukunft sind wissenschaftlich fundierte Konzepte notwendig, die die Wirkung spezieller Nährstoffe und Inhaltsstoffe analysieren. Diese Kenntnisse sind produktübergreifend verwendbar.

Health Claims
Für Lebensmittel darf in der Werbung nur sehr eingeschränkt mit Aussagen geworben werden, die sich auf eine gesundheitsfördernde Wirkung des Produkts beziehen. Für die Hersteller ist es eine Gradwanderung zwischen erlaubten und verbotenen Formulierungen. Das Bundeskanzleramt hat dazu jetzt eine Orientierungshilfe gegeben, die auch für Konsumenten und Ernährungsfachkräfte von Interesse ist.

Schon Gentechnik im Essen?
Die Verunsicherung der Konsumenten über die aktuelle Bedeutung genmodifizierter Lebensmittel auf dem täglichen Speiseplan ist groß. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz versucht u.a. zu klären, welches „Genfood“ bereits am Markt ist und wie die ökonomischen Perspektiven in der Europäischen Union eingeschätzt werden.

Carotinoide in der Diskussion
Studien konnten bisher nicht beweisen, dass Carotinoide eine spezifische Wirkung bei der Prävention von Krebs und Arteriosklerose haben. Sind sie nur Marker für einen gesunden Lebensstil oder für einen guten Speiseplan? Denn bei reichlichem Verzehr von Obst und Gemüse ließ sich stets eine schützende Wirkung beobachten.

Angereichert, aber nicht optimal
Immer mehr Lebensmittel werden mit den verschiedensten Nährstoffen angereichert. Offen aber ist die Frage, ob dies sinnvoll ist und ob sich dadurch die Ernährung wirklich verbessert.

Gesundheitstrank Kombucha
Seit einigen Wochen hat ein ursprünglich chinesisches Teegetränk den Weg aus dem Nischendasein in Bioläden in die Supermärkte gefunden: Kombucha. Das „uralte“ Wellnessprodukt ist derzeit Kult an der amerikanischen Westküste. Ist es wirklich Jungbrunnen und Schönheitselexier?

Heft 4/1999

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Lebensmittelbestrahlung EU-weit geregelt / Fachleute für Public Health Nutrition / Zwischen den Polen / Pu Erh-Tee kein Wundermittel! / Unverdauliches für die Gesundheit / Candida albicans nicht schädlich


Lebensmittelbestrahlung EU-weit geregelt
Nach zehnjährigen Verhandlungen gleicht die Europäische Union jetzt die Rechtsvorschriften ihrer Mitgliedsstaaten für bestrahlte Lebensmittel an. Bisher ist das Verfahren nur für getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze erlaubt. Weitere Lebensmittel werden folgen.

Fachleute für Public Health Nutrition
Gesundheitsförderung auf Basis der Gesamtbevölkerung nimmt innerhalb der Europäischen Union einen immer breiteren Raum ein. Für diese Aufgaben soll es in Zukunft – koordiniert zwischen den Mitgliedsstaate – den European Master in Public Health Nutrition geben.

Zwischen den Polen
Die Diskussion um Öko-‚Kost einerseits und Designer Food andererseits dominiert die Prognosen über die zukünftige Ernährung. Dabei wird der Ernährungsalltag der Mehrheit der Konsumenten nicht erfasst. Unsere Esskultur bleibt ein weitgehend unbekanntes Feld.

Pu Erh-Tee kein Wundermittel!
Jedes Jahr versucht man Übergewichtigen ein neues Allheilmittel zu verkaufen, das überflüssige Kilos ohne Mühe wegzaubern soll. Heuer ist es Pu-Erh-Tee, ein seit Jahrtausenden in China bekannter Tee, für dessen schlankmachende Wirkung es aber keine wissenschaftlichen Beweise gibt.

Unverdauliches für die Gesundheit
Präbiotische Lebensmittel werden mit einer Gruppe von Kohlenhydraten angereichert, die das Wachstum der „guten“ Bakterien im Darm und damit die Gesundheit fördern sollen. Wie sie wirken und wofür sie als Zutaten funktioneller Lebensmittel geeignet sind, wurde jetzt im Rahmen einer von der Europäischen Union geförderten Projekts untersucht.

Candida albicans nicht schädlich
Die Besiedelung des Magen-Darm –Trakts mit dem Hefepilz Candida Albicans wird für eine wachsende Zahl von Beschwerden verantwortlich gemacht. Doch er gehört bei der mitteleuropäischen Bevölkerung praktisch zur normalen Darmflora. Beweise für das Candidasis-hypersensitivity-syndrome finden sich in der wissenschaftlichen Literatur nicht.

Heft 3/1999

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Österreichischer Ernährungsbericht 1998 / Gewürze von A-Z / Hoffnung für Zöliakie-Kranke / Mehr Getreide für die Welt / Säuglingsnahrung schadstofffrei / Milch hat` s in sich


Österreichischer Ernährungsbericht 1998
Erstmals für Österreich wurde jetzt ein umfassender Ernährungsbericht vorgelegt – angeregt und erarbeitet vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie der Bundesministerien für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz.

Gewürze von A-Z
Gewürze bringen nicht nur den letzten Pfiff ins Essen, sie dienen auch unserer „Wellness“. Die Forschung beginnt zu verstehen, wie Gewürze das menschliche Wohlbefinden beeinflussen und welche gesundheitlichen Wirkungen sie haben. Voraussetzung dafür ist eine gute Qualität, die vielen Einflussfaktoren unterliegt. Die österreichische Gesellschaft für Ernährung widmete diesen und andere Fragen um die Gewürze kürzlich eine Vortragsveranstaltung.

Hoffnung für Zöliakie-Kranke
Im Juli dieses Jahres fällt der Startschuss für ein Projekt zur Entwicklung eines gentechnisch modifizierten Weizens, den auch Menschen mit Getreideunverträglichkeit essen können. Sie wären dann nicht mehr auf den verzehr von teuren Spezialprodukten aus Mais, Reis und Hirse angewiesen.

Mehr Getreide für die Welt
Bis zum Jahr 2020 wird sich der weltweite Bedarf an Reis, Weizen und Mais um 40 % erhöhen – so schätzen Fachleute. Ob und wie ein solcher Zuwachs überhaupt und noch ohne irreparable Umweltschäden erreichbar ist, erscheint fraglich.

Säuglingsnahrung schadstofffrei
Für den empfindlichen Organismus von Babys sollte rückstandsfreie Nahrung im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber erst jetzt konnten sich die Gremien der Europäischen Union auf die einheitliche Festschreibung niedriger Grenzwerte einigen.

Milch hat` s in sich
Rund ein Fünftel der Ausgaben für Lebensmittel entfallen auf Milch, Butter und Joghurt, noch einmal die Hälfte davon auf Käse. Diese Anteile möchte die österreichische Milchwirtschaft gerne noch steiger

Heft 1/1999

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Lebenselexier Grüner Tee? / Funktionelle Muttermilch / Verbot für vier Fütterungsantibiotika, Foodtrends durch 2,5 Dekaden / Österreich auf dem Vormarsch / Mehr als Durstlöscher


Lebenselexier Grüner Tee?
Grüner Tee belebt nicht nur die Sinne , schmeckt gut und löscht den Durst. Er hat darüber hinaus gesundheitliche Wirkungen, die die Erfahrungsmedizin in China und Japan schon lange nutzt. Wissenschaftliche Untersuchungen beginnen die uralten Erkenntnisse zu bestätigen. Ein Universalheilmittel, wie manchmal in der Werbung beschrieben, ist er jedoch nicht.

Funktionelle Muttermilch
Muttermilch ist der Innbegriff eines natürlichen und gleichzeitig funktionellen Lebensmittels. Sie enthält eine Fülle von Substanzen, die dem Kind einen Zusatznutzen liefern, das heißt über die Bereitstellung von Nährstoffen und Energie hinausgehen.

Verbot für vier Fütterungsantibiotika
Die Europäische Kommission hast mit Wirkung zum 1. Jänner 1999 vier der acht bisher zugelassenen Fütterungsantibiotika verboten. Sie können zur Ausbreitung resistenter Krankheitserreger beitragen und die Wirksamkeit bestimmter, mit jenen verwandter Arzneimittel in der Humanmedizin gefährden.

Foodtrends durch 2,5 Dekaden
Die Distanz zwischen Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung nimmt stetig ab. Aus der „sozialen Sattmacherleistung“ entwickelte sich eine wettbewerbsorientierte Gemeinschaftsgastronomie mit vielen Auswahlmöglichkeiten.

Österreich auf dem Vormarsch
Für Österreich ist Deutschland mit Abstand der wichtigste Auslandsmarkt. In den vier Jahren der Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist es der heimischen Nahrungsmittelindustrie gelungen, sich dort gut zu positionieren. Die Exporte sind deutlich gewachsen, aber die Marketingbemühungen dürfen nicht nachlassen.

Mehr als Durstlöscher
Zum Durstlöschen reicht prinzipiell auch Wasser. Aber mit der Vielfalt der Getränke macht es mehr Spaß. Mit der Auswahl wachsen die Ansprüche, Aber auch die Umsätze. Innovationen und Klassiker kämpfen gleichermaßen um die Kaufkraft der Konsumenten.

7 Stufen zur Gesundheit –
die Österreichische Ernährungspyramide

Näheres zu den lebensmittelbasierten Empfehlungen finden Sie hier und unter www.bmg.gv.at